
Basler Rabbiner verlor seinen jüdischen Freund – Chanukka will er trotzdem feiern
Shahed Staub
Der Angriff in Sydney hat auch die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz erschüttert. Der Basler Rabbiner Zalman Wishedski verlor dabei einen Freund – und setzt jetzt bewusst ein Zeichen gegen Einschüchterung.
Für Rabbiner Zalman Wishedski sitzt der Schock noch tief. Am Montag gedenkt er seines guten Freundes Eli Schlanger, der am Sonntag bei dem Angriff in Sydney ums Leben gekommen ist. «Die Täter haben nicht gewusst, wer Eli Schlanger war – dass er eine Frau, fünf Kinder und ein erst einmonatiges Baby hinterlässt.» Entscheidend sei für sie nur eines gewesen: dass er Jude war, sagt Wishedski.
Einschüchtern lassen will sich Wishedski durch den Anschlag nicht. Auch nach dem 7. Oktober gehe er offen als Jude durch die Stadt und an Demonstrationen. Angst habe er keine – und wolle sie auch nicht haben. Er tue das bewusst, um anderen Jüdinnen und Juden zu zeigen, dass sie sich nicht verstecken müssten.
Zeichen gegen Angst
Gerade deshalb ist es dem Basler Rabbiner ein wichtiges Anliegen, dass die Chanukka-Feier wie geplant stattfindet. Chanukka stehe für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. «Wir sind da – und wir gehen nicht weg», betont er.
Für die Chanukka-Feier, die morgen Abend auf dem Marktplatz in Basel stattfindet, hat die Polizei ein Sicherheitskonzept erarbeitet, wie sie auf Anfrage mitteilt. Aus polizeitaktischen Gründen macht sie dazu keine näheren Angaben. Das jüdische Fest Chanukka dauert noch bis zum 22. Dezember.
Cramer und Herter kommen ans Chanukka-Fest
Die Staatskanzlei teilte am Montagnachmittag dem Basler Rabbiner Zalman Wishedski mit, dass Regierungsratspräsident Conradin Cramer zur Chanukka-Veranstaltung kommen und einige Worte sagen möchte – besonders nach den Ereignissen in Sydney. Auch Grossratspräsident Balz Herter werde teilnehmen.
Der stellvertretende australische Botschafter sagte seine Teilnahme ab, drückte aber sein Beileid aus und wünschte ein frohes Chanukka.
Mitarbeit: Jelena Schnüriger
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Hoschi
Es ist wichtig, das Lichtfest zu feiern, gerade in diesen schwierigen Zeiten.