Braucht Basel «mediterrane Nächte»?
Gastronomie
Basel-Stadt

Braucht Basel «mediterrane Nächte»?

18.01.2023 17:18 - update 19.01.2023 07:47

Larissa Bucher

Die warmen Sommernächte ausnutzen und bis spät abends gemeinsam draussen im Restaurant sitzen: Das wünscht sich Laurin Hoppler, Grossrat des jungen grünen Bündnisses, für Basel. Aber bringt das nicht auch negative Nebeneffekte mit sich?

Wir alle kennen die Situation. Man sitzt an einem warmen Sommerabend draussen im Restaurant oder in der Bar und trinkt mit seinen Liebsten ein paar Drinks. Die Zeit rennt und plötzlich ist es 23 Uhr. Das heisst, die frische Luft kann nicht weiter genossen werden und man muss sich in den Innenbereich des Lokals begeben.

Für Laurin Hoppler ist das ein no-go in einer lebendigen Stadt wie Basel. «Das Bedürfnis im Sommer länger draussen zu sitzen und etwas zu trinken, steigt von Jahr zu Jahr», sagt er. «Es ist also höchste Zeit, dass Basel als Kulturstadt diesem Bedürfnis nachkommt und sich dem immer mediterraner werdenden Lebensstil anpasst.» Genau aus diesem Grund lancierte er zusammen mit Kulturstadt die Motion «Mediterrane Nächte».

Am Wochenende bis Mitternacht

Darin fordert er, dass in den Monaten Juni bis September die Terrassen- und Boulevardflächen am Wochenende bis 1 Uhr und unter der Woche bis Mitternacht bewirtet werden. So würde man den veränderten Ausgehbedürfnissen der Basler:innen nachkommen. Im ersten Moment klingt das gut, gibt es aber nicht auch einige Nachteile? Mehr Lärm, längere Arbeitszeiten, mehr Tumult auf der Strasse? «Klar, kann darüber diskutiert werden aber grundsätzlich sind sitzende Gäste leiser als Menschen, die herumstehen und sich bewegen, ausserdem ist die soziale Kontrolle durch das Personal gegeben und der Müll wird entsorgt», erklärt Hoppler.

Somit würde der Vorstoss in Sachen Littering und Lärm seiner Meinung nach einiges verbessern und die Gastronomie könne wirtschaftlich auch davon profitieren. Wichtig dabei: Die längeren Öffnungszeiten sind kein Muss. Wer den Aussenbereich lieber wie gewohnt früher schliesst, darf das natürlich weiterhin tun. Personell sei es ausserdem keine grosse Umstellung, da es sich nicht um die Verlängerung der allgemeinen Öffnungszeiten der Lokale handelt, sondern lediglich um jene der Aussenbereiche.

Nicht wirklich ein Problem

Mit Kritik wird deswegen weniger von Seiten der Restaurant-Besitzer:innen sondern mehr von Seiten der Anwohnenden gerechnet. Die Meinungen zum Thema sind momentan noch eher unklar. Gegenstimmen würde es aber sicherlich geben, meint Hoppler. Viele Vereine und Politiker:innen halten sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch zurück und sind vorsichtig mit einer verfrühten Stellungname.

Der neutrale Quartierverein Unteres Kleinbasel beispielsweise sieht die bestehenden Öffnungszeiten nicht wirklich als Problem an. «Sie wurden vom Verein und dessen Umfeld grundsätzlich weder als zu kurz (im Sinne der Motion) noch als zu lang (z.B. wegen Lärmemissionen) wahrgenommen», erklärt Präsident Samuel Müller. Aber auch beim Quartierverein könne man nur darüber spekulieren, welche Folgen eine Verlängerung der Öffnungszeiten haben könnte.

Feedback für die Redaktion

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Dein Kommentar

Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise

27.01.2023 20:49

TomGrau

Ja, bitte.

Basel = viel zu viel Schlafstadt.

0 0
21.01.2023 15:43

rothue

……ja, braucht sie damit wieder Lebensfreude aufkommt in dieser Stadt. Basel hat potenzial vorallem im Sommer.

2 0

Kommentare lesen?

Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.