
«Bschiss-Verordnung»: Mieterverband kündigt Rekurse und Initiativen an
Baseljetzt
Der Basler Mieterinnen- und Mieterverband zeigt sich knapp drei Monate nach Inkrafttreten der teilrevidierten Wohnschutzverordnung besorgt. Er kündigt Rekurse und Initiativen gegen die Verschlechterungen an.
«Mit Inkrafttreten der neuen Verordnung am 1. November haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet», sagte Pascal Pfister, Co-Präsident des MV Basel am Dienstag vor den Medien. Man sei nach mehreren vorliegenden Fällen alarmiert.
Eine grosse Problematik ist die Frage, welche Sanierungsmassnahmen als wertvermehrend oder als werterhaltend taxiert werden können, wie Geschäftsführerin Patrizia Bernasconi ausführte. In den letzten drei Jahren habe es der Verband mit ein bis drei solchen Fällen zu tun gehabt. Kaum sei die teilrevidierte Verordnung in Kraft, seien es vier Fälle mit rund 70 Mietparteien. «Wir haben sehr hohe Abwälzungen – und das entspricht nicht dem Geist des Wohnschutzgesetzes.»
Aufschläge seien «jenseits von Gut und Böse»
So berichtete Co-Präsidentin Kathrin Bichsel von einer geplanten Sanierung eines Mehrfamilienhauses am Winkelriedplatz im Gundeli. Vor der revidierten Verordnung sei beispielsweise ein maximaler Mietzinsaufschlag für eine 4-Zimmerwohnung von 220 Franken pro Monat erlaubt gewesen.
Nach Inkrafttreten und mit Verfügung der Wohnschutzkommission von Anfang Januar sind laut Verband 403 Franken vorgesehen. «Das ist jenseits von Gut und Böse», sagte Pfister.
MV will zwei Initiativen lancieren
Um Sanierungen wieder attraktiver zu machen, sieht die von Regierungspräsident Conradin Cramer (LDP) revidierte Verordnung seit dem 1. November einen erhöhten Überwälzungssatz für Investitionen vor. So können Hauseigentümerinnen und -eigentümer bei ökologischen Sanierungen von den entsprechenden Ausgaben mehr an die Mietparteien überwälzen – und zwar so hoch, wie es im Schweizer Mietrecht möglich ist.
Vorstandsmitglied Beat Leuthardt sprach von einer «Bschiss-Verordnung», die «Investoren-Mogule» bediene und die Bevölkerung täusche. Der Verband kündigte an, sich mit Rekursen gegen die Erhöhungen zu wehren – und zwar bis vors Bundesgericht. Und er will voraussichtlich zwei Initiativen lancieren: Zum einen eine Abbruchschutz-Initiative und zum anderen eine «Korrektur-Rettungsinitiative.» (sda/lef)
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Maxli
Nur weiter so, ihr linken Gutmenschen. Wer nach Genf schaut, der sieht die Konsequenz dieser unsinnigen Wohnschutzthematik. Ich jedenfalls habe meine mieterfreundliche Einstellung geändert und hole nun heraus, was geht. Dies alles dank Leuthart und Co. Gratulation !!
Hoschi
Oh je soviel bla bla bla bla….oje bla bla bla bla…
spalen
“investoren mogule”!
sehr viele private besitzen liegenschaften, die sie selber verwalten und vermieten. für die meisten ist das einerseits die altervorsorge, andererseits eine familiäre nachbarschaftliche wohnform. dumm nur, dass die mieter mittlerweile derart viel recht haben, dass die privaten vermieter meistens das nachsehen haben, wenn die mieter nicht zahlen und/oder die wohnung beschädigen. das recht ist viel zu sehr pro mieter und contra die grossen pk-vermieter – die kleinen, privaten vermieter gehen dabei vergessen. da muss man sich nicht wundern, wenn diese privaten vermieter das handtuch werfen und an grosse verkaufen.
spalen
drei daumen-runter. wunderbar, dass da soviele da sind, die dieses ungleichgewicht fair finden. genau solche mieter sind es, die sich dann beschweren, wenn sie unfair behandelt werden – für diese ist fairness halt gerne das, was das gegenüber zu leisten hat, nicht das, was für einen selber gilt. für gewisse mieter ist es noch nicht mal selbstverständlich, die miete regelmässig und immer zu zahlen.
Hoschi
Sehe ich auch so, allerdings wundert mich hier bezüglich Daumen und Kommentare nichts mehr, so eine Community ist unmöglich.