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Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
©Bild: Pro Natura / Wolfgang Hock
Pro Natura
Schweiz

Der Igel ist das Tier des Jahres 2026

05.01.2026 10:48 - update 05.01.2026 10:52
Simon Häring

Simon Häring

Die Naturschutzorganisation Pro Natura wählt jedes Jahr das Tier des Jahres. Die Wahl zum Tier des Jahres erfolgt aufgrund der Einstufung als «potenziell gefährdet».

Seit 2022 ist der Igel auf der Roten Liste der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Pro Natura rufe mit dem Tier des Jahres 2026 dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten und zu pflegen. Wo Siedlungen verdichtet werden, können wertvolle Igel-Lebensräume verschwinden, so Pro Natura.

Igel fressen Insekten

Wenn ein Igel in der Dämmerung emsig schnüffelnd durch einen Garten oder Park streife, dann suche er Futter. Ganz oben auf der Menüliste stünden bei ihm Laufkäfer, Schmetterlingsraupen und Regenwürmer. Sie bräuchten ein dichtes Netz von Unterschlupfmöglichkeiten und ein reiches Nahrungsangebot. Beides fänden sie in weiten Teilen der landwirtschaftlich genutzten Gebiete kaum mehr. Deshalb lebe der stachelige Insektenfresser heute vor allem in locker überbauten Bereichen unserer Dörfer und Städte. Nebst ihren Leibspeisen würden Igel eine breite Palette weiterer Tiere erbeuten und verschmähen auch Aas nicht.

Gefährliche Streifzüge

Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
Für einen Jungigel kann bereits eine Trotoirkante herausfordernd sein. Bild: Biosphoto / Monique Morin

Im Durchschnitt würden Igel auf ihren nächtlichen Streifzügen etwa einen Kilometer zurücklegen. Dabei überqueren sie Strassen, müssen Hindernisse umgehen und sich vor Fallen wie Kellertreppen, Schwimmbecken oder Lichtschächten hüten. Besonders gefährdet seien Männchen während der Paarungszeit ab Mitte April. Sie würden auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen auch mal mehrere Kilometer zurücklegen.

Ein Fun-Fact über Igel

  • Wusstest Du, dass Igel überall dort durchschlüpfen können, wo unsere Faust durchpasst? Im wahrsten Sinne des Wortes eine Faustregel!

Kurzes Familienleben

Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
Schon nach wenigen Wochen wird dieser Säugling ein selbstständiger Jungigel sein. Bild: Biosphoto / Daniel Heuclin

Igelmännchen würden ihr auserwähltes Weibchen manchmal stundenlang umkreisen, bis sich das Weibchen nicht mehr wegdreht und paarungswillig sei. Deshalb ist auch die Rede vom «Igelkarussell». Gepaart würde bis Ende August. Nach einer Tragzeit von rund 35 Tagen bringe das Weibchen zwei bis sieben Junge zur Welt. Das Familienleben der Igel sei kurz – Jungigel seien schon nach etwa sechs Wochen selbstständig und müssten sich fortan allein durchs Leben schlagen.

Ein weiterer Fun-Fact über Igel

  • Wusstest Du, dass Igelmütter allein für ihren Nachwuchs sorgen?  

Unterschlüpfe für Igel

Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
Eine Igelmutter transportiert ihr Jungtier in ein neues Versteck. Bild: Biosphoto / Ronald Stiefelhagen

Igel würden sichere Tagesverstecke, Nester für die Geburt ihrer Jungen, trockene Winterquartiere benötigen. Nur dort, wo solche Unterschlupfmöglichkeiten reichlich vorhanden seien, können Igel leben. Besonders wählerisch seien die Stacheltierchen jedoch nicht. Es müsse nicht immer der klassische Ast- und Laubhaufen im Naturgarten sein, so Pro Natura. Eine Holzbeige, der Hohlraum unter einem Gartenhäuschen, ein locker hingeworfener Bretterhaufen oder ein Igelhaus aus dem Baumarkt würden ebenso gerne angenommen.

Igel in Städten

Wo Wohnsiedlungen verdichtet würden, seien Igel-Lebensräume bedroht. Umso wichtiger sei es deshalb, private Gärten und öffentliche Grünräume noch konsequenter igelfreundlich zu gestalten. Auch Gemeinden könnten dem Igel viel Gutes tun. Schulanlagen, Parks oder Friedhöfe würden reichlich Potenzial für bunte, abwechslungsreiche Lebensräume bieten. Pro Natura hält fest: «Wer Igel fördert, hilft auch Insekten, Siebenschläfern, Zaunkönigen und vielen anderen Arten.»

Landesweite Aktion startet im März

Pro Natura habe bereits viele Gärten, Parks und Grünanlagen mit Rat und Tat zum Blühen gebracht. Zudem würde im März die landesweite Aktion «Bonjour Nature: Willkommen im Naturgarten!» starten.

Drei Fun-Facts zu Igeln:

  • Ein erwachsener Igel trägt in etwa 8’000 Stacheln
  • Ein Igel muss im Herbst mindestens 500 Gramm wiegen, um durch den Winter zu kommen
  • In der Schweiz gibt es lediglich eine Igelart – den Braunbrustigel

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Kommentare

Dein Kommentar

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05.01.2026 15:00

Hoschi

Der Igel ist ein schützenswertes Tier und steht leider auf der roten Liste. Er ist genügsam und man kann mit wenig sehr viel für dieses Tier tun. Viel Glück, kleiner Igel.

2 0
05.01.2026 11:36

spalen

jeder, der einen garten hat, kann sich für den erhalt der igel einsetzen, mit geringem aufwand

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