
Donald Trump plant am Donnerstag Ankündigung zu Gaza-«Friedensrat»
Baseljetzt
Ungeachtet der zurückhaltenden Rückmeldungen europäischer Verbündeter plant US-Präsident Donald Trump für diesen Donnerstag eine Ankündigung zu seinem «Friedensrat». Er will auch die Schweiz als Mitglied.
Diese sei für 10:30 Uhr in Davos avisiert, wie das Weisse Haus mitteilte. Medienberichten zufolge will Trump dann die sogenannte «Charta des Friedensrates» unterzeichnen.
Das Format dürfte am Rande des derzeitigen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Dort wird Trump am Mittwoch zu einer Rede vor internationalem Publikum erwartet.
Deutschland und Frankreich reagierten bislang verhalten auf die Einladung zum neu geschaffenen Gremium. Unter anderem wurden zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kremlchef Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, und Polens rechtskonservativer Präsident Karol Nawrocki eingeladen.
Ursprünglich war der «Friedensrat» Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für den Gazastreifen. Das Gremium sollte eine Übergangsregierung beaufsichtigen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die US-Regierung das Mandat des Rats stark erweitern möchte und sich der «Friedensrat» um Krisen und Konflikte weltweit kümmern soll. Kritiker sprechen daher davon, dass es Trump darum gehen könnte, eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen zu schaffen, die er immer wieder als dysfunktional kritisiert.
Trump will die Schweiz im Gaza-Friedensrat
Auch die Schweiz ist von US-Präsident Donald Trump eingeladen worden, dem Gaza-Friedensrat beizutreten. Die Schweiz sei am vergangenen Wochenende darauf angesprochen worden, sagte der Kommunikationschef des Aussendepartements, Nicolas Bideau, am Dienstag Keystone-SDA.
«Die Schweiz prüft derzeit die Einzelheiten der Charta und führt Gespräche mit den betroffenen Parteien, darunter auch den Vereinigten Staaten», erklärte der Kommunikationschef des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.
Die Schweiz stehe Initiativen zur Förderung des Friedens grundsätzlich offen gegenüber, schrieb das EDA auf Anfrage. Man prüfe den Vorschlag sorgfältig, um die Position der Schweiz festzulegen.
Das Aussendepartement rief in Erinnerung, dass der Bundesrat an seiner Sitzung vom 26. November 2025 konkrete Massnahmen zur Unterstützung für den von den USA vorgelegten «Gaza Peace Plan for peace in the Middle East» beschlossen habe. «In diesem Rahmen entschied der Bundesrat über Massnahmen in drei prioritären Bereichen: der humanitären Hilfe, der Stärkung der palästinensischen Institutionen sowie der Förderung der regionalen Stabilität», so das EDA weiter. (sda/daf)
Feedback für die Redaktion
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Kommentare lesen?
Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.
Kommentare
Dein Kommentar
Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise