Gen Z und Millennials: Zufrieden im Beruf – besorgt um Lebenskosten
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Studie
Wirtschaft

Gen Z und Millennials: Zufrieden im Beruf – besorgt um Lebenskosten

11.06.2024 16:05 - update 11.06.2024 16:55
Tim Meyer

Tim Meyer

In der Schweiz sind die jungen Generationen glücklich mit dem, was sie arbeiten. Die Lebenshaltungskosten sind aber ein grosses Sorgenthema. Das zeigt eine neue, repräsentative Studie.

Diese wurde vom Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte durchgeführt. 23’000 Personen aus Gen Z und Millennials wurden in 44 Ländern – verstreut über fast die ganze Welt – befragt. In der Schweiz nahmen rund 400 Vertreter:innen der Generationen teil.

Junge Menschen in der Schweiz machen sich Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit. Für beide Generationen ist dies das wichtigste Anliegen. Und trotzdem sind die Befragten in der Schweiz mit dem Lohn, den Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten weiterhin zufrieden.

Der Klimawandel hingegen hat in der Prioritätenlisten einen Platz eingebüsst. Letztes Jahr war dies noch die grösste Sorge der Generation Z. Auch die psychische Gesundheit ist nach wie vor ein relevantes Thema und belegt in der Liste den dritten Platz.

Gen Z und Millennials: Zufrieden im Beruf – besorgt um Lebenskosten
Die Hauptanliegen der beiden Generationen im internationalen Vergleich. Bild: Deloitte AG

«Dass die Lebenshaltungskosten inzwischen auch für die jüngste Generation im Arbeitsmarkt das Hauptanliegen sind, ist auf die erhöhte Inflation der letzten zwei Jahre zurückzuführen», sagt Michael Grampp, Chefökonom bei Deloitte Schweiz. Die Inflation sei in der Schweiz im internationalen Vergleich zwar nur schwach, für viele aber trotzdem merklich spürbar im Portemonnaie. Zum Beispiel wegen gestiegener Wohn- und Energiekosten.

Weltweit sorgt sich die Gen Z vor allem auch über die Arbeitslosigkeit. Darin unterscheidet sich die Schweiz, wo das Anliegen nur auf dem sechsten Platz liegt. Diese Abweichung sei auf die sehr tiefe Arbeitslosigkeit in der Schweiz und den allgemein stabilen Arbeitsmarkt zurückzuführen, so Deloitte weiter.

Nur ein Drittel kann Rechnungen problemlos zahlen

Im vergangenen Jahr fühlten sich noch rund die Hälfte der Millennials finanziell abgesichert. Dieser Wert ist nun rasant auf unter einen Drittel aller Befragte zurückgegangen. Bei der Generation Z gibt es derweil nur einen leichten Rückgang.

Um finanziell abgesichert zu sein, muss man auch seine Rechnung ohne Probleme zahlen können. Vor allem Millennials haben Mühe damit und nur ein Drittel der Befragten stimmt zu, alle Lebenshaltungskosten problemlos bezahlen zu können. Auch schätzen die beiden Generationen in der Schweiz ihre zukünftige Finanzlage als weniger optimistisch ein als der weltweite Durchschnitt.

Gen Z und Millennials: Zufrieden im Beruf – besorgt um Lebenskosten
Die finanzielle Lage und Sicherheit der Generationen im Vergleich. Bild: Deloitte AG

Trotz finanzieller Sorgen ist ein hohes Gehalt bei den Schweizer Generationen nicht die grösste Motivation. Viel wichtiger ist für die Befragten eine gute Work-Life-Balance, Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten und das Gefühl, dass ihre Arbeit einen tieferen Sinn hat.

«Dies liegt am hohen Lebensstandard und an der durch flache Hierarchien und offene Kommunikation geprägten Arbeitskultur in der Schweiz. Junge Menschen suchen nach mehr als einer rein finanziellen Sicherheit; sie streben nach beruflicher und persönlicher Erfüllung. Das steht im starken Kontrast zu anderen Ländern, in denen hohe Gehälter für diese Generationen wesentlich wichtiger sind», fasst Michael Grampp von Deloitte zusammen.

Trotzdem bleibe das Leben für die Generationen ein Balanceakt zwischen finanzieller Belastung, gesellschaftlicher Verantwortung und beruflicher Zufriedenheit.

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