
Gundeli-Vertreter wollen Velo-Hochbahn am SBB nicht aufgeben
Leonie Fricker
Eine provisorische Hochbahn soll sicherstellen, dass Velos während der Bauzeit der neuen Margarethenbrücke vom Gundeli ins übrige Basel gelangen. Die UVEK lehnt den Vorschlag ab – sehr zum Unmut der Quartiervertreter.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gundeli-Quartier fordert eine sichere Veloverbindung über die SBB-Gleise während der rund siebenjährigen Baustelle der Margarethenbrücke.
- Die UVEK lehnt eine Machbarkeitsstudie für eine Hochbahn ab und schlägt stattdessen eine Hilfsbrücke neben der Margarethenbrücke vor.
- Quartiervertreter kritisieren fehlenden Dialog und fordern, den Verzicht auf eine Studie oder die Verkehrsführung während der Bauzeit nochmals zu prüfen.
Das Gundeli-Quartier drängt seit Jahren auf eine sichere Veloverbindung über die Gleisfelder beim Bahnhof SBB. Mit dem Bau der neuen Margarethenbrücke ist eine Veloroute geplant, Baustart ist 2034. Bis dahin befürchten Quartiervertreter unsichere Notlösungen oder komplizierte Umwege, um vom Gundeli ins übrige Basel zu gelangen. Zusätzlich könnte die Überbauung Nauentor weitere Behinderungen verursachen.
Hochbahn über den Erdbeergraben
Die Planungsgruppe Gundeldingen und namhafte Quartiervereine wollen sicherstellen, dass Velofahrende während der rund siebenjährigen Baustelle eine praktische Route über die SBB-Gleise vorfinden. Sie schlagen daher eine Machbarkeitsstudie für ein überirdisches Provisorium vor – eine Hochbahn vom Pruntruter-Kreisel zur Viaduktstrasse.
Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission Basel-Stadt (UVEK) lehnt die Finanzierung ab und verweist auf die Margarethenbrücke. «Umfassende Abklärungen» hätten gezeigt, dass Velopasserelle oder -hochbahn «nicht umsetzbar und zielführend» seien, so UVEK-Präsidentin Raffaela Hanauer (Grüne). Stattdessen schlägt die Kommission eine Hilfsbrücke neben der Margarethenbrücke vor.
Grosser ökologischer Fussabdruck
«Eine Hilfsbrücke ist ökologisch bedenklich, verursacht zusätzlichen Lärm und stellt keinen hundertprozentigen Ersatz für eine sichere Veloquerung dar», meint Christian Aeschlimann von der Planungsgruppe Gundeldingen. Ausserdem sei die Ein- und Ausfahrt für Velos während der Bauzeit vermutlich eng und wegen der Tramkreuzung nicht unbedingt sicher. Auch wäre der Bauprozess der neuen Margarethenbrücke besser planbar, wenn der Veloverkehr nicht zusätzlich an der Baustelle vorbeigeleitet werden müsste, sagt er gegenüber Baseljetzt.
Die Quartierorganisation kritisiert weiter, dass ein Millionenprojekt geplant werde, während ein kleiner Kredit für eine «dringend benötigte Umfahrung» abgelehnt wird. Aeschlimann betont, die Hochbahn solle zumindest auf deren Umsetzbarkeit geprüft werden. «Es wäre eine einfache und günstige Lösung», sagt er.
Quartier beklagt fehlenden Dialog
Die UVEK habe die Pläne angesehen und Anliegen der Anwohnenden angehört, «was wir sehr geschätzt haben», so Aeschlimann. Auf Gegenargumente der Verwaltung habe man jedoch keine Stellung nehmen können. «Wir haben einmal mehr den Eindruck, dass die konstruktiven Vorschläge des Gundeli-Quartiers negiert werden.»
Raffaela Hanauer betont, der politische Auftrag bleibe bestehen: «Velofahrende und Zu-Fuss-Gehende sollen während der Bauzeit sicher und komfortabel das Gleisfeld überqueren können.»
Verwaltung sieht Mängel
Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) kritisiert, dass eine Velo-Hochbahn Einschränkungen in der Viaduktstrasse, den Verlust von Parkplätzen und hohe Unterhaltskosten mit sich bringen würde. Auch Fragen zu Statik und technischen Details seien ungeklärt geblieben.
Die Quartiervertreter fordern dennoch, dass der Verzicht auf eine Machbarkeitsstudie überprüft oder erst dann entschieden wird, wenn die Verkehrsführung während der Bauzeit der Margarethenbrücke klar ist.
Entscheiden wird es letztlich der Grosse Rat. Dieser behandelt das Geschäft im Januar 2026 und muss dann über einen möglichen Kredit für eine Machbarkeitsstudie entscheiden.
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TobiBasler
Hört endlich auf die Velofahrer zu vergolden!!