
Hans Murmeli ist KI-Influencer aus Basel: «Er ist frech, aber ein liebes Murmeli»
Giulia Ballmer
Seit sechs Monaten ist der künstlich generierte Hans Murmeli in den sozialen Medien aktiv – und nähert sich den 100’000 Followern. Hans zeigt echte Momente im Leben und das fasziniert die Schweizer Community.
Den Schoggi-Adventskalender nicht schon am ersten Tag komplett zu essen, ist für viele eine Herausforderung – Auch für Hans Murmeli, den Schweizer KI-Influencer, der in den sozialen Medien seit Sommer 2025 seine Runden zieht. Leider hat er schon alle Türchen seines Adventskalenders am ersten Dezember geöffnet und die Schoggi ganz verputzt. Wer kennt’s nicht?
Hans ist ein Bebbi-Murmeli
Hans ist in Basel am Dreispitz geboren und startete von dort seine Influencerkarriere. Hinter dem Murmeli stecken zwei kreative Köpfe: David Abroche und Simon Walti von der Viral Impact Agentur. «Wir haben in den letzten Jahren AI Programme mitverfolgt und haben dazu unser eigenes Projekt entwickelt. So ist Hans Murmeli entstanden», berichten die beiden.
Dass ihr KI-Influencer klar identifizierbar ist, war ihnen sehr wichtig. Ein anderer Aspekt sei der Schweizer Bezug: «Das Murmeltier ist natürlich etwas typisch Schweizerisches, daher ist Hans perfekt.»
Hans erfüllt das Puppy-Phänomen
«Hans ist ein verfressenes, leicht freches und tolpatschiges Murmeltier, aber im Inneren ist er lieb.» So charakterisieren die «Murmeli-Väter» ihn. Den grossen Erfolg die beiden folgendermassen: «Er ist einfach süss und kann sprechen.»
So ein «Puppy-Phänomen», wie es Hans Murmeli ist, fesselt die Zuschauer:innen im Netz, erklärt Medienexperten Matthias Zehnder. Trotz ihres niedlichen Effekts könne eine solche künstliche Figur die Wirkung menschlicher Influencer nicht ersetzen: «Ihr fehlt einfach die Glaubwürdigkeit und die Erfahrung, die ein Mensch hat und die nötig sind, um Produkte wirklich überzeugend bewerben zu können», meint Matthias Zehnder. «Wenn Roger Federer für Sportschuhe wirbt, dann glaube ich ihm, dass diese Schuhe auch wirklich gut sind. Diesen Effekt hat eine künstlerische Figur nicht.»
Obwohl das KI-Murmeltier keine berühmte Persönlichkeit ist, wirkt er sehr menschennahe. «Die Murmeltiervideos sind saisonbezogen. Alles, was im Trend ist, setzten wir um», erklären die Gründer von Hans. Ausserdem wirken die Situationen doch auch so verblüffend echt. «Wir wollen, dass Hans nahe bei uns ist, dass wir seine Situationen nachvollziehen können. Wie zum Beispiel alle Türchen des Adventkalenders auf einmal zu öffnen – Hans tut es – und wir fühlen mit.»
Die Agentur Viral Impact sieht klare Vorteile in KI
«Wir können lokalen Geschäften ermöglichen, Sachen zu produzieren, die budgettechnisch kaum machbar wären», sagt einer der Gründer. Sie sehen auch den geringeren Zeitaufwand als Vorteil: «Ein lokaler Betrieb kann kaum Werbung auf dem Matterhorn machen, das würde viel Geld kosten und einen hohen Zeitaufwand beanspruchen». Ausserdem sind sie unabhängig von einer echten Person: «KI steht immer zur Verfügung».

KI-Videos im Allgemeinen werden dennoch häufig kritisiert. Vor allem, wenn es um die Diskussion über Arbeitsplätze und die Transparenz von KI geht. Auch David und Simon teilen diese Sicht: «Wir wollen die Leute nicht täuschen und wir sind der Meinung, dass echter Content nie wegfallen wird. In Zukunft werden KI-Content und realer-Content gleichzeitig konsumiert werden.» Beim Hans Murmeli ist die Transparenz in Sachen KI gegeben, sagt Medienexperte Matthias Zehnder: «Ethisch vereinbaren kann man es dann, wenn es klar ist, dass es künstlich ist – wenn nicht vorgegaukelt wird, dass es ein echtes Bild ist.»
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Turi
Hans Murmeli ist einfach köstlich!
Badger
Da schafft sich das Newsportal gleich selbst ab.