
«Hass und Ablehnung» nach Coming-out: Allschwilerin Lea Blattner legt Ämter nieder
Baseljetzt
Nach ihrem Coming-out erfuhr die Co-Präsidentin der Jungen EVP, Lea Blattner, Homophobie aus den eigenen Reihen. Am Montag kündigte die Allschwilerin ihren Rücktritt aus ihren politischen Ämtern an.
Im Frühling 2025 outete sich die Co-Präsidentin der Jungen EVP als lesbisch. Am Montag gab sie bekannt, aus dem Präsidium der Jungen EVP Schweiz sowie aus dem Kantonalvorstand der EVP Baselland zurückzutreten. Als Grund nennt die 32-jährige Allschwilerin die Ablehnung, die sie seit ihrem Coming-out in der eigenen Partei erfahren hat.
Hassnachrichten und Mord-Drohungen
Blattner habe auf Social Media seither Hassnachrichten und Drohungen erhalten. Nun sei sie «erschöpft und in Teilen gebrochen», wie sie in einem Statement auf Instagram schreibt. Darin schildert sie, dass die Situation sie stark belaste und auch Auswirkungen auf ihr Sicherheitsgefühl und ihre Psyche nehme. Der Hass habe sich dabei nicht gegen sie als Politikerin, sondern gegen sie als queere Person gerichtet. Sie habe zudem Mord-Drohungen erhalten.
Wie Watson berichtet, habe Blattner zwei anonyme Drohbriefe erhalten, die mutmasslich von einer Kollegin oder einem Kollegen der eigenen Partei stammt. Dagegen will die Noch-Co-Präsidentin Anzeige erstatten.
Seit ihrem Coming-out habe Blattner vom Vorstand der Jungen EVP viel «Unterstützung und Offenheit» erfahren. Innerhalb der Mutterpartei aber habe man kaum auf die Situation reagiert und ihr kaum Unterstützung geboten. Der Rücktritt wird an der Mitgliederversammlung im April formell vollzogen.
EVP sei «Ausmass nicht bekannt» gewesen
Die EVP Schweiz hat am Montagnachmittag in einer Mitteilung Stellung bezogen. Den bereits im Oktober angekündigten Rücktritt nehme die Partei «mit Bedauern zur Kenntnis», heisst es darin. Der Parteileitung sei das «Ausmass und die Heftigkeit» der Vorfälle zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen. Nun wolle die EVP die Situation aufarbeiten.
Den Hass gegenüber Blattner verurteilt die EVP in ihrem Statement. In Absprache mit der Betroffenen wolle man die eingegangenen Nachrichten überprüfen und bei Bedarf weitere Schritte einleiten. «Sollte sich herausstellen, dass es sich bei der anonymen Person tatsächlich um ein EVP-Mitglied handelt, wird die Parteileitung der EVP Schweiz die entsprechende Sektion auffordern, ein Ausschlussverfahren gegen dieses Mitglied einzuleiten», schreibt die Partei. Zudem wolle die EVP Schweiz Blattner bei rechtlichen Schritten im Zusammenhang mit dieser Situation unterstützen.
Auch die Juso Schweiz meldete sich nach dem Rücktritt von Blattner in einer Mitteilung zu Wort. Die Jungpartei fordert, dass die EVP Schweiz die Vorfälle «lückenlos aufarbeitet» und die Queerfeindlichkeit in den eigenen Reihen bekämpft sowie entsprechende Konsequenzen zieht.
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MatthiasCH
Typisch für Parteien mit religiösem Bezug. Einfach nur Heuchelei!
Sonnenliebe
So ein Blödsinn.
Hoschi
Es steht Ihnen nicht zu, zu behaupten, dass es nur Heuchelei sei.
Hampe56
Natürlich zählt nur “Hoschi s” Meinung……
Sonnenliebe
So ist es!
Hoschi
Kommentar gemeldet.
Naefro
Der Mensch ist ein Unwesen