«Hockeygott» Kevin Schläpfer ist zurück an dem Ort, wo für ihn alles begonnen hat
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«Hockeygott» Kevin Schläpfer ist zurück an dem Ort, wo für ihn alles begonnen hat

01.05.2023 06:59 - update 01.05.2023 21:02

Pascal Kamber

Ab 1. Mai arbeitet Kevin Schläpfer offiziell als Sportchef des EHC Basel. Für den 53-jährigen Sissacher ist es eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Mit seinem Herzensklub hat Schläpfer Grosses vor.

Besucht Kevin Schläpfer heute die Kunsteisbahn Margarethen, dann werden bei ihm Erinnerungen wach. Vor über 30 Jahren hat Schläpfer an diesem Ort mit dem EHC Basel seine ersten Spiele als Profi-Eishockeyaner bestritten. Im Sommer 1986 wechselte er vom Nachwuchs des EHC Zunzgen-Sissach ans Rheinknie und bestritt zwei Saisons in der damaligen NLB. Es sollte der Grundstein sein für eine erfolgreiche Karriere als Spieler, die später als Trainer und Funktionär ihre Fortsetzung fand.

Beim Blick auf die alte Holztribüne der Margarethen-Kunsteisbahn sind bei Schläpfer aber nicht nur die tolle Atmosphäre bei Spielen vor vollen Rängen präsent. «Mein Vater sass immer hier und rauchte seine Zigarette. Das wäre heute in einer Halle unvorstellbar», sagt Schläpfer. «Meine Mutter gab mir immer das Essen mit, wenn ich von der Schule oder der Lehre nach Hause kam. Danach fuhren wir hierhin und der Vater verfolgte mein Training, bis es am Abend wieder nach Hause ging.»

Eine zweite Topmannschaft für Basel?

Zuhause ist Kevin Schläpfer auch jetzt wieder. Am 1. Mai tritt der 53-jährige Sissacher, der seit seinem Engagement als Sportchef und Trainer in Biel als «Hockeygott» verehrt wird, offiziell den Posten als Sportchef beim EHC Basel an. Mit seiner Erfahrung will Schläpfer dazu beitragen, dass die Basler den nächsten Schritt machen. In zwei bis drei Jahren soll der Klub in den Top 3 der Swiss League landen. Und irgendwann will Schläpfer mit dem EHC Basel wieder in der höchsten Schweizer Liga mitspielen.

Spitzenfussball wenige Meter neben Spitzeneishockey – geht das überhaupt auf? «Ich sehe den FC Basel oder andere Sportarten nicht als Konkurrenz, sondern als Miteinander», sagt Schläpfer. Er gehe oft an die FCB-Spiele und hoffe, künftig auch die Fussballer hin und wieder in der St. Jakob-Arena anzutreffen. «Am Ende des Tages ist Sport eine gute Sache. Ich bin überzeugt, dass eine Stadt wie Basel das Potenzial für mehrere Topmannschaften hat», sagt Schläpfer.

Das Potenzial ausloten

Damit sein Plan aufgeht, will Kevin Schläpfer ein Netzwerk aufbauen. Der sportliche Erfolg soll dann die Euphorie in der Stadt auslösen. «In der Hockey-Schweiz wissen alle, dass ich mein Herz auch hier in Basel habe. Sie fragen mich immer: Was ist mit Basel? Hier hat es doch Potenzial und eine tolle Infrastruktur», erzählt er. «Viele Leute meinten, ich solle mich bei ihnen melden, wenn ich hier bin. Das mache ich jetzt auch.»

Dieser Herausforderung blickt Kevin Schläpfer zuversichtlich entgegen. Als spannend bezeichnet er auch die Arbeit mit den Junioren. Denn Schläpfer übernimmt beim EHC Basel auch die Führung des Nachwuchs und leitet Fördertrainings. «Für mich als Sportchef ist wichtig, dass ich das Fundament kenne. Ich möchte eigentlich jeden Spieler kennenlernen und wissen: Haben wir einen guten 14-Jährigen? Haben wir einen guten 12-Jährigen?», erklärt Schläpfer.

Sein Fokus liegt aber bei der ersten Mannschaft. Diese kommt am 2. Mai zum ersten Mal zusammen. Danach wird sie zweimal pro Woche auf dem Eis trainieren. Natürlich unter den wachsamen Augen eines hochmotivieren Sportchefs.

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Kommentare

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01.05.2023 05:29

rothue

Freue mich für Hr. Schläpfer. Wieder ein Type in der Region zuhaben mit Sachverstand zur Sache, Emotionen, Ecken und Kanten und viel Empathie.
Wir brauchen Leute die den Sport leben.

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