
Hollywoods harter Kerl Robert Duvall wird 95
Baseljetzt
Mit harten Kerlen kennt sich Robert Duvall bestens aus. In «The Godfather» ist er ein Mafia-Anwalt, in «Apocalypse Now» ein Napalm liebender Kriegsoberst. Am 5. Januar wird er 95 Jahre alt.
Wenige Wochen vor seinem 95. Geburtstag postet Robert Duvall auf Facebook ein kurzes Video von seinem Krafttraining. Darin sitzt der Leinwandveteran auf einem Stuhl und stemmt eine Hantel. Er habe sich für Dreharbeiten immer fit gehalten, schreibt der Schauspieler. Er sei aber nie ins Fitnessstudio gegangen, sondern habe Tennis, Schwimmen oder Reiten vorgezogen.
Seit den 1960er Jahren hatte er über 130 Film- und Fernsehauftritte, darunter in Klassikern wie «The Godfather» (1972) und «Apocalypse Now» (1979).
An der Seite von Adam Sandler und Queen Latifah spielte er 2022 in dem Netflix-Sportdrama «Hustle» mit. Mit Christian Bale drehte er im selben Jahr den Mystery-Thriller «The Pale Blue Eye».
Nominationen und Auszeichnungen
Im hohen Alter heimst Duvall auch noch Nominierungen für Preise ein. In dem Justizdrama «The Judge» (2014) bot er als schwierige Vaterfigur seinem Leinwandsohn Robert Downey Jr. die Stirn. Für diese Altersrolle war er mit 84 Jahren im Oscar-Rennen – zum siebten Mal in seiner Laufbahn.
Die erste Oscar-Nominierung holte er als angenommener Sohn von Vito Corleone (Marlon Brando) und Mafia-Anwalt Tom Hagen in «The Godfather». Die nächste Oscar-Chance kam als durchgeknallter Lieutenant Colonel Kilgore, der in «Apocalypse Now» zu Richard-Wagner-Musik Napalm-Angriffe fliegt, dann für das Melodram «Der Great Santini» (1979) als brutaler Marine-Pilot und Familienvater.
1984 gewann Duvall schliesslich die Trophäe mit der Rolle des alkoholsüchtigen Country-Sängers Mac Sledge in «Tender Mercies» (1983). Im Filmdrama «The Apostle» (1997) spielte er nicht nur die Oscar-nominierte Hauptrolle eines von der Polizei gesuchten Predigers, Duvall war auch als Regisseur, Autor und Produzent an Bord. 1999 kam eine weitere Nominierung für seine Nebenrolle in dem Drama «A Civil Action» (1998) an der Seite von John Travolta dazu.
Vorliebe für Western-Rollen
Er selbst sah sich am liebsten in Western-Rollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in «True Grit» den berüchtigten Banditen Ned Pepper. Ein Millionenpublikum kennt ihn aus der Western-Serie «Lonesome Dove». Leute würden ihn oft nach seiner Lieblingsrolle fragen, schrieb Duvall im vorigen Mai auf Facebook. Er gab die Antwort in einem Video: Es war der Texas-Ranger Augustus McCrae aus der Hit-Serie Ende der 1980er Jahre. Der Dreh sei einer der Highlights seines Lebens gewesen. Für die Serie standen mit ihm Tommy Lee Jones, Diane Lane und Anjelica Huston vor der Kamera.
Als Kind habe er viel Zeit auf der Farm seines Onkels im ländlichen Montana verbracht. Hätte er sich nicht für die Schauspielerei entschieden, wäre er bestimmt Cowboy geworden, erzählte Duvall 2020 im Interview der US-Zeitschrift «Cowboys and Indians».
Sohn einer Militär-Familie
Der im kalifornischen San Diego geborene Sohn eines Admirals zog mit der Familie viel um. Seine Eltern hätten ihn zur Schauspielerei überredet, blickte Duvall 2020 im Interview des Militär-Journals «We Are The Mighty» auf seine Karriere zurück. Er habe an einem kleinen College Drama studiert und dort seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt.
Nach dem eigenen Militärdienst Mitte der 1950er Jahre lernte er in New York am Neighborhood Playhouse sein Handwerk, zeitweise teilte er sich mit Dustin Hoffman eine Wohnung. Auch Gene Hackman (1930 – 2025) zählte damals zu seinen Freunden und Studienkollegen. Nach Broadway-Rollen gab Duvall 1962 sein Filmdebüt an der Seite von Gregory Peck, als Sonderling Boo Radley in dem Rassismusdrama «To Kill a Mockingbird».
Marlon Brando als Vorbild
Sein eigenes Idol war Marlon Brando (1924-2004), mit dem er sich in «The Chase» (1966), «The Godfather» und «Apocalypse Now» die Leinwand teilte. «Er war bahnbrechend», schwärmte Duvall im Interview von «We Are The Mighty». Brando habe die Schauspielwelt umgekrempelt.
Auch mit Tom Cruise habe er gerne gearbeitet, erzählt Duvall. Zusammen standen sie für den Rennfahrerstreifen «Days of Thunder» (1990) und den Kriminalfilm «Jack Reacher» (2012) vor der Kamera.
Vierte Ehe mit Argentinierin
Auf die Frage, worauf er im Leben und in seiner Karriere am stolzesten sei, kam Duvall auf seine vierte Ehefrau Luciana Pedraza zu sprechen. «Wir haben eine schöne Beziehung», sagte er und schwärmte von ihren Kochkünsten und ihrem Martial-Arts-Kampfgeschick.

Seit 2005 ist der kinderlose Schauspieler mit der gebürtigen Argentinierin verheiratet. Am 5. Januar haben sie doppelten Grund zum Feiern: Duvall ist auf den Tag genau 41 Jahre älter als seine Frau. (sda/lef)
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