
Menschliche Blutspuren in Seewen wecken böse Erinnerungen
David Frische
Blutige Tücher und eine Blutlache auf der Strasse geben in der Solothurner Gemeinde Seewen zu reden. Wie kommt das menschliche Blut dorthin? Und von wem stammt es? Das Dorf steht vor einem Rätsel.
Die Meldung der Solothurner Kantonspolizei vom Dienstagnachmittag sorgte in Seewen und in der Region für Verwunderung: Auf der Bretzwilerstrasse seien am Morgen eine grössere Blutlache und mehrere blutgetränkte Tücher festgestellt worden (Baseljetzt berichtete). Die Polizei schrieb weiter, dass «weder ein Verkehrsunfall noch ein anderes Ereignis gemeldet wurde, das die angetroffene Situation erklären könnte». Aus diesem Grund suche sie nun Zeugen. Klar ist einzig, dass es sich um Blut eines Menschen handelt.
Tags darauf sind die Blutspuren an Ort und Stelle immer noch gut sichtbar. Die Solothurner Gemeinde rätselt, wie sie dorthin kommen – und von wem das Blut wohl stammt. Die Polizei fragte bei den umliegenden Spitälern nach – ohne Ergebnis.
Polizei suchte nahegelegenen Weiher ab
Die Bevölkerung in Seewen gibt sich gegenüber Baseljetzt bedeckt. Vor der Kamera will niemand Auskunft geben. Aber im Gespräch mit den Menschen wird deutlich, dass sie das Thema beschäftigt. Offenbar hat die Polizei am Mittwochmorgen noch den Baslerweiher abgesucht, der sich zwischen Seewen und Bretzwil befindet – ganz in der Nähe der Stelle, an der die Blutspuren gefunden wurden. Auf Anfrage sagte die Kantonspolizei Solothurn am Mittwoch, dass es bislang noch keine neuen Erkenntnisse gebe.
Der mysteriöse Blutfund ist nicht der erste Fall in der Geschichte der Gemeinde, der Fragen aufwirft. Im Jahr 1976 schockierte die Ermordung von fünf Menschen die Öffentlichkeit. Das Verbrechen ist bis heute nicht aufgeklärt.
Mitarbeit: Pascal Kamber
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