Mit Freiwilligen gegen Einsamkeit: Der Besuchsdienst des Roten Kreuzes
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Mit Freiwilligen gegen Einsamkeit: Der Besuchsdienst des Roten Kreuzes

25.01.2026 17:38
Shahed Staub

Shahed Staub

Auch nach den Festtagen fühlen sich gerade ältere Menschen oft allein. Das Rote Kreuz Basel bietet mit seinem Besuchs- und Begleitdienst eine Möglichkeit, der Einsamkeit entgegenzuwirken.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es in Basel den Besuchs- und Begleitdienst des Roten Kreuzes. Der Dienst wurde eingeführt, weil Einsamkeit gerade bei älteren Menschen ein wachsendes Problem ist: Familien werden kleiner, Kinder ziehen weg, Freunde sterben – und das soziale Netz schrumpft. «Die normalen staatlichen Strukturen können das oft nicht auffangen, deshalb hat das Rote Kreuz diese Projekte gestartet», sagt Daniel Holler, Leiter des Ressorts Entlastung.

Nicht allein aber einsam

Der Fokus des Projekts liegt auf älteren Menschen im AHV-Alter, die allein leben oder sich einsam fühlen. «Oft merkt man im Gespräch mit einem Freiwilligen, dass jemand schon lange nicht mehr angerufen wurde oder Freunde verloren hat – da ist Einsamkeit da», sagt Holler. Dabei spielt es nicht nur eine Rolle, ob jemand tatsächlich alleine lebt – schon das Gefühl von Einsamkeit kann ein Anlass sein, das Angebot in Anspruch zu nehmen.

Die Treffen werden als sogenannte Tandems organisiert: Ein älterer Mensch wird einem Freiwilligen zugeteilt. «Wenn wir ein Tandem gematcht haben, ist es ihnen überlassen, wie oft sie sich treffen – von wöchentlich bis zweiwöchentlich», sagt Holler. Ziel ist es, soziale Zeit miteinander zu verbringen. Das kann ein gemütlicher Kaffee zu Hause sein, ein Spaziergang, ein Besuch im Zoo oder im Theater. «Es geht vor allem um den sozialen Aspekt, einfach Zeit miteinander zu verbringen», betont Holler.

Mit Freiwilligen gegen Einsamkeit: Der Besuchsdienst des Roten Kreuzes
Julia Dötzer, verantwortlich für das Angebot Besuchs- und Begleitdienst und Daniel Holler, Leiter des Ressorts Entlastung.

Viele Tandems entwickeln über die Jahre enge Beziehungen. «Der Kontakt mit dem Freiwilligen besteht oft über Jahre, auch wenn die ältere Person später ins Pflegeheim zieht – weil sie es wollen, nicht weil sie müssen», erklärt Holler. Manchmal entstehen daraus fast Freundschaften, für beide Seiten bereichernd

Die Freiwilligen sind jedoch keine Therapeuten. Daniel Holler erklärt, dass die Freiwilligen eine Schulung erhalten, etwa zum Umgang mit Nähe und Distanz oder mit belastenden Lebensgeschichten, wobei der Schwerpunkt auf dem freiwilligen Engagement liegt.

Nicht nur auf Deutsch

Besonders in Basel, einem sehr internationalen Kanton, gibt es zusätzliche Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund. Freiwillige, die Italienisch, Portugiesisch oder Ukrainisch sprechen, begleiten ältere Menschen in ihrer Muttersprache. «Wir haben festgestellt, dass das Bedürfnis unterschiedlich ist – die Menschen möchten sich in ihrer Herkunftssprache austauschen können», erklärt Holler.

Aktuell gibt es rund zwölf aktive Tandems, weitere Interessierte stehen auf Wartelisten. «Wir freuen uns über jede Person, die sich als Freiwillige anbietet, und über jede Person, die als Tandempartner kommt», sagt Holler. Besonders für ältere Menschen ist die regelmässige Begegnung oft ein Highlight, das Struktur und Freude in den Alltag bringt.

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25.01.2026 17:33

spalen

ein wichtiger und wertvoller beitrag

2 0

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