Nach tragischem Unfall im St. Johann: Petition für sicheren Schulweg eingereicht
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Verkehrssicherheit
Basel-Stadt

Nach tragischem Unfall im St. Johann: Petition für sicheren Schulweg eingereicht

05.07.2024 12:01 - update 05.07.2024 16:26
Manuela Humbel

Manuela Humbel

Nach dem tödlichen Unfall an der Kreuzung Hüningerstrasse/Elsässerstrasse haben am Freitagmorgen über 50 Anwohner:innen eine Petition eingereicht. 500 Unterzeichnende wollen, dass die Strasse sicherer wird.

Zwei Ampeln stehen auf Grün. An der Kreuzung Hüningerstrasse/Elsässerstrasse zeigt es für die Fussgänger:innen zur gleichen Zeit Grün an, wie für den Strassenverkehr, der von links her kommt. Eine gefährliche Situation, die erst vor einer Woche zu einem tragischen Unfall geführt hat. Ein 11-jähriger Junge wurde dabei von einem LKW erfasst und verstarb. Schon seit 20 Jahren gehen bei den Behörden immer wieder Meldungen darüber ein, wie gefährlich die Situation an dieser Kreuzung ist.

Am Mittwochabend nahm das Quartier Abschied vom 11-Jährigen. Es war ein stiller Gedenkanlass, an welchem mehrere Hundert Personen anwesend waren und Ballons in die Luft steigen liessen. Die Zusammenkunft hatte der Alte Zoll organisiert, die Quartierbeiz im St. Johann, vor welcher sich der Unfall ereignet hatte.

Petition eingereicht

«Für einen sicheren Schulweg», steht auf dem Umschlag, den ein Junge am Freitagmorgen vor dem Basler Rathaus in der Hand hält. Um die 50 Anwohner:innen haben am Freitag eine Petition eingereicht. Über 500 Menschen haben diese unterschieben.

Nach tragischem Unfall im St. Johann: Petition für sicheren Schulweg eingereicht
Christian Moesch (Petitionskommision) und Henning Weiss (Mitinitiant der Petition). Bild: zvg

Die Initiant:innen fordern, dass die Baustellen-Zufahrt von der Elässerstrasse über die Weinlagerstrasse auf die Lysbüchelstrasse umgelegt wird. Zudem wollen sie einen direkten Zugang zu den Grünflächen im Quartier. Bis jetzt seien diese abgesperrt und die Kinder müssten deswegen einen gefährlicheren Umweg über einen weiter entfernten Park auf sich nehmen.

Mehr Freiräume und Sicherheit

Zusätzlich sollten die Pausenplätze Freiräume sein. Beim Lysbüchel Schulhaus sei dies nicht der Fall, obwohl der Kanton Dasselbe fordere. «Dieser Platz ist ab dem Nachmittag und am Wochenende zu», sagt Mitinitiant Henning Weiss. Die Kinder müssten dann einen anderen Ort zum Spielen suchen. «Mit diesen Freiräumen, die man zusätzlich für die Kinder schaffen würde, ist auch dieser Weg in den Park plötzlich nicht mehr so nötig, beziehungsweise nicht mehr notwendig», so Weiss.

Eine weitere Forderung der Petition ist, dass die Kinder über den Beckenweg zum Schulhaus laufen können sollen. Aktuell gehe das wegen des Rückbaus des Parkhauses aber nicht, sagt Weiss. In zwei Jahre folge dann die nächste Baustelle. Die Initiant:innen fordern deswegen, dass die beiden Arbeiten koordiniert und nacheinander umgesetzt werden.

Unfallhergang noch Gegenstand der Ermittlungen

Unfallbrennpunkte wie denjenigen an der Kreuzung Hüningerstrasse/Elsässerstrasse werden in der ganzen Schweiz nach einem einheitlichen Schema beurteilt. Dies erklärt das Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-Stadt (JSD) auf Anfrage von Baseljetzt. Erst, wenn im Umkreis von 50 Metern innert drei Jahren mehrere Unfälle passieren und sich dabei fünf Personen leicht oder drei Personen schwer verletzten, müsse der Kanton handeln.

Ob das JSD nach dem tödlichen Unfall dennoch schon aktiv wird und beispielsweise dafür sorgt, dass nur noch eine Ampel auf Grün umstellt und nicht mehr beide, ist noch nicht klar. Der genaue Unfallhergang sei noch Gegenstand der Ermittlungen der Verkehrspolizei.

Erste Massnahme umgesetzt

Eine erste Massnahme wurde am Freitagmorgen bereits umgesetzt: Die Warnblinker an der Unfallstelle wurden ausgetauscht. «Es handelt sich um eine Sofortmassnahme angesichts des tragischen Unfalls vom vergangenen Freitag», so Daniel Hofer vom Bau- und Verkehrsdepartement auf Anfrage von Baseljetzt.

Weitere Massnahmen werden aktuell geprüft. «Der grössere Signalgeber soll die Aufmerksamkeit des abbiegenden Verkehrs noch mehr auf die Fussgängerinnen und Fussgänger lenken, die gleichzeig Grün haben», ergänzt Hofer. Je nach Resultat der Untersuchungen der Verkehrspolizei, die dem Unfallhergang nachgeht, werden weitere Schritte eingeleitet.

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05.07.2024 21:07

bluewhitedotinthesky

Dieselbe Situation ereignete sich bereits in den 1990er Jahren, nur dass das Kindergartenkind Glück hatte und nicht unter die Räder des Lastwagens kam. Die Kindergärtnerin Frau Graf diskutierte über 12 Jahre mit den Behörden. Erst nach dem Unfall wurde die Schaltung, die jetzt erneut zu dem diesmal tödlichen Unfall führte, angepasst. Es sollte doch abgeklärt werden, weshalb – trotz Kindergarten, Schulweg, Spielplatz/Robinsonspielplatz und Bibliothek – die Schaltung wieder zurückgesetzt wurde. Bei Frau Graf hiess es, dass der Schwerverkehr Priorität vor dem Kindeswohl und Kindesschutz habe.

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