Notre Dame bekommt zwischenzeitlich sechs zeitgenössische Fenster
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Kontroverse
Kultur

Notre Dame bekommt zwischenzeitlich sechs zeitgenössische Fenster

09.12.2025 13:54 - update 09.12.2025 14:58

Baseljetzt

Bis Ende 2026 werden sechs historische Kirchenfenster, die beim Brand beschädigt wurden, durch zeitgenössische Darstellungen der Pfingstgeschichte ersetzt. Die Entwürfe sind im Grand Palais in Paris zu sehen.

Die sieben Meter hohen Kompositionen der Künstlerin Claire Tabouret illustrieren kraftvoll und farbintensiv die Pfingstgeschichte: 50 Tage nach Ostern empfängt die Gemeinde den Heiligen Geist in Feuerzungen – die Geburtsstunde der Kathedrale. Maria erscheint körperlich und ekstatisch, das Haar offen, das Gewand blau. Ein zeitgenössischer Blick auf eine uralte Geschichte.

Kritik von Denkmalschützern

Um das Projekt gab es heftige Kontroversen: Der Widerstand richtete sich nicht so sehr gegen zeitgenössische Kunst an sich, sondern gegen die Entfernung der denkmalgeschützten Fenster, die der französische Architekt Eugène Viollet-le-Duc Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Restaurierung von Notre-Dame einsetzen liess.

Kritiker mahnten, dass der Eingriff heutiger Künstler nicht auf Kosten bestehender Dekore erfolgen dürfe. Zugleich warnten sie davor, dass der Austausch das fein austarierte Lichtspiel in den Kapellen zerstören könnte. Eine Petition zur Bewahrung der historischen Kirchenfenster sammelte fast 300.000 Unterschriften.

Die 44-jährige, international renommierte Künstlerin ist bekannt für ihre Werke in leuchtenden Farben, in denen die Figuren – meist Kinder und Jugendliche – ein Gefühl von latentem Drama erzeugen. Die Entwürfe sind unter dem Titel «D’un seul souffle» (In einem Atemzug) bis zum 15. März zu sehen. (sda/jsa)

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