
Technik-Panne legt Griechenlands Flugverkehr lahm
Baseljetzt
Funkstille im Tower – dieses Horrorszenario erlebten griechische Fluglotsen am Sonntag, als plötzlich keine Kommunikation mehr untereinander und mit den Piloten möglich war.
Das Wichtigste in Kürze
- Totalausfall im griechischen Luftraum: Wegen eines technischen Defekts in den zentralen Funk- und Kommunikationssystemen wurden alle Flüge nach Griechenland umgeleitet; der Betrieb konnte erst nach Stunden schrittweise wieder anlaufen
- Ursache technischer Natur: Ein Defekt an einem Funkmast westlich von Athen gilt als Auslöser. Sabotage und Cyberattacken wurden ausgeschlossen, Fluglotsen kritisieren jedoch veraltete Systeme und mangelnde Investitionen
- Chaos an Flughäfen und internationale Folgen: Der Ausfall traf auch Nachbarländer, während an griechischen Airports tausende Passagiere strandeten; teils mussten Touristen in Hotels zurückkehren, der Normalbetrieb blieb vorerst eingeschränkt
Alle griechischen Flughäfen waren betroffen, sämtliche Flüge Richtung Griechenland wurden umgeleitet. Erst nach mehreren Stunden konnte der Flugverkehr langsam wieder aufgenommen werden.
Nach Angaben der griechischen Behörde für zivile Luftfahrt (HCAA) lag das Problem bei den zentralen Funk- und Kommunikationssystemen der Kontrollzentren für den griechischen Luftraum. Das technische Problem, dessen Ausmass in dieser Form erstmals auftrete, werde weiterhin untersucht, teilte die Behörde mit.
Keine Sabotage, keine Cyberattacke
Sowohl die nationale Behörde für Cybersicherheit als auch der griechische Nachrichtendienst wurden daraufhin aktiv, berichtete der Sender ERTNews. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es einen Defekt an einem Funkmast rund 60 Kilometer westlich von Athen gegeben – die Untersuchungen würden jedoch weiter fortgesetzt. Sabotage an dem Funkmast schloss der Nachrichtendienst demnach aus.
Der Verband der Fluglotsen wiederum schloss eine Cyberattacke aus, erhob jedoch schwere Vorwürfe. «Unsere Systeme sind uralt», sagte Verbandschef Panagiotis Psarros dem Sender ERTNews. Darauf habe die Gewerkschaft der Fluglotsen bereits mehrfach hingewiesen und auch Beschwerde auf EU-Ebene eingelegt.
Auswirkungen international
Die Panne hatte Auswirkungen weit über Griechenland hinaus. Auf Flightradar24, einem Online-Dienst zur Flugverfolgung in Echtzeit, war ein fast leerer griechischer Luftraum zu sehen, während sich in den Lufträumen von Nachbarländern wie der Türkei, Albanien und Bulgarien die Flieger tummelten.
An den griechischen Flughäfen, vor allem den grossen Airports von Athen, Thessaloniki und Heraklion auf Kreta, herrschte Chaos. Gerade Athen verzeichnet auch im Winter viele ausländische Besucher, zudem nutzten die Griechen die Feiertage, um Verwandte und Bekannte zu besuchen.
Touristen zurück ins Hotel
Lautsprecherdurchsagen riefen die Menschenmengen immer wieder zur Geduld auf: Alle Gates seien geschlossen, die Fluggäste sollten warten. Auf Rhodos wurden Touristen zurück in ihre Hotels geschickt, berichteten griechische Medien. Sie sollen nun am Montag zurück in die Heimat fliegen.
Wann der Flugbetrieb sich von dem Totalausfall vollständig erholt, blieb jedoch zunächst unklar. Am späten Sonntagnachmittag konnten am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos vorerst nur halb so viele Flüge abgefertigt werden wie normal. (sda/mik)
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