
Thailand und Kambodscha einigen sich auf Gespräche
Baseljetzt
Nach dem Ausbruch neuer Kämpfe zwischen Thailand und Kambodscha wollen beide Seiten noch in dieser Woche wieder über eine dauerhafte Waffenruhe sprechen.
Darauf einigten sich die beiden Nachbarländer bei einem Sondertreffen der Aussenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Kuala Lumpur. Der Verbund äusserte «ernsthafte Besorgnis wegen der fortgesetzten Spannungen und Feindseligkeiten», die zu bedeutenden Verlusten auf beiden Seiten geführt hätten.
Die neuen Verhandlungen zwischen Thailand und Kambodscha finden am Mittwoch im Rahmen ihres gemeinsamen Ausschusses zu Grenzfragen statt, wie Asean in einer Erklärung des Vorsitzenden mitteilte. Die Aussenminister der Gruppe begrüssten die Einigung, «um die Umsetzung und Verifikation der Waffenruhe zu diskutieren», wie es darin hiess.
Der Grenzkonflikt hatte zuvor im Mittelpunkt des Sondertreffens in Malaysias Hauptstadt gestanden. Daran nahmen auch die Aussenminister Thailands und Kambodschas, Sihasak Phuangketkeow und Prak Sokhonn, teil. Malaysia, das den diesjährigen Vorsitz bei Asean hat, spielt eine zentrale Rolle bei den Vermittlungsbemühungen zwischen Bangkok und Phnom Penh.
Kämpfe gehen in dritte Woche
Die Kämpfe an mehreren Stellen der thailändisch-kambodschanischen Grenze gehen bereits in die dritte Woche.
Beide Länder werfen sich gegenseitig vor, auch zivile Gebiete in dem Grenzkonflikt unter Beschuss zu nehmen. Die Anschuldigungen der Gegenseite werden von beiden Ländern jeweils zurückgewiesen. Hunderttausende Menschen wurden auf beiden Seiten der Grenze vertrieben.
Beide Staaten beschuldigen sich zudem, eine zuletzt geltende Waffenruhe im Gebiet entlang der etwa 800 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zuerst verletzt zu haben.
Davor war es im Juli zwischen beiden Ländern zu schweren Gefechten gekommen; nach einigen Tagen wurde eine Waffenruhe vereinbart. Doch im November wurde die vereinbarte Feuerpause nach einem neuerlichen Grenzvorfall ausgesetzt. Seit dem 7. Dezember hat sich die Lage nach einem Grenzscharmützel nochmals verschärft.
Forderung nach dauerhafter Waffenruhe
«Wir begrüssen die Diskussionen über eine Waffenruhe», sagte Thailands Aussenminister jetzt vor Journalisten in Kuala Lumpur. Der Vorschlag sei von Kambodscha gemacht worden. Ziel müsse es sein, eine Waffenruhe herbeizuführen, die wirklich von Dauer sei, sagte Sihasak.
Die Teilnahme Sihasaks an dem Sondertreffen werde Thailand eine Gelegenheit bieten, seine Position deutlich zu machen, hatte die Regierung in Bangkok zuvor mitgeteilt. Sie wiederholte ihre Forderung, Kambodscha müsse zuerst eine Waffenruhe ausrufen. Ausserdem müsse die Feuerpause dauerhaft sein, und Kambodscha müsse mit Thailand bei der Minenräumung an der Grenze zusammenarbeiten.
Von kambodschanischer Seite hiess es, Kambodscha werde seine feste Position bestärken, «die Differenzen und Dispute durch friedliche Mittel, Dialog und Diplomatie» lösen zu wollen. (sda/daf)
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