
Videos von Schüssen in Minneapolis klären mit auf
Baseljetzt
Die Verbreitung mehrerer Handyaufnahmen von dem tödlichen Einsatz von US-Bundesbeamten in Minneapolis hilft einer Expertin zufolge bei der Aufklärung der Tat.
Es gebe einen «Kampf um visuelle Deutungshoheit», sagte die österreichische Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig, die sich insbesondere auch mit dem Umgang mit Desinformation befasst, der Deutschen Presse-Agentur. Das vorliegende Material stehe deutlich in Kontrast zu der von der US-Regierung verbreiteten Version zum Tathergang.
Der 37 Jahre alte US-Bürger Alex Pretti war am Samstagmorgen (Ortszeit) bei dem Einsatz von Bundesbeamten auf offener Strasse erschossen worden. Das Heimatschutzministerium stellte den Fall als Notwehr dar. Pretti hat sich dieser Darstellung zufolge mit einer Halbautomatikpistole den Beamten genähert. Von der Waffe wurde auch ein Foto veröffentlicht. Dass Pretti diese aber in der Hand gehabt hatte, ist mit den vorliegenden Aufnahmen nicht zu belegen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe «hier argumentativ und inhaltlich folgendes Problem: Sie nutzen Worte, um den Erschossenen Alex Pretti zu diskreditieren, ihn als angeblich gefährlich darzustellen», sagte Brodnig. «Oft wirken aber Bilder eindrucksvoller als Worte. Und man sieht auf den vielfach geteilten Videos, dass dieser Mann nur ein Smartphone in der Hand hielt. Hier ist das Bild die stärkere Botschaft.»
Schnelle Verbreitung von Entsetzen und Betroffenheit
Unmittelbar nach der Tat hatten sich in den sozialen Medien mehrere Videos verbreitet, die von Medien wie dem Sender CNN in den USA, der BBC in Grossbritannien und auch der dpa anhand von Umweltbedingungen und Details verifiziert werden konnten. Die Aufnahmen widerlegen mindestens die Absolutheit der Aussagen der US-Regierung.
«Das Videomaterial ist so deutlich im Kontrast zu den Behauptungen der Trump-Regierung, dass sich schnell Entsetzen und Betroffenheit weltweit ausbreitete», sagte Brodnig. Dass viele Menschen die Einsätze der Bundesbeamten filmen, sei kein Wunder, «weil sie Gewalt befürchten und kein Vertrauen in die offiziellen Quellen des US-Staates haben». Im Fall von Alex Pretti habe die US-Regierung «anscheinend bisher kein Bildmaterial, mit dem sie ihre Behauptungen untermauern könnten», sagte Brodnig. (sda/sih)
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mil1977
Man staunt etwas über den angeblichen Widerstand der “Bevölkerung” gegen die Ausweisung von Kriminellen und Illegalen. Da die Illegalen in den USA kaum üppige Sozialhilfegelder beziehen können wie in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz, müssen sie wohl jede Arbeit annehmen, die ihnen geboten wird. Von daher ist schlüssig, dass diese Bürger/Demonstranten sich dagegen wehren, dass ihnen billige Arbeitskräfte weggenommen werden, mit denen sie bisher umgehen und sie behandeln konnten, wie es ihnen gerade passt.