
Vogel Gryff: Das sind die ersten beiden Frauen in den 3E
Maximilian Karl Fankhauser
Lange wurde gemunkelt, jetzt ist es klar: Mit Emélie Dunn und Anna Svea Grafström Burkhardt treten zum ersten Mal seit Anfang des 17. Jahrhunderts Frauen in die 3E ein. Sie werden am Gryffemähli aufgenommen.
Am vergangenen Freitag liessen die drei Ehrengesellschaften die Katze aus dem Sack: Zum ersten Mal seit längst vergessenen Zeiten werden Frauen in die 3 E aufgenommen.
Anna Svea Grafström Burkhardt wird am Gryffemähli Teil der E. Ehrengesellschaft zum Rebhaus. «Ich komme ja aus Schweden, also für mich ist das auch ein Teil Integration. Ich bin dem Kleinbasel seit 25 Jahren treu. Ich möchte mich auch mehr mit diesem Stadtteil verwurzeln und so gesamthaft mit Basel noch mehr verbunden sein.»
Emélie Dunn wird bei der E. Ehrengesellschaft zum Greifen aufgenommen. «Ich habe auch einen grossen Respekt vor dem Ganzen. Man darf plötzlich ein Teil des Brauchtums sein, der einen so grossen Stellenwert hat auch hier im Stadtteil Kleinbasel. Und das macht mich auch stolz.»
Ein logischer Schritt
Sie seien beide bei der Aufnahme selbst viel weniger nervös gewesen, als am Abend vor den Medienvertretenden. Die Aufnahme sei sehr warm gewesen, sie würden sich gar nicht wie Jeanne d’Arc fühlen, geben die beiden neuen Gesellschaftsschwestern zu Protokoll. Dennoch sei Ihnen bewusst, dass ihre Aufnahme nicht bei allen Mitgliedern nur auf Wohlwollen stossen würde. «Es ist zwar nur eine kleine Minderheit, dennoch kann es unangenehm werden.»
Samuel Müller, Meister der vorsitzenden Ehrengesellschaft zum Rebhaus, ist sich aber sicher, dass es nicht zu grösseren Problemen kommen werde. Man habe die Gesellschaften darauf vorbereitet, woraus auch viele Gespräche entstanden sind. Die meisten davon hätten sich positiv gestaltet. «Aus dem schliesse ich, dass es einen guten Vorgang geben wird am 13. Januar.»
Seit dem 01.01.2018 und der entsprechenden Änderung im Bürgergemeindegesetz hätte man die Statuten der 3E anpassen und Frauen aufnehmen können. Dafür hätte es aber einen Gesellschaftsbeschluss gebraucht. Und in den zwei Folgejahren hätten die 3E aus der Gesellschaft heraus kein Verlangen danach verspürt. Trotzdem sei es nun ein logischer Schritt in der heutigen Gesellschaft.
Keine Galionsfiguren
Die beiden neu aufgenommenen Gesellschaftsschwestern betonen, dass es ihnen nicht darum gehe, Galionsfiguren zu sein. Dass sie momentan noch alleine mit hunderten Gesellschaftsbrüdern sind, störe sie nicht. «Wir waren nicht viele Frauen in meinem Physik-Studium. Ich war die einzige Frau in einer grossen Abteilung, in der ich lange gearbeitet habe,», meint Grafström Burkhardt. Dennoch würden sie sich auch über die eine oder andere Frau freuen. «Aber das ist ein gesellschaftlicher Wandel und der braucht Zeit», findet Dunn.
Alle Teilnehmenden betonen, dass es in den 3E keinen Personenkult gäbe. Deswegen wolle man die Aufnahme der beiden Gesellschaftsschwestern auch nicht grösser aufblasen, als sie eigentlich sei. Da man die Frauen und Männer in den 3E gleich behandeln würde, gäbe es auch keinerlei Änderungen. Kostüme und Larven der drei Ehrenzeichen bleiben also dieselben.
Die beiden Frauen sind voller Vorfreude auf den grossen Tag und wollen ihn in vollen Zügen geniessen.
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