
Wie sicher sind Keller bei einem Feuer? Lälli-Clique gibt Einblicke
David Frische
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana stellt sich vielerorts die Frage der Sicherheit. Auch im Rahmen der Basler Fasnacht: Gerade in engen Cliquenkellern im Untergrund lauern potenzielle Gefahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana wird die Sicherheit von Kellerlokalen neu hinterfragt
- Die Lälli-Clique zeigt, welche Sicherheitsvorkehrungen sie in ihrem Keller trifft
- Offizielle Kontrollen gab es im Lälli-Keller in den vergangenen Jahren nicht, die Clique würde solche aber begrüssen
Die Tragödie in Crans-Montana hat uns vor Augen geführt, wie schnell sich ein Feuer ausbreiten und binnen Sekunden für viele Menschen zur grossen Gefahr werden kann. 40 Menschen mussten in der Silvesternacht im Wallis ihr Leben lassen, über 100 Personen trugen teils schwerste Verbrennungen davon, einige von ihnen sind noch immer in kritischem Zustand. Da stellt sich mancherorts die Frage: Wie sicher ist eine Lokalität im Falle eines Feuers?
Die Stadt Lausanne fordert rund 600 Betriebe auf, ihre Sicherheits- und Brandschutzkonzepte zu überprüfen, wie das Westschweizer Fernsehen RTS am Montag berichtete. Und die geplante Lockerung des Brandschutzes durch die Kantone wird nun auf Eis gelegt.
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Rauchen und Kerzen sind nicht erlaubt
In 49 Tagen ist in Basel Fasnacht. Und in unzähligen Gassen und Winkeln der Stadt öffnen die verschiedensten Cliquenkeller ihre Türen. Diese Lokalitäten sind meist im Untergrund, teils führen schmale Treppen hinab, es kann auch mal eng werden. Wie sicher sind Cliquenkeller im Falle eines Brandes? Diese Frage hat sich nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana auch die Lälle-Clique gestellt. «Zuerst dachte ich: ‹Oje›. Und dann schaute ich, was wir alles für Vorkehrungen in unserem Keller haben», so Kellerchefin Christine Kuhn.
Sie zeigt Baseljetzt den Keller der Clique in der St. Alban-Vorstadt. Es geht eine Treppe hinunter. Im ersten Untergeschoss befindet sich ein Raum mit Platz für rund 50 Personen. Ein zweiter Raum für ebenfalls 50 Personen ist im zweiten Untergeschoss. Der Keller hat zwei Ausgänge: Die Besucher gelangen entweder über den regulären Eingang aus dem Gebäude oder über den Notausgang, der vom ersten Untergeschoss via Toilettenanlage hinauf ins Erdgeschoss führt, wo die Menschen ins Freie kommen.
«Wir haben Löschdecken und Feuerlöscher», so Kuhn. In den beiden Aufenthaltsräumen hängen Sicherheitshinweise und Fluchtpläne. «Und wir machen jedes Jahr eine Begehung mit jedem einzelnen Lälli, vom Binggis bis zum Alt-Gardisten. Da sollten alle wissen, wo es rausgeht.» Zudem gilt im Cliquenkeller ein striktes Rauchverbot, und es dürfen keine Kerzen angezündet werden. Maximal 100 Personen dürfen sich im Keller aufhalten.
Kellerchefin: «Ich fühle mich sicher»
An der Fasnacht geht es im Lälli-Keller eher ruhig zu und her. «Am Nachmittag haben wir Laufkundschaft vom naheliegenden Cortège. Am Abend haben wir Reservierungen für das Abendessen», erklärt die Kellerchefin. Am Montag und Mittwoch seien das vor allem Stammmitglieder, also etwa 85 Personen. Am Dienstag halten sich Gruppen und kleinere Cliquen im Keller auf, die ebenfalls reservieren. «Ich fühle mich eigentlich sicher», so Kuhn.
Seit 2023 ist sie Kellerchefin. In dieser Zeit habe keine Behörde die Brandschutzmassnahmen im Keller offiziell kontrolliert, sagt Kuhn. Bei einem Umbau müsse man sich bei den zuständigen Behörden melden. Kuhn würde eine weitere Kontrolle begrüssen: «Es würde sicher nicht schaden und einem auch die Sicherheit geben, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind.»
«Tragödie von Crans-Montana sensibilisiert zusätzlich»
Für den Brandschutz in Basel-Stadt zuständig ist die kantonale Gebäudeversicherung. Dort zeigt man sich nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana betroffen. «Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer sowie den Verletzten», schreibt Direktorin Veronika Röthlisberger auf Anfrage. «Ebenso sind meine Gedanken bei den Walliser Behörden, die bei der Bewältigung dieser ausserordentlichen Situation im Einsatz stehen.»
Ist der Kanton Basel-Stadt bezüglich des Brandschutzes der Gebäude gut genug aufgestellt? «Die Feuerpolizei vollzieht die schweizweit einheitlichen Brandschutzvorschriften im Auftrag des Kantons Basel-Stadt. Die Feuerpolizei ist der Ansicht, dass der Vollzug der Brandschutzvorschriften im Kanton Basel-Stadt gut funktioniert», schreibt die Gebäudeversicherung weiter. Ob die Cliquenkeller in Bezug auf die Sicherheit nachgerüstet werden müssen, lässt sie offen. «Diese Frage muss die Politik beantworten.»
Beim Fasnachts-Comité heisst es auf Anfrage, dass man für Fragen des Brandschutzes und der Sicherheit in Kellern nicht zuständig sei. «Aus Sicht des Comités nehmen die Fasnachtsformationen die Sicherheit in ihren Kellern schon immer ernst», sagt Sprecher Daniel Hanimann. «Die Tragödie von Crans-Montana hat sicher noch zusätzlich für das Thema sensibilisiert.»
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Hoschi
Es ist sehr wichtig, dass es regelmässige Kontrollen gibt.
snape
Ich denke mir schon dass die Sicherheit ernst genommen wird, sollte jedoch etwas unglückliches passieren und dich ein Feuer ausbrechen kommen mir spontan ein paar Keller in den Sinn in denen ich nicht sein möchte, welche sehr enge Treppen haben und immer Rappelvoll sind.