Verhaftung
International

«Wir haben gelacht und geweint»: Zwei Frauen aus Venezuela zum US-Militäreinsatz

05.01.2026 12:27 - update 05.01.2026 17:39
Shahed Staub

Shahed Staub

In der Nacht auf Samstag griffen die USA Venezuela an und nahmen den inzwischen gestürzten Machthaber Nicolás Maduro fest. Zwei Venezolanerinnen in Basel nehmen die Verhaftung mit Erleichterung auf.

In der Markthalle wird getanzt und gelacht: Es ist Salsa-Nacht. Einmal im Monat findet im Wohnzimmer der Markthalle in Basel die «Salsa in the City» statt – eine Nacht, in der südamerikanisches Flair dominiert. Mittendrin auf dem Tanzparkett sind Yolieth Aubry und ihre Freundin, die ihren Namen aus Angst nicht nennen will.

Yolieth Aubry und ihre Freundin stammen aus Venezuela und erfuhren an diesem Samstagmorgen vom Angriff der USA. Und von der Verhaftung des Präsidenten Nicolás Maduro. «Ich bin mega glücklich, dass sie ihn festgenommen haben», sagt Yolithe Aubry. Sie seien auf die Häuser gestiegen, hätten geschrien, gelacht, geweint. Die Verhaftung sei «die schönste Nachricht von 2026», sagt ihre Freundin.

Venezolanerin: «Nur blablabla, aber keiner hat bisher was gemacht»

Vor über 20 Jahren wanderten die beiden Frauen in die Schweiz aus und liessen ihre Familien in Venezuela zurück – in einem Land, in dem die Presse unter staatlicher Kontrolle steht und verlässliche Informationen rar sind. Dass es im Rahmen des US-Angriffs in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu Explosionen kam, bekamen ihre Angehörigen zunächst gar nicht mit. «Meine Schwester ist dort – sie hat erst davon erfahren, weil ich ihr geschrieben habe. Sie wusste gar nichts», sagt Aubry.

Der venezolanische Machthaber Nicolás Maduro wurde von den USA in einer nächtlichen Kommandoaktion festgenommen und in ein Gefängnis in New York gebracht. Dort soll er sich wegen Drogen- und Waffenschmuggels vor Gericht verantworten. Für die beiden Venezolanerinnen ist die Sache klar: «Maduro ist nicht unser Präsident. Er hat sich die Wahlen gestohlen. Für uns ist er ein Verbrecher.» Die Mehrheit der Bevölkerung habe einen anderen Präsidenten gewollt.

Ob die Festnahme rechtlich haltbar ist, bleibt offen. Für die beiden Freundinnen zählt vorerst nur eines: Maduro ist weg. Sie sind überzeugt, dass die USA den einzigen möglichen Weg für einen Regimewechsel eingeschlagen haben. «Seit 26 Jahren gehen wir auf die Strasse, überall auf der Welt. Nur blablabla – aber niemand hat etwas getan.»

Feedback für die Redaktion

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Dein Kommentar

Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise

05.01.2026 18:44

Lupege

Abwarten, was passiert. Die Hydra hat in diesem Fall erst einen (oder zwei) Köpfe verloren und Trump ist nicht Herkules…. Die Entwicklung ist offen und das venezolanische Volk (in Venezuela) bleibt abwartend, da das Militär zur Zeit Maduro, bzw. der Vizepräsidentin die Unterstützung zugesichert hat. Solange sich da nichts bewegt, ist die Entwicklung völlig offen. Im 2014 verloren bei Demonstrationen einige Menschen das Leben, das hat die Leute vorsichtig gemacht und viele habe es vorgezogen, das Land zu verlassen….

0 2
05.01.2026 11:35

spalen

maduro ist ein verbrecher. keiner weint ihm eine träne nach.
aber was trump macht, wegen öl einen ihm missliebigen präsidenten kidnappen ist genauso widerrechtlich wie putins überfall auf die ukraine.
die ironie ist, dass putin, maduro und trump eigentlich vor ein gericht müssten

2 1
07.01.2026 12:26

skywings2

Absolut richtig.
Es gab und gibt immer MenschenverachterInnen. Leider höseln denen auch immer Willfährige und Fremdgesteuerte nach. Von denen wird es erschreckenderweise immer welche geben. Ja, das ist pesimistisch, aber für mich realistisch.

0 2

Kommentare lesen?

Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.