Zwei Baslerinnen nach Sydney-Attentat: «Wir sind um unser Leben gerannt»
Giulia Ballmer
Am 14. Dezember spielten zwei Baslerinnen am Bondi Beach in Sydney Volleyball. Auf einmal ertönten Schüsse, Massenpanik brach aus. Sie erlebten das Attentat hautnah und erzählen gegenüber Baseljetzt, was sie gesehen haben.
Du hörst Schüsse und rennst durch tiefen Sand davon – ein Albtraum, den die beiden Freundinnen Melanie Khelafi und Jara Ballmer in Australien erlebten. «Wir haben auf der Surferseite des Bondi Beach in Sydney Volleyball gespielt und plötzlich hörten wir es dreimal laut knallen», berichten die zwei gegenüber Baseljetzt.
Melanie und Jara sind beide 20 Jahre alt und in Liestal im Baselbiet aufgewachsen. Seit drei Tagen halten sie sich in Sydney auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Eineinhalb Stunden vor dem ersten Knall waren die beiden Frauen noch auf der Strandseite, auf der das jüdische Fest stattgefunden hatte. Danach wechselten sie die Strandseite und entfernten sich vor allem von der Schussgefahr
- Zu Beginn wussten sie nicht, was geschehen war, und vermuteten ein Feuerwerk.
- Verletzte und Attentäter haben sie nicht gesehen, doch Schussgeräusche und Sirenen triggern die beiden Baslerinnen nun
«Zuerst dachten wir, es wäre ein Feuerwerk»
Wenige Stunden vor dem Knall: «Wir liefen den Park entlang, von dem aus später auch die Schüsse kamen, und badeten am Bondi Beach. Eineinhalb Stunden vor dem ersten Schuss haben wir glücklicherweise den Strand gewechselt, um Beachvolleyball zu spielen. Plötzlich ertönte ein lauter Knall. Es war ca. 19 Uhr, und wir haben uns umgeschaut, weil wir dachten, es wäre ein Feuerwerk.»
Auch andere Personen, die sich am Strand aufhielten, hätten das Knallen als Feuerwerk interpretiert, erzählen sie. Bis sie die ersten Menschen um ihr Leben rennen sahen. «Wir haben so schnell wie möglich unsere Sachen gepackt und sind losgerannt – die Schüsse hörten nicht auf, sie fielen im Sekundentakt», erinnern sich die beiden Baslerinnen.
«Es hat sich wie ein Albtraum angefühlt. Wir konnten im Sand kaum rennen. Es hat sich angefühlt, als würden wir gar nicht vom Fleck kommen. Glücklicherweise hatten wir keinen langen Weg, doch das Adrenalin war hoch.»
«Ich habe an meinem ganzen Körper gezittert»
Dass sich dieses Attentat gegen das jüdische Lichterfest Chanukka gerichtet hat, erfuhren sie erst danach: «Wir wussten nicht, wo die Täter standen und wie viele es waren. Als wir in die Richtung rannten, waren wir immer noch im Ungewissen, ob nicht noch ein weiterer Schütze auf der anderen Seite lauert».
Eine andere Möglichkeit blieb ihnen nicht. «Es war schwierig, weil vorne war das Meer und hinter uns die Schüsse. Die einzige Möglichkeit war, nach rechts zu entkommen.» Mit einem Bus konnten sie dann fliehen und zurück ins Hostel gehen. Herunterfahren war aber nicht möglich: «Ich war so im Stress, wir wussten nicht, ob noch geschossen wird», erzählt Jara. «Ich habe am ganzen Körper gezittert, bis wir im Hotelzimmer ankamen», erinnert sich Melanie.
«Ich erinnere mich an Stress und schreiende Menschen»
Verletzte oder Leichen sahen sie ebenso wenig wie die Attentäter. Stattdessen wurden die Geräusche der Schüsse und Sirenen zum Trigger. «Als wir im Bus waren, kamen die ersten Nachrichten auf den sozialen Medien – als wir dann die Schüsse und Sirenen gehört haben, löste das erneut Schrecken aus.» Sie können die Situation noch immer nicht realisieren. «Es ist extrem surreal.» Weiter berichtet Jara: «Es fühlt sich komisch an, so etwas zu erleben. Weil man solche Attentate immer auf Social Media sieht und denkt, dass man so etwas selbst nicht erlebt.»
«Ich kann mich nicht mehr an vieles erinnern. Nur: Stress, schreiende und rennende Menschen», sagt Melanie gegenüber Baseljetzt.
Ihre Reise in Australien hat erst begonnen und soll auch nicht vorzeitig enden. «Wir probieren, darüber hinwegzuschauen und die Zeit hier trotzdem zu geniessen.»
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mil1977
Es fängt immer klein an. Von Belästigungen und Angriffen über Raub und täglichem muslimischen Kleinterror gegen die einheimischen Bürger bis hin zu grossen Anschlägen. Wie wohl das grosse Finale ausfallen wird.
“a physical altercation on 4 December between a group of youths of Middle Eastern descent and lifeguards at Cronulla beach, following reports of assault of lifeguards and harassment by “young Lebanese men”
(Cronulla riots-Wikipedia)
Freddi1985
schon scheisse. Was so passiert