
Alle Jahre Valeria Balmelli: Das sind die Highlights des Offiziellen 2026
Shahed Staub
Sie kam, pfiff und siegte erneut: Valeria Balmelli gewinnt das «Offizielle» 2026 bereits zum vierten Mal. Und auch darüber hinaus bot der Finaltag im Volkshaus reichlich Spektakel.
Kaum war das Echo der Kanonenschläge des Vogel Gryff verklungen, stand am Samstag bereits der nächste traditionsreiche Anlass auf dem Programm: der Finaltag des «Offiziellen Basler Bryysdrummle und -pfyffe» im Volkshaus. Der Wettbewerb zählt zu den Königsdisziplinen im Basler Vorfasnachtskalender – und das aus gutem Grund: Am Ende des Tages werden mit Maurice Weiss ein neuer Trommelkönig sowie mit Valeria Balmelli die neue (alte) Pfeiferkönigin gekürt.
Alle Jahre Balmelli – dieses Jahr pfiff Balmelli den Marsch «Joung-Bois, gewinnt souverän – und dies obowhl die Titelverteidigerin kein gutes Gefühl hatte: «Ich hatte das Gefühl, dass heute nicht so mein Tag ist, und war sehr kritisch mir mir selbst.» Umso mehr überwiege nun die Freude und Erleichterung.
Die Vorausscheidungen mit insgesamt 379 Teilnehmenden fanden bereits am Donnerstag und Freitag in mehreren Basler Sälen statt. Am Samstag kämpften noch 165 von ihnen um den begehrten Titel des Trommelkönigs beziehungsweise der Pfeiferkönigin.
Auf dem Programm standen die Einzelwettbewerbe, Tambouren und Pfeifer im stetigen Wechsel. Es folgten die Gruppenwettbewerbe der Erwachsenen für Pfeifer und Tambouren, gemischte Formationen – und gegen 23 Uhr schliesslich die Solo-Duos.
Gion Obrist überzeugt bei Jung und Alt
Den Auftakt am Finaltag des «Offiziellen Basler Bryysdrummle und -pfyffe» machten die Binggis bereits früh: Schon um 9 Uhr morgens eröffneten sie den Wettkampftag, am Nachmittag folgte der Final der Jungen. Kaum draussen eingedunkelt, füllte sich der Festsaal im Kleinbasel bis auf den letzten Platz. Die Glocken der Kirche St. Clara schlagen siebenmal – es ist 19 Uhr. Die Handys sind auf lautlos gestellt, die Stifte der Jury wurden nochmals gespitzt: Es ist Crunch-Time am «Offiziellen» 2026: Der Final der «Alten» stand an.
Einer, dessen Startnummer am Finaltag sowohl bei den Jungen als auch bei den Alten zu finden war, ist Gion Obrist. Der Tambour verteidigte seinen Titel als Trommelkönig der Jungen aus dem Vorjahr erfolgreich, bei den Alten erreichte Obrist den starken sechsten Rang. «Das ist super», sagt er zufrieden in den frühen Sonntagmorgenstunden. In diesem Jahr habe er bei den Jungen deutlich mehr Druck verspürt als noch im vergangenen. «Letztes Jahr war ich noch ein Niemand, jetzt kennen mich die Leute.»
Anders sei die Ausgangslage, wenn er bei den Alten antreten könne: «Dort kann ich einfach voll auf Risiko spielen.» Hier habe er die Freiheit, seine Spezialitäten – das Piano und seine Wirbel – voll auszuleben. Und gehe doch einmal etwas schief, sei das kein Drama: «Dann ist das nicht schlimm. Das finden alle super.»
Maurice Weiss mit Trommelkönig-Comeback
Die Einzelkonkurrentinnen und -konkurrenten der Tambourinnen und Tambouren werden in drei Kategorien bewertet: Technik, Rhythmik und Dynamik. Insgesamt können maximal 40 Punkte erreicht werden. Bei den Pfeiferinnen und Pfeifern erfolgt die Bewertung in zwei Bereichen: einer musikalischen Wertung (A-Note) und einer technischen Wertung (B-Note). Pro Juror:in sind dabei maximal 30 Punkte möglich.
Die Bestnote bei den Tambouren der Alten ging an den 24-jährigen Maurice Weiss (Ueli 1876). Weiss zählt zu den bekanntesten Tambouren Basels. Sechs Jahre nach seinem letzten Titel als Trommelkönig im Jahr 2020 konnte er die Jury erneut überzeugen, nun schon insgesamt zum dritten mal. «Es ist einfach schön, diese Freude am Basler Trommeln wieder aufs Feld zu bringen», sagt der frisch gekürte Trommelkönig.
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