
«Am Anfang haben sich fast alle übergeben»: Weihnachtszeit auf hoher See
Valerie Zeiser
Seit Oktober segelt eine 12-köpfige Gruppe aus der Region mit zwei Katamaranen von Sardinien bis in die Karibik und wieder zurück. Die Festtage haben Leiter Dshamiljo Holzapfel und sein Team weit weg von Zuhause verbracht.
Das Wichtigste in Kürze
- Für einmal haben die Seglerinnen und Segler sich an Heilig Abend nicht in den eigenen vier Wänden getroffen
- Am ersten Weihnachtstag ist die Gruppe auf dem Kap Verde angekommen. Geschenke wurden ausgepackt und Lieder gesungen
- «Sobald wir hier gewesen sind und mit Zuhause geschrieben und Fotos geschickt haben, ist es schon etwas schade, nicht dabei zu sein», sagt Skipper Dshamiljo Holzapfel
Viele Menschen kommen an Weihnachten zusammen und verbringen Zeit miteinander. Auch bei Dshamiljo Holzapfel und seinen Freunden ist das so. Für einmal haben sie sich aber an Heilig Abend nicht in den eigenen vier Wänden getroffen. Sondern mitten auf dem Atlantik.
«Dort haben wir etwas Gutes gekocht, zwar nicht spezieller als sonst, aber es hat sich schon irgendwie anders angefühlt», sagt Holzapfel zu Telebasel. Am Abend hätten sie noch Lichter aufgehängt und einen Tannenzweig, den das Team auf Teneriffa gefunden hat.
Mit zwei Katamaranen sind die zwölf jungen Menschen aus der Region Basel seit Oktober auf dem Wasser unterwegs. Baseljetzt hat bereits vor ihrer Abreise berichtet.
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Mit ihrem Projekt Transatlantik wollen sie bis in die Karibik segeln und Ende Mai wieder zurück in der Schweiz sein. Am ersten Weihnachtstag ist die Gruppe auf dem Kap Verde angekommen. Geschenke wurden ausgepackt und Lieder gesungen. Dennoch sei es nicht dasselbe gewesen, so weit weg von Zuhause.
«Für mich hat es sich nicht ganz so schwierig angefühlt, weil man halt so fern ist», sagt Skipper Holzapfel. «Irgendwie hat man wirklich keinen Zugang, ausser man telefoniert oder schreibt mit Zuhause.» Man habe keinen Weihnachtsmarkt, wo man in Stimmung komme. Aber etwas traurig sei es dann doch gewesen: «Sobald wir hier gewesen sind und mit Zuhause geschrieben und Fotos geschickt haben, ist es schon etwas schade, nicht dabei zu sein», sagt Holzapfel.

Die Freude am Abenteuer überwiege aber bei Weitem. Das Leben auf engstem Raum klappe gut, und auch sonst laufe alles nach Plan. Zumindest auf dem Wasser. «Wenn man an Land geht, ist es plötzlich schwierig, sich zu organisieren mit so vielen Leuten», sagt Holzapfel. Alle würden ausströmen und hätten eigene Bedürfnisse. Dann gehe schnell alles vergessen, was auf dem Boot noch nötig wäre für die Gruppe.

Nur die ersten Tage auf dem Meer hätten den meisten von der Gruppe auf den Magen geschlagen. «Gerade in der ersten Überfahrt, als wir von Sardinien nach Menorca gesegelt sind, haben sich abgesehen von drei oder vier Mitgliedern fast alle einmal übergeben.» Danach sei für viele klar gewesen, dass man am Anfang ein Medikament nehmen müsse.
Jetzt erholen sich die Seglerinnen und Segler auf der Kap Verde von den ersten Strapazen. Nach dem Jahreswechsel geht das Abenteuer dann richtig los, wenn sie rund zwei Wochen lang den Atlantik überqueren.
Mitarbeit: Pascal Kamber
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snape
Ist das das gleiche Projekt das mal von Sardinien nach Basel gesegelt ist (oder umgekehrt)?