
Auch Zeglingen sagt Ja zum Projekt «Rü-Ki-Ze»
Giulia Ballmer
Nach Rünenberg und Kilchberg stimmte auch Zeglingen am Montagabend der Prüfung einer Fusion zur Oberbaselbieter Grossgemeinde zu. Der Kredit von 61’000 für das Projekt «Rü-Ki-Ze» ist nun gegeben.
Das Wichtigste in Kürze
- An der Gemeindeversammlung in Zeglingen vom Montagabend wurde die Fusion mit 55 zu 6 Stimmen angenommen
- Auf der Seite der Kritiker heisst es, dass die bereits bestehende Fusion der Schulen nicht geklappt habe
- Über den zukünftige Namen einer fusionierten Gemeinde wird noch viel diskutiert, klar ist: «Rü-Ki-Ze» ist keine Option
Vor etwa zwei Wochen hatten die anderen beiden Oberbaselbieter Gemeinden Rünenberg und Kilchberg ein klares Ja zur Prüfung einer Gemeindefusion gegeben. Dann hiess es nur noch: Warten auf die Abstimmungsergebnisse der Gemeinde Zeglingen, die das Endstück von «Rü-Ki-Ze» bildet.
Am Montagabend an der Gemeindeversammlung waren die Zeglinger fast einer Meinung: Mit 55 Ja-Stimmen wurde die Grundlage für die Fusion geschaffen. Gerade mal sechs Personen konnten sich mit der Prüfung dieser Gemeinde-Hochzeit nicht anfreunden.
Mit der klaren Zustimmung aus Zeglingen ist klar: Der Kredit zur vertieften Prüfung der Fusion ist gesprochen. Pro Gemeinde sind rund 61’000 Franken für verschiedene Arbeitsgruppen vorgesehen.
Ein Rückblick auf die beiden anderen Gemeindeversammlungen in Rünenberg und Kilchberg findest du hier:
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Historische Gemeindeversammlung
Der Zeglinger Gemeindepräsident Fredi Rickenbacher war ob des Abstimmungsresultats nicht überrascht: «Damit habe ich gerechnet, ich bin froh, dass es zu diesem Ergebnis gekommen ist – es ist erfreulich», sagte er gegenüber Baseljetzt. Um über die Zukunft Zeglingens zu entscheiden, waren an der Gemeindeversammlung rund 60 Personen anwesend – ein einmaliger Anblick: «Rund 60 Personen ist für Zeglingen ein schönes Resultat», meint Rickenbacher.
Die Gemeindeversammlung in Kilchberg am 4. Dezember war einstimmig zu Ende gegangen. In Rünenberg gab es 7 Nein-Stimmen. Zusammen mit den Nein-Stimmen aus Zeglingen sind es dann 13 Personen, die die Gemeindefusion nicht unterstützen. Rickenbacher kann die Opposition verstehen: «Es ist eine Veränderung, etwas Neues – und um ehrlich zu sein, darf man auch kritisch sein».
Fusion rentiere sich nur mit mehreren Gemeinden
Einer der Kritiker ist der Meinung, dass das Projekt vorerst weiter ruhen soll: «Der Aufruf wurde jetzt gemacht, vielleicht wollen andere Gemeinden im Oberbaselbiet auch mitmachen», sagt Christian Gosteli aus Zeglingen. Drei Gemeinden seien zu wenig. «Es bräuchte etwa sieben bis acht fusionierende Gemeinden – so könnte man eine Gemeinde Oberbaselbiet machen.» Gosteli kritisiert zudem die bereits bestehende Fusion der Schulen der drei Gemeinden, die aus seiner Sicht ihren Zweck nicht erfülle: «Wir haben im Bericht gesehen, dass wir immer noch viel zu teuer sind, man müsste jetzt Stopp sagen», so Gosteli.
Andere sehen das anders und begrüssen das Projekt: «Das ist die Zukunft der Gemeinden. Unsere kleine Gemeinde würde über die Jahre nicht bestehen bleiben können», äussert sich Marian Wolfsberger zur Thematik. Auch Carmen Grieder aus Zeglingen sieht die Lösung in der Fusion: «Ich war selbst in der Behörde bei der Sozialhilfe, und es war jedes Mal aufs Neue ein Kampf, neue Leute zu finden». Durch den Zusammenschluss sollte man genügend Leute für die Behörde stemmen können.
Das Projekt «Rü-Ki-Ze» soll per Januar 2029 in Kraft treten. «Es ist ein sportliches Ziel, aber es wäre die Idee», sagt Gemeindepräsident Rickenbacher. Bis Ende 2026 soll die vertiefte Prüfung der Fusion abgeschlossen sein.
Der Name «Rü-Ki-Ze» sei keine Option
Es bleibt aber immer noch die grosse Frage, wie die künftige Gemeinde denn heissen würde. Alle drei Dörfer sind sich einig: «Rü-Ki-Ze» soll es nicht werden: «Der Name kratz im Hals», heisst es von der Seite Zeglingen. Von vielen Bewohner:innen wird «Gemeinde am Wisenberg» für gut befunden.
Einige Namensvorschläge der Teilnehmenden an der Zeglinger Gemeindeversammlung für die zukünftige Gemeinde siehst du hier:
Ob die fusionierenden Gemeinden künftig tatsächlich «Gemeinde am Wisenberg» heissen werden, bleibt vorerst offen.
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