
Basler Hirnforscherin gewinnt Louis-Jeantet-Preis
Baseljetzt
Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2026 geht an die Basler Forscherin Fiona Doetsch. Sie hat gezeigt, dass das Gehirn über Reservoirs an Stammzellen verfügt, die aktiviert werden können, um bei Bedarf neue Neuronen zu bilden.
Die Forscherin der Universität Basel widerlegte damit die über ein Jahrhundert gültige Annahme, dass nach der Geburt keine neuen Nervenzellen mehr gebildet werden, wie es in einer Mitteilung der Stiftung Louis-Jeantet vom Donnerstag heisst. Ihre Entdeckungen haben demnach das Verständnis über die Fähigkeit des Gehirns zur Reparatur und Regeneration grundlegend verändert.
Yasmine Belkaid, Generaldirektorin des Institut Pasteur in Paris, erhält zudem den Collen-Jeantet-Preis für translationale Medizin. Die Wissenschaftlerin hat untersucht, wie der Körper mit den Mikroben koexistiert, die auf und in ihm leben. Ihre Forschung konzentriert sich auf sogenannte Barriere-Orte wie Darm, Haut und Lunge. Das dortige Immunsystem muss schädliche Krankheitserreger abwehren und gleichzeitig nützliche Mikroben sowie Nahrungsbestandteile tolerieren. Ist diese Regulierung gestört, können Krankheiten wie Allergien oder Psoriasis entstehen.
Belkaid zeigte, wie das Mikrobiom das Immunsystem «erzieht». Ihr Team fand zudem heraus, dass das Immunsystem alte, in die DNA integrierte Virussequenzen nutzt, um Entzündungen zu kontrollieren und die Gewebereparatur zu fördern. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege für die Entwicklung von Impfstoffen und Ernährungsansätzen zur Stärkung der Immunabwehr, hiess es von der Stiftung.
16 Nobelpreisträger
Die Jeantet-Preise werden jedes Jahr an herausragende Forschende verliehen, die in einem der Mitgliedsländer des Europarates arbeiten. Diese Auszeichnung gehört zu den am besten dotierten in Europa. Jeder der beiden Preise ist mit 500’000 Franken dotiert. Davon sind 450’000 Franken für die Fortsetzung der Forschungsarbeiten bestimmt, 50’000 Franken gehen an die Preisträgerinnen persönlich.
Seit der Schaffung der Louis-Jeantet-Preise im Jahr 1986 wurde der Preis an 109 Forschende verliehen. 16 dieser Preisträgerinnen und Preisträger haben in der Folge den Nobelpreis für Medizin oder Chemie erhalten. (sda/maf)
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spalen
tolle leistung! und hoch verdienter preis!
Hoschi
Glückwunsch.