
Ein Gefängnis ganz plötzlich ohne Insassen: Die Geschichte des Lohnhofs
Lino Klein
Wo heute gediegen gegessen und geschlafen wird, befand bis vor einigen Jahren ein Gefängnis mit über 100 Insassen. Das war aber nicht immer so. Am 29. April 1885 gab es zum ersten Mal seit 25 Jahren keine Häftlinge mehr im Lohnhof.
Der Lohnhof wurde im Jahr 1206 errichtet und war ursprünglich Teil des Augustiner-Chorherrenstifts. Mit der Reformation wurde die Kirche jedoch aufgelöst. Erst im 17. Jahrhundert erhielt das Gebäude seinen Namen, als ein Bauherr den Basler Handwerkern ihren Lohn auszahlte. Der Architekt Amadeus Merian entwarf im Lohnhof ein Gefängnis, in das 1835 die Kantonspolizei einzog.
Ein Gefängnis ohne Insassen
Am 29. April 1885 waren die Bürgerinnen und Bürger von Basel äusserst vorbildlich, denn zum ersten Mal seit 25 Jahren blieben die Zellen des Untersuchungsgefängnisses leer. Es gab keine Insassen.

Von der Zelle zur Brasserie
Im Jahr 1995 wurde der Waaghof beim Bahnhof SBB gebaut, was das Ende der Zeit des Gefängnisses Lohnhof markierte. Daraufhin gründeten Spenderinnen und Spender die Stiftung Lohnhof, um eine alternative Nutzung zu ermöglichen.
Aus der einstigen Haftanstalt entstand das Hotel, das heute unter dem Namen «Au Violon» mit Brasserie bekannt ist. Zudem beherbergt es heute ein Musikmuseum. Der Name ist ein Wortspiel aus dem Französischen, wo «mettre au violon» bedeutet, jemanden ins Gefängnis zu stecken.
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