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Trainerwechsel
FCB

«Es gibt Baustellen, die nicht auf dem Mist des Trainers gewachsen sind»

27.01.2026 07:00 - update 27.01.2026 06:52
Florian Vögeli

Florian Vögeli

Die Entlassung von Ludovic Magnin schlug am Montag hohe Wellen. In der Telebasel-Sendung «FCB Total» hinterfragten die beiden ehemaligen FCB-Spieler Gaetano Giallanza und Adrian Knup Sinn und Zeitpunkt dieser Entscheidung.

Telebasel: Kommt die Trainerentlassung überraschend?

Adrian Knup: Ich hätte in diesem Moment nicht damit gerechnet. Eher schon nach dem Spiel gegen Salzburg, weil das wirklich eine katastrophale Leistung war, vor allem in der ersten Halbzeit. Aber mehr als gegen den FCZ in einem emotionalen Spiel zu gewinnen und einen Rückstand zu drehen, geht in der aktuellen Situation eigentlich gar nicht.

Gaetano Giallanza: Man hat schon ein wenig gespürt, dass die sportliche Führung nach dem Spiel gegen Salzburg wirklich nicht zufrieden war. Aber ich glaube auch, dass der Zeitpunkt speziell ist nach diesem Sieg. Jetzt kommt eine wichtige Woche für den FCB. Wenn man das so betrachtet, ist es überraschend.

Die Chronologie der Trainerentlassung:

Was wurde Magnin zum Verhängnis?

Knup: Sicherlich ist die Entwicklung seit November und Dezember nicht in die Richtung gegangen, die man sich vorgestellt hat. Das haben alle Beteiligten gesagt, auch der Trainer. Zwar ist man seit acht Spielen in der Meisterschaft ungeschagen, aber es gab zu viele Unentschieden. Vor allem wurde zu Hause relativ wenige Tore geschossen. Diese Entwicklung hat man schon länger gesehen. Das war nichts Neues. Aber die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt, wie vom Sportchef gefordert. Darum ist der Zeitpunkt für mich doch einigermassen überraschend.

Im Spiel gegen den FCZ hat die Mannschaft Moral gezeigt. Aber es ist auch deutlich geworden, dass bei weitem noch nicht alles stimmt. Hattest du das Gefühl, dass es unter dem Trainer Ludovic Magnin noch aufwärtsgehen könnte?

Giallanza: Definitiv. Am Schluss haben sie 4:3 gewonnen und Moral bewiesen. Nach 30 Sekunden sind sie in Rückstand gegangen. Das ist nie einfach. Und trotzdem ist man ruhig geblieben. Und ich glaube, Ludo selbst ist auch überrascht, dass er heute entlassen wurde. Er hat ja auch nach dem Spiel gesagt, er habe jetzt ein paar Argumente geliefert. Aber natürlich hat man auch gespürt, dass er unter Druck steht. Natürlich hätte auch Zürich das Spiel gewinnen können, aber schlussendlich hat der FCB gewonnen. Dennoch entlässt die sportliche Führung den Trainer. Jetzt steht sie natürlich unter Druck.

Knup: Die Signale aus der Mannschaft waren eigentlich positiv. Auch in der schwierigen Phase. Man hatte nie das Gefühl, dass Trainer und Mannschaft irgendwie auseinandergehen. Immer kamen Stimmen, die sagten, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Deshalb ist es sicherlich eine mutige Entscheidung der sportlichen Führung. Ich gehe jetzt davon aus, dass sie bereits Gedanken über die Nachfolge gemacht habe. Jetzt muss sehr schnell ein neuer Mann her. Denn die Spiele kommen jetzt Schlag auf Schlag.

Nun folgen wichtige Spiele. Zuerst am Donnerstag gegen Viktoria Pilsen in der Europa League, dann am Sonntag gastiert der Tabellenführer aus Thun im Joggeli und dann kommt bald auch das Cup-Viertelfinale gegen St. Gallen. Das steht viel auf dem Spiel. Ist der Zeitpunkt für diesen Trainerwechsel wirklich der richtige?

Knup: Gut, das war das Argument des FCB im offiziellen Statement. Es stehen ganz entscheidende Spiele vor der Tür. Darum wollte die sportliche Führung jetzt ein Zeichen setzen. Das kann man selbstverständlich so begründen. Man kann es aber auch anders sehen. Mit dem Sieg in Zürich hat sich der FCB nach dem Salzburg-Spiel wieder gefangen und ist aus einer schwierigen Situation herausgekommen. Das wäre auch ein Argument, mit Ludo weiterzumachen. Da gibt es beide Meinungen. Ich habe meine Meinung gesagt. Wenn man nicht vom Trainer überzeugt gewesen wäre, dann wäre eine Trennung vor der Winterpause der richtige Zeitpunkt gewesen.

Giallanza: Ich sehe das auch so. Aber wenn ein Trainer entlassen wird, sieht man erst im Nachhinein, ob es die richtige Entscheidung. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir im Moment noch ein bisschen Zeit gelassen.

YB hat bereits im alten Jahr den Trainer gewechselt. Wirklich gebracht hat das aber nichts…

Giallanza: Wenn die Mannschaft nicht richtig zusammengestellt ist und es irgendwo an Qualität fehlt, dann siehst du einfach keinen Fortschritt. Dann musst du akzeptieren, dass es auch mit einem neuen Trainer nicht einfach so funktioniert.

Knup: Das ist auch ein bisschen die Thematik beim FCB. Es gibt schon einige Baustellen, die nicht auf dem Mist des Trainers gewachsen sind. Zum Beispiel fehlt einfach ein zweiter guter Stürmer neben Albian Ajeti, der in dieser Saison zugegebenermassen Mühe hat. In der letzten Saison hatten wir aber noch Kevin Carlos. Er konnte zumindest eine gewisse Garantie für Tore geben. Das fehlt. Dann fehlt dem FCB seit dem Abgang von Leon Avdullahu nach Hoffenheim eine klare Nummer 6. Das muss man auch ganz klar sehen. In der Innenverteidigung hatten wir fast zu viele Spieler. Jetzt wurde Adrian Barisic abgegeben und dadurch wird es ein bisschen besser. Zudem gibt es auch vielen Aussenspieler auf den Offensivpositionen. Da hat man sechs Spieler für zwei Positionen. Das macht es für den Trainer auch nicht einfach, einzelne Spieler weiterzuentwickeln. Und das wird ihm jetzt vorgeworfen.

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15.02.2026 20:13

Hoschi

aizrs krfülreu

2 1
12.02.2026 17:15

pserratore

🍀❤️💙🍀

1 1
13.02.2026 18:05

pserratore

😍❤️💙🤩

0 1

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