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FCB-Fans kämpfen gegen Verkauf des Stadionnamens

12.02.2024 12:05 - update 12.02.2024 20:31
David Frische

David Frische

«Joggeli für immer»: Die Muttenzerkurve hat am Sonntag mit einer Choreografie klar gemacht, dass sie gegen einen Verkauf des Stadionnamens ist. Der FC Basel zieht diese Möglichkeit in Betracht.

Das Logo, die Clubfarben: Es sind so etwas wie die heiligen Symbole des FC Basel. Für viele Fans gehört auch das Stadion in diese Kategorie: St. Jakob(-Park), oder einfach «Joggeli» ist für viele rotblaue Anhänger fester Bestandteil der Club-Identität.

Der einst so reiche FCB befindet sich bekanntlich in finanziellen Schwierigkeiten. Clubpräsident David Degen dreht jeden Stein um, um Geld zu sparen. Auch ein Verkauf des Stadionnamens an einen Sponsor ist eine Einnahmequelle, die man in Betracht ziehen müsse, wie Degen letzten Dezember in einem Interview mit CH Media sagte. «Der FCB bräuchte diese Einnahmen. Er kann es sich eigentlich nicht erlauben, auf derartige Einnahmen zu verzichten. Aber ob das mit den Fans zu machen ist? Sie sind das höchste Gut des FCB.» 1 bis 2,5 Millionen Franken würde ein Verkauf des Stadionnamens in die FCB-Kasse spülen, so Degen.

FCB-Fans wollen mehr Mitsprache

Die Muttenzerkurve hat ihre Position klar gemacht: Ein Verkauf des Namens ist mit ihr nicht zu machen. Seit einigen Wochen ruft sie die FCB-Fangemeinde dazu auf, den Einstieg eines Sponsors auf dieser Ebene zu verhindern. Am Sonntag untermauerte sie diese Position vor dem Spiel des FCB gegen St. Gallen mit einer Choreografie: «Joggeli für immer» war die Botschaft in grossen Lettern.

Das Ziel? Möglichst viele FCB-Fans sollen der Genossenschaft Stadion St. Jakob-Park beitreten. Dieses Gremium würde über einen allfälligen Verkauf des Stadionnamens entscheiden. Je mehr Fans in der Genossenschaft, umso grösser die Chance, den Namen St. Jakob-Park zu bewahren, so die Hoffnung der Kurve.

Auch die Stadiongenossenschaft braucht Geld

Das Thema liegt also auf dem Tisch – und dort dürfte es die kommenden Wochen und Monate auch bleiben. In finanzieller Hinsicht hat nicht nur der FC Basel, sondern auch die Genossenschaft Stadion St. Jakob-Park durchaus ein Interesse daran, den Namen des Joggeli zu versponsern. Mathieu Jaus, Geschäftsführer der Stadiongenossenschaft, machte bereits vergangenen November im «Penalty-Podcast» von Radio Basilisk klar, dass eine Vermarktung des Stadionnamens «kein Tabu mehr ist». Wenn auch zurzeit nicht aktiv nach einem Sponsor gesucht werde.

Der FC Basel äussert sich am Montag auf Anfrage so: «Wirtschaftlich gesehen bräuchte der Club die Einnahmen einer möglichen Stadion-Partnerschaft dringend. Es wäre beinahe fahrlässig, bei einem entsprechenden Angebot darauf zu verzichten. Aber selbstverständlich ist uns bewusst, dass der Stadionname ein emotionales Thema ist – deshalb müssten wir uns diesbezüglich sicher auch mit den Fans austauschen.»

Die Einnahmen aus einem Namenverkauf würden zu Teilen an den FCB und an die Genossenschaft fliessen. Die Genossenschaft würde damit auch Geld für einen Umbau des St. Jakob-Parks sammeln. Dieser ist unter dem Projektnamen «Stadion+» in Planung. Ein Umbau ist aber nur zu stemmen, wenn sich die Kantone Basel-Stadt und Baselland finanziell beteiligen.

Auch beim Thema «Stadion+» wollen die FCB-Fans mitbestimmen. So setzt sich die Muttenzerkurve für einen Erhalt der Plattform, den Bereich ausserhalb des Stadions hinter dem Sektor D, ein. Die dort stehende Plattformbar solle bei einem Umbau erhalten werden. Der Entscheid darüber fiele – genau: in der Stadiongenossenschaft.

Video-Quelle: Rotblau App

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Kommentare

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12.02.2024 11:47

andreas-boesch

Der volljährige Bürger wird entmündigt! Wir lassen uns unser Stadion nicht nehmen! So stoppt doch einer diesen Degen!

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13.02.2024 05:35

PJPM

Es kann Dir nichts genommen werden, was Dir nicht gehört, was Du als mündiger Bürger zweifellos weisst. Aber Du könntest die Kurve ermutigen, so ca 1.5 Millionen zu sammeln und den Namen St. Jakob (Park) zu kaufen. Jedes Jahr, wohlverstanden….

0 0
12.02.2024 11:44

GLOBA

Ja, der Stadionname «St. Jakob-Park» soll verkauft werden! Ein Vorschlag: «Mustafa Atici-Park»

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