
Gelterkinden entscheidet an der Urne über neues Schulhaus
David Frische
In Gelterkinden ist ein Schulhaus-Neubau für rund elf Millionen Franken geplant. Die Bevölkerung wird darüber abstimmen, ob das Projekt weiterverfolgt wird. Ein entsprechendes Referendum ist zustande gekommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Gegner:innen des Schulhausprojekts «Campus Loggia» sammelten für ihr Referendum 752 Unterschriften
- Sie kritisieren fehlenden Nachweis für zusätzlichen Schulraumbedarf, steigende Verschuldung der Gemeinde Gelterkinden und ein zu stark auf Design ausgerichtetes Projekt
- Die Befürworter betonen den Bedarf an neuem Schulraum und warnen, dass ein Nein den Verlust von rund 400’000 Franken bereits investierter Planungskosten bedeuten würde
Gelterkinden soll ein neues Schulhaus bekommen. Die Gemeinde will das Schulhaus Hofmatt um einen Neubau erweitern und den Pavillon Süd umbauen. Das Projekt «Campus Loggia» soll rund elf Millionen Franken kosten.
Gegen diese Pläne hat ein bürgerliches Komitee das Referendum ergriffen (Baseljetzt berichtete im Dezember). Dieses ist nun zustande gekommen, wie am Dienstag bekannt wurde. Das Gelterkinder Stimmvolk wird also über das Schulhausprojekt an der Urne entscheiden. Wie die Gemeindeverwaltung Gelterkinden gegenüber der «Volksstimme» bestätigt, ist das Referendum mit 752 Unterschriften deutlich zustande gekommen. Nötig gewesen wären deren 440.
Die Projektverantwortlichen begründen den Neubau damit, dass die Baselbieter Gemeinde zusätzlichen Schulraum für drei Primarschulklassen und eine Kindergartenklasse brauchen. Anfang dieses Monats beschloss die Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit von 1,02 Millionen Franken.
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Gegner: Teurer Bau mit Fokus auf Design
Das Referendumskomitee kritisiert die Schulhauspläne scharf. Der zusätzliche Bedarf an Schulraum sei nicht nachgewiesen. Zudem wachse die Verschuldung der Gemeinde Gelterkinden. Das Siegerprojekt «Campus Loggia» (siehe Titelbild oben) fokussiere sich ausserdem nicht darauf, den Pavillon Ost kostenbewusst und zweckmässig zu ersetzen, sondern drehe sich vielmehr ums Design. Die Umsetzung dieses Projekts ist aus Sicht des Referendumskomitees mit Schwierigkeiten und Kostenrisiken verbunden. Das Schulhausprojekt liesse sich günstiger realisieren, ist das Komitee überzeugt.
Pro-Komitee: Nein zum Projekt kostet 400’000 Franken
Im Zuge des angekündigten Referendums gründete sich auch aufseiten der Projektbefürworter:innen ein Komitee, das ebendieses Referendum verhindern wollte. Dass das Projekt «Campus Loggia» nun vors Volk kommt, nehme man «mit Bedauern zur Kenntnis», teilte das Komitee «Zukunft Schulraum» am Dienstag mit.
Man wolle nun der Gelterkinder Bevölkerung im Abstimmungskampf aufzeigen, dass die Gemeinde das neue Schulhaus brauche. Das Pro-Komitee wirft den Gegner:innen des Projekts vor, die Entwicklung der Zahl der Primarschüler:innen unsachgemäss darzustellen. Zudem sei nicht grundsätzlich die Notwendigkeit eines neuen Schulhauses in Gelterkinden umstritten, sondern «lediglich die Art der Ausführung».
Werde der Projektierungskredit an der Urne abgelehnt, müsse man die bisherigen Investitionen von rund 400’000 Franken abschreiben und man müsse von Grund auf neu mit der Planung beginnen, so die Befürworter:innen.
Abstimmung erst im Frühling oder Sommer
Gelterkinden wird am kommenden Abstimmungstermin vom 8. März noch nicht über das Schulhausprojekt «Campus Loggia» entscheiden, wie die «Volksstimme» weiter berichtet. Entweder werde ein separater Abstimmungstermin eingeschoben oder die Vorlage kommt am 14. Juni vors Volk.
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