«Ich spüre meine Füsse nicht mehr»: Dreikönigsschwimmen bei –6 Grad Celsius
Giulia Ballmer
Das traditionelle Dreikönigsschwimmen fand dieses Jahr bei einer Lufttemperatur von minus sechs Grad statt. Hier erfahrt ihr, wie ich mich beim ersten Selbstversuch geschlagen habe.
Rund 50 Personen stellten sich der Kälte und sprangen an diesem Dienstagmorgen in den fünf Grad kalten Rhein. Das hat für viele Basler:innen einen traditionellen Stellenwert. «Seit neun Jahren schwimmen wir am Dreikönigstag», erklärt Marvin Torio Moser, einer der Gründer des Dreikönigsschwimmens im Rhein.
Neben den anderen Mutigen wollte ich selbst meine Grenzen testen. Nur ein Badekleid, ein Handtuch und Kuschelsocken hatte ich dabei. Verglichen mit den erfahrenen Eisschwimmern war das eine erbärmliche Ausrüstung. Direkt zu Beginn habe ich realisiert, dass ich zu wenig warme Kleidung eingepackt hatte.
Jetzt gehts ins Wasser
Nachdem alle im Wasser waren, zog ich meine Jacke als Letzte aus, und eigentlich war ich auch ziemlich demotiviert. Bei einer Lufttemperatur von –6 Grad hat schon allein das Ausziehen der Kleidung und das blosse Stehen in Badekleidung grosse Überwindung gekostet. Nun, das war geschafft – das Schlimmste kam jetzt aber noch: Ich konnte wohl kaum in Schuhen und Socken in den Rhein gehen. Als meine nackten Füsse den trockenen Boden berührten, habe ich direkt angefangen zu frieren. Im Wasser, welches eine Temperatur von fünf Grad aufwies, verschärfte sich das Kältegefühl weiter.
Der erste Moment: Nicht mal so schlecht
Interessanterweise hat es im ersten Moment sehr gut getan. Die Kälte schränkte mich jedoch auch ein. Irgendwie wollte ich so viel sagen, was aber irgendwie nicht ging. Meine ganze Konzentration blieb bei der Kälte, bei den Füssen und beim Atmen. Genuss dabei verspürte ich daher kaum.
Alle anderen Königsschwimmer:innen waren längst am Teeschlürfen. Ich, noch immer stehend im Wasser. Ich bekam Angst. Ich habe meine Füsse nicht gespürt. Sie waren taub. Weiter und tiefer ins Wasser war für mich keine Option. Zudem ist der Rhein als fliessendes Gewässer auch nicht gerade ungefährlich. Deswegen bin ich aus dem Wasser gestiegen. Nur hatte ich das Handtuch nicht bei mir – meine Kollegin musste es mir zuerst bringen.
Schmerzhaftes Nachspiel
Noch zwei Stunden später haben meine Füsse geschmerzt, ich hatte wahnsinnig kalt.
Ob ich das jemals wieder machen würde? Diese Frage ist schwierig zu beantworten. In nächster Zeit werde ich solche Experimente lieber sein lassen. Für ein nächstes Mal würde ich mich besser vorbereiten, sowohl in der Ausrüstung als auch im Kältetraining.
Auch wenn nur meine Füsse richtig im Wasser waren, fühle ich mich erleichtert und glücklich, diese Challenge gewagt zu haben.
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Sonnenliebe
Aus medizinischer Sicht ist es überhaupt nicht mutig, ja sogar gefährlich so unvorbereitet in den Rhein zu gehen.
akjo
Sehr couragiert diese Leute die jetzt im Rhein swimmen gehen. Ich würde nicht mal für 10.000 fr.- ins Wasser gehen …❄️☃️