
Labor zieht drei Produkte mit Konservierungsmitteln aus dem Verkehr
Leonie Fricker
Konservierungsmittel stecken etwa in Lebensmitteln, Kosmetika oder Putzmitteln. Das Kantonale Laboratorium hat mehrere Produkte mit Konservierungsmitteln untersucht – über 80 Prozent der Proben fielen durch.
Damit chemische Alltagsprodukte nicht so schnell verderben, werden ihnen häufig Konservierungsmittel zugesetzt. Diese begegnen uns überall: in Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten, aber auch in Farben oder Reinigungsmitteln. Solange die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden, gelten sie als sicher. Doch bei empfindlichen Menschen oder bei übermässigem Gebrauch können Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen auftreten. In hoher Konzentration sind sie sogar giftig. Und auch nach dem Gebrauch, etwa im Abwasser, stellen sie eine Belastung für die Umwelt dar.
Über 80 Prozent der Produkte beanstandet
Um Klarheit zu schaffen, hat das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt eine Reihe von Produkten mit Konservierungsmitteln genauer unter die Lupe genommen. Ziel der Untersuchung war es, zu prüfen, ob die vorgeschriebenen Konzentrationen der Konservierungsstoffe eingehalten werden, die Kennzeichnungen stimmen und alle Vorschriften befolgt werden.
Das Ergebnis fällt deutlich aus: Von 33 geprüften Produkten wurden 27 beanstandet. Das entspricht über 80 Prozent. In drei Fällen musste sogar ein Verkaufsverbot ausgesprochen werden. Bei den übrigen 24 mussten die Hersteller ihre Produkte nachbessern, auch wenn es sich nicht um gravierende Mängel handelte.
Zu wenig Selbstkontrolle durch Hersteller
«Die hohe Beanstandungsquote zeigt, dass Herstellerinnen ihre Pflicht zur Selbstkontrolle zu wenig wahrnehmen», heisst es im Bericht des Labors. Besonders häufig seien Mängel bei der Gefahrkennzeichnung und in den Sicherheitsdatenblättern festgestellt worden, die oft nicht vollständig an die schweizerischen Vorgaben angepasst seien. Probleme bestünden zudem beim Produktregister des Bundes, das zu einem Drittel nicht aktuell sei – obwohl es im Notfall eine zentrale Rolle spiele.
Positiv hervorgehoben werde hingegen die Kommunikation in der Lieferkette: Hier funktionierten die Abläufe gut, und auch die Vorgaben zu Etiketten und Inhaltsstoffdaten würden mehrheitlich zuverlässig umgesetzt.
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HarterSchanker
Falls es noch niemand gesehen hat: Um welche Produkte handelt es sich?
René Nussbaum
Ich auch.
Welche Produkte sind denn das?