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Mietwohnungsangebot in Basel sank nach Einführung des Mietzinsdeckels drastisch
©Bild: keystone
Statistik
Basel-Stadt

Mietwohnungsangebot in Basel sank nach Einführung des Mietzinsdeckels drastisch

14.12.2025 11:17 - update 14.12.2025 11:48
Giulia Ballmer

Giulia Ballmer

Während der Mietwohnungsmarkt in der Schweiz insgesamt wächst, erlebt Basel das Gegenteil: Das Angebot schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent. Fachleute sehen die Lösung im Hochbau.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Basler Inseratevolumen sank auf rund 12’700 Wohnungen
  • Die Insertionsdauer erstreckt sich in Basel auf etwa einen Monat
  • Durch den Mietzinsdeckel ist das Angebot der Ersatzneubauten in Basel am Einbrechen

Zwischen Oktober 2024 und September 2025 wuchs der nationale Mietwohnungsmarkt: Rund sechs Prozent mehr Mietwohnungen wurden ausgeschrieben. Basel läuft diesem nationalen Trend entgegen und gehört zu den wenigen Schweizer Städten mit einem rückläufigen Mietwohnungsangebot.

Rückgang des Mietwohnungsangebots in Basel

In Basel stellt sich ein Rückgang des Mietwohnungsangebots fest, so die aktuelle Online-Wohnungsindex-Studie. Das Inseratevolumen sank auf rund 12’700 Wohnungen, das sind etwa neun Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist fast so tief wie zu Beginn der OWI-Messungen im Jahr 2015. Die Insertionsdauer sei hingegen überdurchschnittlich lang. In Basel bleiben Mietwohnungen ungefähr 28 Tage inseriert, das ist weit mehr als der Schweizer Durchschnitt mit 24 Tage Vermarktungszeit.

«Der Ersatzneubau ist am Einbrechen»

Für die sinkenden Mietwohnungsangebote in Basel hat Peter Ilg vom Swiss Real Estate Institute zwei Erklärungen. «Mieter bleiben länger in den Wohnungen», das zeigt auch die OWI-Statistik. In Basel werden auf dem Bestandsmarkt elf Prozent weniger Wohnungen wieder vermietet. Ausserdem sieht Ilg eine unstabile Entwicklung der Baugesuche für Wohnungen. «Speziell in Basel bricht der Ersatzneubau stark ein – um 73 Prozent», erklärt der Professor.

Mietwohnungsangebot in Basel sank nach Einführung des Mietzinsdeckels drastisch
Bild: Online-Wohnindex OWI / Peter Ilg
Die Statistik zeigt: Basel fällt aus dem Muster.
Nach Einführung des Mietzinsdeckels (2021) in Basel, sind die Baugesuche massiv eingebrochen (roter Balken in der Statistik).
Hingegen stiegen die Baugesuche in anderen Städte, wie beispielsweise in Zürich. Zürich hat keinen vergleichbaren Mietzinsdeckel wie Basel, der sich direkt auf Ersatzneubauten auswirkt.

Kleine Nachfrage an Mietwohnungen in Basel

Trotz weniger Angebote ist die Vermarktungszeit in Basel-Stadt deutlich länger. «Die Kombination dieser beiden Merkmale weist auf eine schwächere Nachfrage nach Mietwohnungen hin», so Ilg. Bei wenig Angebot wäre eigentlich eine kurze Insertionsdauer zu erwarten. Der Basler Mietwohnungsmarkt sei dadurch entspannter als in anderen Schweizer Städten.

Chur hat die kürzeste Insertionsdauer mit weniger als 15 Tagen. «Offensichtlich sind relativ zu dieser Stadt mehr Mietwohnungen in Basel verfügbar.» In Chur sei deshalb die Wohnungsknappheit am ausgeprägtesten. Besonders kleine 1- und 2-Zimmer-Wohnungen seien sehr beliebt, was mit der Zunahme von Einpersonenhaushalten zusammenhängt.

In die Höhe bauen sei zukunftsorientiert

Um die Angebotslage in Basel wieder steigen zu lassen, brauche es mehr Mietwohnungen: «Es sollte erlaubt werden, mehr in die Höhe zu bauen, das so zu mehr Wohnraum in Ballungsgebieten führt», erklärt Peter Ilg. Nur ein höheres Angebot könne die Mieten langfristig stabil halten oder leicht senken, führt Ilg weiter aus. Investitionen in Wohnraum sei durch die » Basler restriktive Bau- und Zonenordnungen unattraktiv», betont Ilg.

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Kommentare

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14.12.2025 10:27

Fredy66

Das Problem ist aber auch dass wer eine günstige Altbau Wohnung hat nicht mehr eine kleinere Neubauwohnung wechselt. Ich habe es nach über 10 Jahren aufgegeben meine günstige 3 Zimmerwohnung in eine 2 Zimmer umzuziehen da ich nicht einsehe mehrere Hundert Franken mehr Miete zu zahlen für auch wesentlich weniger m2.

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