
So gesund ist Eisschwimmen: Das solltest du wissen, bevor es ins eiskalte Wasser geht
Giulia Ballmer
Der Winter in Basel wird spürbarer und der Rhein lädt zum Eisbaden ein. Gesundheitsexperte Stefan Gadola klärt über Risiken und Chancen auf.
Draussen hat es Minustemperaturen und bei dem einen oder anderen wird das Bedürfnis nach Eisbaden gross. Besonders der Rhein in Basel ist für gewisse Rheinschwimmer:innen auch im Winter beliebt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eisbaden hat bei regelmässigem Eisbaden viele gesundheitliche Vorteile, z.B. stärkt es das Herz-Kreislauf-System und reduziert Entzündungen
- Trotz Vorteile muss man besonders als Anfänger und ungeübte Person aufpassen: Gehe nicht alleine, nicht zu lange und nicht in fliessendes Gewässer
- Den Kopf ins eiskalte Wasser zu tauchen, ist keine gute Idee und kann zu Herzrhythmusstörungen führen
Vorteile von Eisbaden
Der Chefarzt der Rheumatologie und Schmerzmedizin im Bethesda-Spital, Stephan Gadola, erklärt im Gespräch mit Baseljetzt, dass Eisbaden durchaus gesund sein kann. Er betont jedoch, dass Regelmässigkeit eine grosse Rolle spielt. Die positiven Eigenschaften, die das Eisbaden mit sich bringt, gelten bei regelmässigem Kältebaden, der korrekten Durchführung und nicht für einen Einzelfall.
Regelmässiges Eisbaden verbessere die Durchblutung, da der Körper versuche, sich selbst zu erwärmen. «Es kann das Herz-Kreislauf-System stärken, bei richtigem und regelmässigem Baden», erklärt Gadola.
Zudem reduziere es Entzündungen. «Im Rahmen der notwendigen Gewebereparaturen nach einer sportlichen Belastung kommt es zu Entzündungsvorgängen. Das kalte Wasser drosselt dies.» Eisbaden fördert also die Regeneration. Für Sportler:innen kann regelmässiges Eisbaden einen Vorteil erbringen. «Ein Eisbad nach vollbrachter sportlicher Leistung, zum Beispiel ein langes Tennismatch, verbessert die Leistung eines Sportlers am Folgetag», so der Chefarzt.
Eisbaden wirke sich auch positiv auf die mentale Gesundheit aus, da es Stress abbauen und den Tiefschlaf verbessern könne. «Der Körper schüttet Glückshormone aus.»
Das muss man beim Eisbaden beachten
Trotz dieser gesunden Aspekte, bringe das Baden im kalten Wasser auch Gefahren und Risiken. Stephan Gadola erklärt:
Oftmals habe man zudem das Gefühl, dass der Kopf auch unter Wasser muss. Das löse die Tauchreaktion aus. «Wenn der Kopf unter dem Wasser ist, kommt es zu einer Aktivierung des Vagusnervs. Dadurch verlangsamt sich die Atmung und der Puls geht runter.»
Die beiden Reaktionen seien eigentlich paradox: «Einerseits möchte der Körper alles anheizen, Puls und Atmung gehen rauf, und wenn man den Kopf unter Wasser hält, gehen Atmung und Puls runter». Dies könne zu Herzrhythmusstörungen führen und im schlimmsten Fall zu einem Herztod führen.
Dein erstes Mal Eisbaden
Um die Sicherheit während des Eisbades zu gewährleisten, gibt es Punkte, die man beachten muss.
- Besonders Beginnende sollten nicht ins fliessende kalte Wasser: «Das Problem ist, dass die Wärme, die man um sich hat, direkt wegtransportiert wird durch das fliessende Gewässer. Dadurch kühlt man schnell aus», erklärt Gadola.
- Zudem sollte man nicht alleine sein.
- Bei Eisschwimmeranfänger:innen gibt es eine Faustregel, dass man nur so lang im Wasser sein soll, wie dessen Temperatur. Bei einer Wassertemperatur von 10 Grad sollte man nicht länger als 10 Minuten drinnen sein.
- Der Körper kühlt auch nach dem Aussteigen aus dem Wasser vorerst weiter ab, was bei Anfängern und bei übertriebener Länge des Eisbadens sehr gefährlich sein kann
Eisbaden bringt gesundheitliche Vorteile, wenn es korrekt gemacht wird. Jedoch sollte man über die Gefahren informiert sein.
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