
Über 400 prominente Frauen fordern die Freilassung von Aktivistin Zahra Tabari
Baseljetzt
Mehr als 400 prominente Frauen aus aller Welt haben in einem gemeinsamen Brief die sofortige Freilassung der im Iran zum Tode verurteilten Ingenieurin und Aktivistin Zahra Tabari gefordert.
Unterschrieben haben den Brief unter anderem vier Nobelpreisträgerinnen, ehemalige Präsidentinnen sowie Regierungschefinnen. Unter den Unterzeichnerinnen befindet sich auch die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. In dem von der in London ansässigen Organisation Justice for the Victims of the 1988 Massacre in Iran (JVMI) initiierten Brief hiess es, Tabari solle «allein wegen des Hochhaltens eines Banners mit der Aufschrift ‘Frau, Widerstand, Freiheit’ hingerichtet werden».
Bei den Worten auf dem Banner handelt es sich um eine Abwandlung des während der landesweiten Protestwelle 2022 im Iran populären Slogans «Frau, Leben, Freiheit». Die Proteste waren durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam ausgelöst worden.
Viele ehemalige Regierungschefinnen unter den Unterzeichnerinnen
Zu den Unterzeichnerinnen des Schreibens zählen unter anderem ehemalige Präsidentinnen Ecuadors sowie ehemalige Regierungschefinnen Finnlands, Perus, Polens und der Ukraine. Der Fall Tabari zeige den «Terror», dem Frauen im Iran ausgesetzt seien, hiess es darin. Das Land weise «weltweit die höchste Zahl an Hinrichtungen von Frauen» pro Kopf auf. Laut der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights (IHR) wurden im Iran allein in diesem Jahr bereits mehr als 40 Frauen hingerichtet. In iranischen Medien wurde nicht über den Fall berichtet und die Verhängung der Todesstrafe gegen Tabari wurde nicht offiziell bestätigt.
UNO Menschenrechtsexperten mit gemeinsamer Erklärung
Dennoch veröffentlichten auch acht unabhängige Menschenrechtsexperten der Uno am Dienstag eine gemeinsame Erklärung, in der sie fordern, dass der Iran die Hinrichtung «unverzüglich stoppt». Der Fall Tabari zeige «ein Muster schwerwiegender Verstösse gegen internationale Menschenrechtsgesetze in Bezug auf Garantien für faire Gerichtsverfahren sowie die unangemessene Anwendung der Todesstrafe für weit gefasste und unklar definierte Verstösse gegen die nationale Sicherheit», hiess es in der Erklärung. (sda/sih)
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