Vom Abstiegskampf zum Meisterhelden: Die turbulente FCB-Zeit von Marwin Hitz
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Vom Abstiegskampf zum Meisterhelden: Die turbulente FCB-Zeit von Marwin Hitz

14.01.2026 18:47 - update 14.01.2026 19:05
Florian Vögeli

Florian Vögeli

Wenn sich Marwin Hitz im Sommer vom FCB verabschiedet, wird er seit vier Jahren im Dienste des Vereins gestanden haben. Auf einen unerwartet schwierigen Start mit unschönen Nebenschauplätzen folgte die Krönung mit dem Gewinn des Doubles.

Er kam vom Weltverein Borussia Dortmund. Mit der Verpflichtung von Marwin Hitz als neuer Nummer eins landete der FCB im Sommer 2022 einen Transfercoup. Als Deutscher Meister (2008/09 mit Wolfsburg), Pokalsieger (2020/21 mit Dortmund) und Superpokalsieger (2019/20 mit Dortmund) kam Hitz mit viel Erfahrung nach Basel. Dieser Mann weiss, wie man grosse Titel gewinnt. Doch der damals 34-Jährige wurde nicht gerade herzlich am Rheinknie in Empfang genommen.

Der Grund dafür ist sein Vorgänger im Basler Tor. Heinz Lindner konnte keine annähernd vergleichbare Karriere vorweisen und spielte zuvor auch schon für GC in Zürich. Trotzdem war der Österreicher bei den FCB-Fans beliebt. Doch er musste den Posten unfreiwillig räumen. Daraufhin liessen einige Fans dem neuen Torwart ihren Ärger über den Abgang von Lindner spüren.

«Richtig wohl habe ich mich lange nicht gefühlt»

Hitz liess sich nichts anmerken, konzentrierte sich auf seine Leistung und wollte die Sache nicht an die grosse Glocke hängen. Es ist charakteristisch für Hitz, dass er sich nicht in den Vordergrund stellt und möglichst keine Störgeräusche abseits des Fussballplatzes erzeugen will. So ist auch jetzt die frühzeitige Bekanntgabe einzuordnen, dass er seinen Vertrag beim FCB Ende Saison nicht verlängern werde. Somit ist die Sache geregelt und der Verein kann sich frühzeitig um seine Nachfolge kümmern.

Ein Jahr nach seiner Ankunft äusserte er sich im Interview mit Baseljetzt dann zum ersten Mal zu dieser schwierigen Anfangszeit. «Richtig wohl habe ich mich im Stadion lange nicht gefühlt. Das war ein Bauchgefühl. Wenn man beim Einlaufen Dinge zu Ohren bekommt, die eher unschön sind, dann ist das nicht einfach.»

Nicht einfach für ihn dürfte auch die Tatsache gewesen sein, dass Präsident David Degen an einer Medienkonferenz bei den Gründen für den Torhüterwechsel nur einen Grund genannt hat. Nämlich, dass man einen Schweizer Staatsbürger im Tor haben wollte. Ein gestandener Torhüter, der aus der Bundesliga zum kriselnden FCB kommt, hätte doch sicher auch noch mehr Gründe zu bieten als seine Herkunft.

Verabschiedet sich Hitz auf dem Barfi?

Doch Hitz biss sich durch und startete gleich mit einem Ausrufezeichen. Im August 2022 ermöglichte er mit seinen Paraden die erfolgreiche Kampagne in der Conference League, die bis ins Halbfinale führen sollte. In der Qualifikation musste der FCB gegen Bröndby ins Elfmeterschiessen, bei dem gleich drei dänische Schützen scheiterten. Auch im Achtelfinale gegen Slovan Bratislava hexte er den FCB mit zwei gehaltenen Elfmetern eine Runde weiter. Am Ende dieser Kampagne stand dann aber einer der bittersten Momente seiner vier FCB-Jahre. In der letzten Sekunde vor dem Elfmeterschiessen musste er sich Florenz geschlagen geben und den Traum vom Finaleinzug begraben. Beim Gegentreffer traf ihn keine Schuld.

In der Meisterschaft lief es zu dieser Zeit jedoch nicht nach Plan. Er erlebte deshalb die Entlassung von Trainer Alex Frei. Später folgten die Entlassungen von Timo Schulz und Heiko Vogel. Der Oktober 2023 stellte den Tiefpunkt seiner rotblauen Zeit dar. Der FCB stand auf dem letzten Tabellenplatz und war plötzlich mitten im Abstiegskampf. Mit der Ankunft Fabio Celestinis ging es jedoch aufwärts. Dass es aber so steil hinaufgehen würde, hätte er zu diesem Zeitpunkt wohl selbst nicht geglaubt. Denn 19 Monate nach dem Tiefpunkt stemmte er zum ersten Mal in seiner Karriere den Schweizer Meisterpokal in die Luft. Danach folgte gleich auch noch der Cuppokal.

Die Feierlichkeiten auf dem Barfi genoss der heute 38-Jährige sichtlich. Er war ein entscheidendes Puzzlestück für diese Erfolge, nach denen sich die Region seit Jahren sehnte. Nicht nur mit seinen Paraden. Vielmehr mit seiner Person, seiner Erfahrung, seinem Willen, seiner Ruhe, seinem Charakter. Und genau das dürfte dem FCB ab dem Sommer 2026 schmerzlich fehlen. Bis dahin darf sich der Verein aber weiterhin seiner unveränderten Dienste sicher sein. Und vielleicht darf sich Hitz auch mit seinem zweiten Schweizer Meistertitel gebührend auf dem Barfi verabschieden.

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Kommentare

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16.01.2026 12:45

DYBLI

Danke Marwin

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16.01.2026 12:43

Hoschi

14.01.2026 12:42
Sprissli
Gut so Hitz der Witz endlich weg,jetzt sollten sie denn Justin Hammel holen!!

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