
Weitere Proteste in iranischen Millionenmetropolen
Baseljetzt
In den iranischen Millionenmetropolen Teheran und Maschhad kommt es den zweiten Tag in Folge zu Strassenprotesten. Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen.
Unabhängig verifizieren liessen sich die Aufnahmen zunächst nicht. Auch das genaue Ausmass der Demonstrationen war zunächst unklar. Wegen der landesweiten Internetsperre drangen nur noch wenige Aufnahmen nach aussen. Seit mehr als 24 Stunden ist die Bevölkerung vom Rest der Welt abgeschnitten.
In einem von Aktivisten veröffentlichten Video sind Menschenmassen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad zu sehen. Eine Stimme im Hintergrund berichtet von einer angezündeten Moschee. Auf den Aufnahmen sind Brände und chaotische Szenen auf den Strassen zu erkennen. «Tod dem Diktator», ruft die Menge in einem anderen Teil des Videos.
Sicherheitskräfte mit Sturmgewehren
Studierende in der Hauptstadt Teheran berichteten von einer angespannten Sicherheitslage. Auf einer Hauptverkehrsstrasse seien alle zehn Meter Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte mit Kalaschnikow-Sturmgewehren postiert, hiess es im studentischen Newsletter «Amirkabir». Die Sorge vor einer Eskalation der Gewalt war demnach gross.
Unterdessen berichtete der Bürgermeister von Teheran, Aliresa Sakani, vom Ausmass der Unruhen in der vergangenen Nacht. Seiner Darstellung nach wurden bei den Unruhen mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Einrichtungen angezündet. «Mehr als 30 Moscheen gingen in Flammen auf», sagte er in einem von der Nachrichtenagentur Mehr verbreiteten Video. (sda/jab)
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spalen
ich hoffe, dass das iranische volk bald frei sein wird und die vertreter des regimes zur rechenschaft gezogen werden
mil1977
Schachmatt für das Kopftuch!
Eine sehr mutige Frau. Für solche Menschen wäre das Asylrecht eigentlich gemacht.
(stern-schiedsrichterin-aus-iran-bei-schach-wm-verzichtet-auf-kopftuch-und-muss-um-sicherheit-fuerchten)