«Zahl der ambulanten Patienten ist gestiegen»: Basel im Griff der Grippewelle
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Influenza
Region

«Zahl der ambulanten Patienten ist gestiegen»: Basel im Griff der Grippewelle

02.01.2026 06:02 - update 02.01.2026 19:10
Shahed Staub

Shahed Staub

Die Grippewelle trifft Basel weiterhin hart. Über die Festtage suchten zahlreiche Erkrankte die Notfallstationen auf. Sowohl Spital als auch Labor sind stark gefordert.

Schon Anfang Oktober zeichnete sich ab, dass die Grippewelle die Schweiz nicht nur früher, sondern auch heftiger treffen würde. Die entsprechenden Zahlen präsentierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Anfang Dezember: 459 laborbestätigte Grippefälle – mehr als doppelt so viele wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Über die Festtage spitzte sich die Situation in der Region weiter zu. Der Kanton Basel-Stadt verzeichnete 59,59 Influenza-Fälle pro 100’000 Einwohner:innen und lag damit schweizweit an der Spitze, wie die Zahlen des BAG zeigen. Viele suchten eine Arztpraxis auf – doch die meisten von ihnen waren ab dem 23. Dezember geschlossen.

Kantonsspital Baselland führte Maskenpflicht ein

Die direkte Folge der geschlossenen Hausarztpraxen war absehbar: Über die Festtage suchten mehr Menschen ein Spital über die Notfallaufnahme auf. Auf Anfrage von Baseljetzt bestätigt das Kantonsspital Baselland (KSBL), dass die Zahl der ambulanten Patientinnen und Patienten, die wegen Grippesymptomen die Notfallstation aufsuchten, deutlich zugenommen habe. Ähnliches teilte auch die Walk-In-Praxis Medbase am Bahnhof SBB mit. Hauptsächlich seien die Patient:innen mit dem Influenza-A-Virus infiziert gewesen. Genaue Zahlen teilte das KSBL nicht mit.

Trotz der hohen Grippezahlen kann das KSBL auch Positives vermelden: Eine aussergewöhnliche Zunahme der stationären Aufenthalte habe das Spital nicht festgestellt. Auch Ansteckungen mit Covid, Norovirus oder RSV bewegten sich im normalen Rahmen. Aufgrund der hohen Influenza-Infektionen wurde dennoch Mitte Dezember im gesamten KSBL bei Kontakt mit Patientinnen und Patienten eine Maskenpflicht eingeführt.

«Zahl der ambulanten Patienten ist gestiegen»: Basel im Griff der Grippewelle
Im Kantonsspital Baselland gab es über die Festtage alle Hände voll zu tun. Bild: Keystone

Krankheitsbedingte Ausfälle beim Labor Rothen

Die Grippewelle ist dieses Jahr verschoben. Typischerweise liegt sie Mitte Dezember, sodass der grosse Krankheitsansturm über die Feiertage ausbleibt – in diesem Jahr jedoch nicht. Auch das Labor Rothen bestätigt auf Anfrage: «Wir verzeichnen aktuell eine erhöhte Anzahl eingesandter Proben aus den Arztpraxen, was gut mit den Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) übereinstimmt. Für unser Labor bedeutet dies ein erhöhtes Arbeitsaufkommen, auch über die Festtage hinweg.»

Auch im Labor werden überwiegend Influenza A nachgewiesen, was dem saisonalen Muster entsprechen würde, bestätigt das Labor. Dass zusätzlich aber auch Covid-19 weiterhin parallel auftrete, mache «die Gesamtsituation komplexer». Und auch das Labor-Team blieb von der Virenwelle nicht verschont: «Wir spüren zusätzlich die Situation durch krankheitsbedingte Ausfälle bei Mitarbeitenden. Dennoch ist das Labor Rothen organisatorisch und technisch gut darauf vorbereitet und kann alle Proben weiterhin zeitnah und in der gewohnten Qualität bearbeiten. Kapazitätsgrenzen oder Versorgungsengpässe bestehen nicht.»

Vorerst keine Besserung in Sicht

Sowohl das Kantonsspital Baselland (KSBL) als auch das Labor Rothen prognostizieren keine Entspannung zum Jahresbeginn: «Wir gehen davon aus, dass die Influenza-Infektionen in den nächsten Tagen weiter hoch bleiben. Grosse Menschenansammlungen zu den Silvester- und Neujahrsfeierlichkeiten bedeuten auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko», schreibt das KSBL. Danach wird jedoch eine Normalisierung erwartet.

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Kommentare

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02.01.2026 08:05

spalen

zum glück habe ich mich rechtzeitig gegen influenza impfen lassen

5 3
05.01.2026 08:18

MartinS

Ein bisschen Glück braucht es trotzdem, da keine Influenzimpfung 100%-ig wirkt.

0 1
02.01.2026 18:06

Sonnenliebe

Bei uns in der Apotheke?

3 1
03.01.2026 10:12

spalen

ja, in der apotheke. ob bei ihnen jedoch kann ich nicht sagen!

2 1

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