Zu wenige Tore, zu viele Remis: So beurteilt der FCB die erste Saisonhälfte
Florian Vögeli
Viel Einsatz, viel Kontrolle, zu wenig Ertrag: So lässt sich die erste Saisonhälfte des FCB zusammenfassen. Zum Ende der Hinrunde zogen Trainer Magnin, Captain Shaqiri und Vize-Captain Schmid Bilanz.
Der FCB konnte in der Liga seit vier Heimspielen in Folge nicht mehr gewinnen. Zwar ist der FCB auch seit sechs Ligaspielen ungeschlagen, wie Ludovic Magnin nach dem Unentschieden gegen Servette betonte. Doch diese positive Statistik darf bei der Beurteilung der letzten Monate nicht darüber hinwegtäuschen, dass viel zu viele Punkte liegen gelassen wurden. «Wir machen zu viele Unentschieden. Deshalb geht es nicht schnell genug vorwärts», analysiert Magnin.
Mit den letzten Auftritten nicht zufrieden
Magnin fügt hinzu, dass es ihm aber gefalle, dass diese Unentschieden in der Kabine wie Niederlagen aufgenommen würden: «Das zeigt, dass die Mannschaft einen unglaublichen Hunger hat und weiss, dass wir noch nicht so performen, wie wir uns das vorstellen. Das sind nicht unsere Ansprüche!»
In dieser Saison gab es einige Spiele, die der FCB aufgrund seiner Torchancen hätte gewinnen müssen. Sinnbildlich dafür ist das Heimspiel gegen St. Gallen Ende November, in welchem dem FCB trotz bester Torchancen kein Treffer gelingen wollte.
Doch mit den Leistungen in den letzten vier Spielen ist Magnin nicht wirklich zufrieden. «Zum Beispiel bei den Heimspielen gegen Lausanne und Servette haben wir die Spiele zwar mehrheitlich dominiert, aber richtig zwingend sind wir nicht geworden», kritisiert er. «Es war sicherlich nicht alles perfekt, das wissen wir. Aber wir sind überall noch voll dabei», fasst Magnin die letzten sechs Monate zusammen.
Xherdan Shaqiri ist der Meinung, dass das Unentschieden gegen Servette die erste Saisonhälfte widerspiegelt. «Es war ein Auf und Ab, mit wenig Konstanz. Trotzdem sind wir immer noch oben dabei. Wenn du aber Meister werden willst, musst du einfach die Punkte holen», so Shaqiri.
«Normalerweise startet unser Motor in der Rückrunde»
Auch Dominik Schmid ist mit dem Jahresabschluss gar nicht zufrieden. «Ich glaube, wir können nicht zufrieden sein mit diesem Spiel. Vor dem Spiel gegen Servette haben wir angesprochen, dass es auch ein bisschen wegweisend dafür ist, wie wir unsere erste Saisonhälfte einschätzen können. Nach dem Unentschieden stehe ich jetzt hier und muss sagen, dass die erste Saisonhälfte nicht das war, was wir uns vorgestellt haben. Wir müssten eigentlich näher am Tabellenersten sein», bilanziert Schmid. Dennoch hält auch er fest: «Den Anschluss an die Tabellenspitze haben wir aber nicht verloren.»
Shaqiri blickt allerdings auch schon positiv in die Zukunft. Schliesslich hat der FCB zur Saisonhalbzeit im Vergleich zur vergangenen Meistersaison einen Punkt mehr auf dem Konto. «Normalerweise startet unser Motor in der Rückrunde. Das war letztes Jahr ja auch so», sagt ein lächelnder Shaqiri. «Ich hoffe, das ist in dieser Saison auch so. Wir wissen aber auch, dass es eine grosse Herausforderung ist.»
Schmid meint nach insgesamt 30 Spielen, die der FCB in dieser Saison bereits absolviert hat: «Wir werden in der Rückrunde alles daran setzen, dass der Motor dann noch einmal anspringt.»
Kurze, aber wichtige Pause
Ein Motor, der zuerst aber eine Ruhepause braucht. «Ich muss nun einfach runterfahren und sicher zwei, drei Tage ohne Fussball und Sport verbringen. Und dann geht es bald wieder los. Wir haben jetzt eine kurze Pause, können den Kopf durchlüften, Zeit mit der Familie geniessen und dann im neuen Jahr noch einmal angreifen», sagt der Vize-Captain, der mit 2’478 Spielminuten noch vor Torhüter Marwin Hitz die meiste Zeit auf dem Rasen verbracht hat. Einzig das Europa-League-Spiel gegen Bukarest hat der 27-Jährige verpasst.
«Das grösste Kompliment, das ein Spieler von seinem Trainer bekommen kann, ist viel Einsatzzeit zu bekommen. In den letzten vier englischen Wochen habe ich alle neun Spiele gespielt. Ich bin stolz, dass ich das durchziehen konnte», so Schmid. Auch wenn es ihm physisch und psychisch gut gehe, ist er froh, jetzt ein wenig durchatmen zu können.
«Das war ein hartes Programm», sagt auch Magnin. Nun haben die Protagonisten zehn Tage Erholung vor sich, bevor es mit der Vorbereitung weitergeht. «Und dann starten wir nächstes Jahr wieder mit frischeren Beinen und vor allem auch mit einem frischen Kopf», so Magnin.
Vom 2. bis 10. Januar sollen im Trainingslager in Marbella die Weichen für die zweite Saisonhälfte gestellt werden.
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Hoschi
Einfach richtig und wichtig, dass Ludo bleibt.
Hoschi
Ja und im neuen Jahr wird es sicherlich besser, hopp fcb.