Zwischen Sympathie und Sorge: Wie jüdische Studierende die Pro-Palästina-Demo erlebten
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Universität Basel
Basel-Stadt

Zwischen Sympathie und Sorge: Wie jüdische Studierende die Pro-Palästina-Demo erlebten

19.05.2024 17:30 - update 20.05.2024 15:28
Larissa Bucher

Larissa Bucher

Angesichts der Proteste an der Uni Basel kämpfen jüdische Studierende mit komplexen Emotionen. Zwischen Solidarität und Sicherheit suchen sie ihren Platz in einer vielschichtigen Debatte.

Während die Demonstrierenden am Montag vor dem Bernoullianum der Universität Basel Fahnen schwenken und Parolen rufen, stehen jüdische Studierende abseits und beobachten die Szene mit gemischten Gefühlen. Sie wirft Fragen auf – zur eigenen Identität, Solidarität und Sicherheit. Auch Finn* und Hannah* stellen sich solche Fragen: Einerseits haben sie eine starke Sympathie für das palästinensische Leid und die Unterstützung für Menschenrechte. Andererseits stehen Ängste und historische Wunden im Raum, die durch bestimmte Rhethoriken und Symbole vor Ort wieder aufgerissen werden.

Baseljetzt hat mit zwei jüdischen Studierenden darüber gesprochen, wie sie die Besetzung an der Uni Basel erlebt haben.

Baseljetzt: Ihr habt an der Besetzung der Uni Basel nicht aktiv teilgenommen. Wie habt ihr die Stimmung von Aussen wahrgenommen?

Finn: Ich habe «nur» Bilder und Videos gesehen. Das reicht für mich nicht aus, um die Frage zu beantworten.

Hannah: Ich kann dies nicht beurteilen, da ich mich absichtlich von der Besetzung ferngehalten habe.

Welche Gefühle und Gedanken hat der Protest bei euch ausgelöst?

Beide im Gespräch: Der Protest hat viele Gefühle auf einmal ausgelöst: Angst, Wut, Trauer, Hilflosigkeit und auch Sorge um die Zukunft. Es war überwältigend, diese Mischung an Emotionen zu erleben, da die Situation so unberechenbar und bedrückend war. Aber vor allem hat es gezeigt, dass viele Menschen, welche sich als tolerant gegenüber Minderheiten und anderen Meinungen verstehen, dies überhaupt nicht sind. Der Protest in Basel war nichts Aussergewöhnliches. Man bekommt ständig Updates von vielen Protesten in ganz Europa. Seit Beginn der Besetzungen in den USA häufen sich Meldungen von Antisemitismus, Gewalt und Einschüchterung, vor allem gegenüber jüdischen Menschen oder auch allen, welche von den Protestierenden als «Zionisten» gelabelt werden. Ob dies in Amsterdam, New York oder Lausanne geschieht, spielt dann gar keine grosse Rolle.

Seit ihr besorgt, dass es auch in Basel zu Antisemitismus, Gewalt und Einschüchterungen kommt?

Beide im Gespräch: Die Protestierenden in Basel dürfen sich nicht wundern, wenn wir davon ausgehen, dass solche Dinge auch hier geschehen werden. Es mag sein, dass die Basler Studierenden ganz anders denken und nie grenzüberschreitende Dinge tun würden. Doch wie sollen wir das wissen? Es distanziert sich nämlich niemand von problematischen Parolen. Da hilft es leider nicht, offiziell gegen Antisemitismus und stolz auf eine jüdische Sprecher:in zu sein, wenn man gleichzeitig mit Intifada droht, Terrorist:innen verherrlicht und Sorgen der jüdischen Community nicht ernst genommen werden. Dies zeugt entweder von Ignoranz oder von Scheinheiligkeit sowie von einer fortlaufenden Radikalisierung.

Intifada

Intifada bedeutet „Erhebung“ oder „Aufstand“ und bezieht sich auf die palästinensischen Volksaufstände gegen die israelische Besatzung. Es gab zwei bedeutende Intifadas: die erste begann 1987 und dauerte bis 1993, und die zweite begann im Jahr 2000 und dauerte bis etwa 2005. Beide Aufstände waren geprägt von weit verbreiteten Protesten, zivilen Unruhen, Gewalt, Todesfällen und hatten tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben in der Region und die politischen Verhältnisse zwischen Israelis und Palästinensern.

Gibt es einen bestimmten Moment, der euch besonders «eingefahren» ist?

Finn: Ja, ein Programmpunkt für den Nachmittag der Räumung. Es handelte sich um einen Filmnachmittag, bei dem eine Doku zu Leila Khaled gezeigt wurde. Leila Khaled war Gründerin der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas, Anm. d. Red.) und hauptverantwortlich für den Tod von 47 Menschen beim Flugzeugabsturz von Würenlingen 1970. Ist das jetzt Terrorverherrlichung? Ich weiss es nicht, aber wie soll ich das auch einschätzen? Es geht wieder um den vorher erwähnten Punkt der Distanzierung: Auch in Basel solidarisierte man sich mit dem Protest in Amsterdam, wo jüdische Studierende brutal angegriffen wurden. Oder mit Bern, wo die Hamas-Verherrlichung eines nun entlassenen Professors in keinster Weise kritisiert wurde. Auch dies ist ein Zeichen von Radikalisierung. 

Hannah: Die Besetzer haben mitterweile mehrere Statements veröffentlicht. Unter anderem beschweren sie sich, sie seien «Guilty till proven innocent» – also schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist. Das finde ich nicht berechtigt. Wer eine Doku zu einer Terroristin zeigt und sich nicht distanziert, darf sich nicht wundern, wenn solche Schlüsse gezogen werden. Dann gab es die Behauptung (der Protestierenden an die Öffentlichkeit) «ihr macht jüdischen Personen Angst». Man ist sich der Kritik also durchaus bewusst. Trotzdem hinterfragt man sich nicht weiter: Nur, weil einige wenige jüdische Studierende bei der Besetzung mitmachten, ist die Angst der grossen Mehrheit jüdischer Personen in Basel, der Schweiz und Europa nicht berechtigt und das Thema damit beendet? Das ist schlicht falsch.

Darüber hinaus ist es problematisch, dass das Aussprechen des Kiddusch (jüdischer Segensspruch) am Freitagabend als Versuch angesehen wird, die Situation zu verbessern oder zu zeigen, dass es nicht um Religion geht. Es wirkt heuchlerisch, insbesondere angesichts der Verwendung der Begriffe wie «Intifada» oder Slogans wie «From the River to the Sea». Diese Handlungen stehen im Widerspruch zueinander und können nicht einfach durch eine symbolische Geste ausgeglichen werden. Des Weiteren stellt sich die Frage, warum die jüdischen Studierenden oder Gemeinden in Basel nicht zu diesen Veranstaltungen eingeladen wurden. Dies zeigt erneut ein mangelndes Durchdenken der Situation und eine unzureichende Berücksichtigung der Bedürfnisse und Perspektiven aller beteiligten Gruppen.

Könnte man also sagen, dass ihr die Pro-Palästina-Bewegung und die Gruppierung, die die Demo in Basel organisierte, nicht unterstützt?

Finn: Der Interessenskonflikt ist hierbei nicht so gross, wie viele vielleicht meinen könnten. Die Einseitigkeit, das Fehlen jeglicher Selbstkritik und die Verherrlichung von Gewalt sind aber bei der Mehrheit der Aktivist:innen so stark, dass eine gewisse Sympathie komplett verschwindet. Die Ignoranz des 7. Oktobers und der Vereinheitlichung von 76 Jahren auf ein «wir sind die Guten» und «die Anderen sind die Bösen» zeugt von dieser extremen Einseitigkeit. Das ist nicht wissenschaftlich.

Hannah: Ja, ich unterstütze die Pro-Palästina-Bewegung und die Gruppe, die die Demo in Basel organisierte, nicht. Obwohl ich die freie Meinungsäusserung und den Diskurs sehr schätze, empfinde ich diese spezielle Gruppe als aggressiv und wenig wissenschaftlich fundiert. Vieles von dem, was sie propagieren, ist schlichtweg falsch. Es ist einfach, dem Mainstream zu folgen, aber für mich ist eine überzeugende aktivistische Gruppe eine, die sich gründlich mit dem Thema auseinandersetzt und nicht nur Parolen anderer Bewegungen nachplappert.

Was werft ihr den Demonstrierenden in Bezug auf die Kommunizierung ihres Anliegens vor?

Hannah: Ich glaube, dass viele Menschen, die sich an diesen Demonstrationen beteiligen, nicht tiefgehend über die Thematik informiert sind. Der Nahostkonflikt ist selbst für Expert:innen, die sich jahrelang damit beschäftigen, komplex und schwer zu durchdringen. Daher bezweifle ich, dass man sich in den wenigen Monaten seit dem Wiederaufkommen des Themas im Oktober ausreichend Kenntnisse erworben haben kann, um fundiert Stellung zu beziehen.

Die einseitige Berichterstattung und das Weglassen von Informationen darüber, wie die Angriffe der Hamas auf Israel, stattgefunden haben – Ziel war es, möglichst viele israelische Zivilist:innen zu töten, zu misshandeln und zu entführen – beweist für mich die fehlende Objektivität und fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik.

Hast du eine Art «inneren Konflikt», dass du dich zu Israel zugehörig fühlst, aber gleichzeitig die Gewalt in Gaza nicht unterstützt?

Beide im Gespräch: Sicher. Wir fühlen uns Israel zugehörig, und dieses Gefühl hat sich seit Kriegsbeginn nur verstärkt. Da haben die vielen Proteste aber sicher mitgeholfen. Wir müssen und wollen nicht eine Regierung unterstützen, welche wir nicht gewählt haben. Aber wir wollen –  und in gewisser Hinsicht müssen wir –  einen Ort unterstützen, welcher für uns immer ein Safe Space sein wird, ganz unabhängig von einem Krieg. Je mehr Antisemitismus es in Europa und der Welt gibt, desto mehr werden sich jüdische Menschen zu Israel zugehörig fühlen. Israel wurde schliesslich aufgrund des Antisemitismus in Europa gegründet. Deshalb sehen wir uns auch als Zionisten, weil dies einfach bedeutet, als jüdische Person einen Ort zu haben, an welchem man sich sicher fühlen kann. Würde es in der Schweiz keinen Antisemitismus geben, wäre Israel vielleicht nicht mehr als ein religiöser Pilgerort. So aber ist Israel notwendig, und daran werden wir seit Oktober täglich erinnert. Daran ist auch der Antisemitismus der Durchschnittsgesellschaft schuld.

Finn: Gleichzeitig habe ich aber natürlich kein Verständnis für die aktuelle Kriegsführung in Gaza und ich habe auch kein Verständnis für sehr einseitige Meinungen in jüdischen Communities. Auch das muss man kritisieren können. Aber ich frage mich schon, warum ich mich so betroffen fühle. Würden bei den Protesten nicht die ganze Zeit antisemitische Äusserungen und Handlungen ans Licht kommen, dann wäre die Solidarität auch von meiner Seite grösser.

Israel war gerade mit Rückblick auf den 7. Oktober das Opfer dieses Konflikts. Gleichzeitig spürt man momentan extrem viel Wut und Hass gegenüber dem Land. Was macht das mit dir?

Beide im Gespräch: Es ist nicht überraschend. Es ist ein Gefühl, das uns seit dem 7. Oktober belastet. Der linke und der muslimische Antisemitismus wurden gegenüber dem rechten Antisemitismus schon lange vor dem 7. Oktober immer wieder unter den Teppich gekehrt. Jetzt könnte man fragen, warum wir direkt nach dieser Frage auf den Antisemitismus zu sprechen kommen. Doch wie anders lassen sich die Kommentare, Demos und Posts in den Sozialen Medien erklären, welche noch am 7. Oktober veröffentlicht wurden? Sie zeigen eine Obsession mit Israel in der linken Bubble, in dem das Land als das absolut Böse auf der ganze Welt dargestellt wird. Dies lässt sich nicht anders als mit Antisemitismus erklären.

Alleine, dass es das Wort «Israelkritik» in den Duden geschafft hat, während es einen solchen Begriff für kein anderes Land gibt, zeigt, dass die berechtigte Kritik an einem gewissen Punkt aufhört. Israelbezogenen Antisemitismus gibt es, wird von vielen «Linken» unterstützt und führt dazu, dass man sich als linke Person sehr allein fühlt. Hier braucht es schnell eine interne Diskussion in linken Gruppierungen und Parteien. Eine der am häufigsten gestellten Fragen in unserem Umfeld seit dem 7. Oktober ist, warum es keine ähnlich starken Meinungsäusserungen und Universitätsbesetzungen in Bezug auf andere Konflikte und Kriege gab und gibt.

Zurück zu den Ereignissen in Basel: Die Aktivist:innen haben während der Besetzung der Uni Basel eurer Meinung nach nicht richtig gehandelt?

Finn: Sie haben die Schuld nur weggewiesen, statt auch bei sich selbst nach möglichen Fehlern zu suchen. Wer den Vertreter der Rektorin auspfeift, sich dann aber beklagt, dass die Uni keinen Dialog ermögliche, wirkt unglaubwürdig. Es können nicht immer die Anderen – in diesem Fall die Polizei und die Uni-Leitung – schuld sein. Auch wenn eine gewisse Kritik am Vorgehen der Polizei angebracht ist.

Hannah: Ich bin mir nicht sicher, ob die Aktivist:innen tatsächlich den Dialog mit der Uni-Leitung gesucht haben, oder ob ihr Hauptziel darin bestand, laut zu sein und sich an der sogenannten «Bewegung“ zu beteiligen, die weltweit Universitäten besetzt. Diese Unsicherheit wirft Fragen über die Ernsthaftigkeit und die wahren Absichten ihrer Aktionen auf. Ein konstruktiver Dialog erfordert Bereitschaft zur Kommunikation und zum Zuhören. Doch das Verhalten der Aktivist:innen lässt eher den Eindruck entstehen, dass es mehr darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen und Teil eines grösseren, möglicherweise wenig durchdachten Trends zu sein. Für eine echte Veränderung ist es entscheidend, fundierte Diskussionen zu führen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, anstatt lediglich Lärm zu machen und Konfrontationen zu suchen

Wie steht ihr zum Verhalten der Polizei und der Uni-Leitung während der Besetzung? War die Räumung die richtige «Lösung»?

Finn: Die Uni ist nicht auf die Dialoge eingegangen, das muss sie jedoch auch nicht zwingend. Es fehlte mir aber an einer klaren Kommunikation Seitens der Rektorin. Ein längeres Statement, wie jenes der Uni Bern, wäre angemessen gewesen. Dort wird auch auf einige Forderungen eingegangen und die Antwort der Uni begründet. Eine Räumung ist grundsätzlich nachvollziehbar, wenn doch die Art und Weise anders sein hätte können.

Hannah: Für mich war die Reaktion der Uni zu langsam. Sie wusste, dass die Besetzung stattfinden würde, da Studierende die Uni-Leitung mit Sorge vorgewarnt haben. Die Personenkontrolle kam schlicht zu spät. Durch das Verstreichen zwei Ultimaten verlor die Uni an Glaubwürdigkeit. Ich verstehe die Taktik dahinter nicht. Ich finde, es ist von Anfang an alles falsch gelaufen.

«Es ist alles falsch gelaufen» – Was hätten die Akteure denn besser machen müssen?

Beide im Gespräch: Die gleichen Besetzenden, die behaupteten, die Universität gehe nicht auf einen Dialog ein, buhten den Pressesprecher der Uni Basel auf respektlose Weise aus. Das wirkt sehr verlogen. Wer nicht auf einen noch so kleinen Kompromiss eingehen will, darf sich nicht wundern, dass die Uni verärgert reagiert. Die Räumung durch die Polizei hätte allerdings besser und ruhiger verlaufen können, siehe Uni Bern, Genf und ETH Zürich. Dazu kommt grundsätzlich: Ein, respektive zwei Ultimaten ergeben keinen Sinn, wenn sie keine Konsequenzen haben. 

Wie müsste man Pro-Palästina-Demos in Zukunft gestalten, damit sich jüdische Personen sicherer und wohler fühlen?

Beide im Gespräch: In einer gepflegten Diskussionskultur müssen die Meinungen anderer miteinbezogen werden. Natürlich ist es verständlich, dass man an einer Demo und vor allem an einer Besetzung radikale Meinungen vertritt. Eine Besetzung ist schliesslich eine nicht sehr ruhige Art, seine Meinung sichtbar zu machen. Doch die Demonstrierenden sollten sich fragen, warum sich eine beachtliche Anzahl Studierender aufgrund von Unwohlsein beim Rektorat gemeldet hat. Oder warum sich die jüdische Gemeinde besorgt zeigt. Da braucht es Selbstkritik. Würde man diesen Menschen und Organisationen zuhören, würden sich vielleicht mehr Menschen mit den Anliegen solidarisieren. Ein kleines Transparent gegen Antisemitismus wird allerdings nicht reichen. Es braucht klare Anzeichen, dass man gegen Hamas und ähnliche Organisationen ist, und dass man Israel als Staat wie jeden anderen akzeptiert. Dass man sich selbst kritisieren kann, wenn einem Antisemitismus vorgeworfen wird und nicht alles per se abstreitet.

*Namen der Redaktion bekannt

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Kommentare

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23.05.2024 03:27

mil1977

Die Symphatisanten von Palästinensern, iranischen Mullahs und ähnlichen Klientel sollten einfach mal mutig sein und mit einer Kippa durch Molenbeek, die Banlieues oder Berlin-Neukölln gehen. Mal sehen was passiert. Wenn sie wieder zu Bewusstsein kommen, haben sie einen leichten Vorgeschmack auf ein Leben in muslimischen Ländern.

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19.05.2024 18:31

mil1977

Für was protestieren sie an den Universitäten?
Für ein freies Palästina? Wollen sie dann selbst in so einem Land leben ohne Gleichberechtigung, mit Hinrichtungen und mit einem auferzwungenen Islam?
Oder wollen sie nur andere damit beglücken?

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