
Adelssitz aus dem Mittelalter in Gelterkinden ausgegraben
Leonie Fricker
Seit 90 Jahren wird vermutet, dass an der Rünenbergerstrasse ein Bauwerk schlummert, wo einst die Herren von Gelterkinden hausten. Neue Ausgrabungen zeigen: es handelt sich tatsächlich um das «Weiherhaus».
Lange war unklar, welche Funktion das Bauwerk an der Rünenbergerstrasse in Gelterkinden hatte und aus welcher Zeit es stammt. Nun bringt eine laufende Ausgrabung neue Erkenntnisse, wie die Archäologie Baselland mitteilt.
Bereits in den 1930er-Jahren hatte ein Forscher an dieser Stelle massive Mauerreste entdeckt und diese als mittelalterlichen Wehrbau gedeutet. Schon damals vermutete er, dass es sich um das «Weiherhaus» handelt, das der Chronist Aegidius Tschudi um 1540 als Ruine beschrieben hatte. Weitere Mauerteile kamen 2021 zum Vorschein, doch reichten die Befunde noch nicht aus, um das Steingebäude eindeutig zu datieren oder zu interpretieren.
Seit November letzten Jahres wird das Areal auf einer benachbarten Parzelle grossflächig freigelegt. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass es sich «ziemlich sicher» um das «Weiherhaus», also einen Adelssitz aus dem 14./15. Jahrhundert handelt, schreibt die Archäologie Baselland. Das Gebäude war von einem Wassergraben umgeben und wohl etwa 18 Meter lang und 14 Meter breit. Es diente den Herren von Gelterkinden vermutlich als Ersatz für die um 1320 aufgegebene Burg Scheidegg. Bereits im 15. Jahrhundert wurde der Bau jedoch durch einen Brand zerstört.
Interessierte können die Ruine am «Tag der offenen Ausgrabung» selbst begutachten. Dieser findet am Samstag 31. Januar 2026, 14–16 Uhr statt.
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