
Mittelalterlicher Siegelstempel im Rhein gefunden
Valerie Zeiser
Bei der Sanierung der Ufermauer wurden unterhalb der Pfalz römische Münzen, ein mittelalterlicher Siegelstempel und Bauteile des ersten Basler Freibads entdeckt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Sanierung an einem solch geschichtsträchtigen Ort fördert immer wieder archäologische Funde zu Tage
- Das Wappen mit der Saufeder verrate eindeutig, dass es sich um das Siegel des Domsängers Rudolf Kraft handle, teilt das Präsidialdepartement mit
- Nebst Münzen und Siegelstempeln wurde im Rahmen der Sanierung bereits ein eiserner Pfahlstuhl gefunden. Dieser habe einst einen Pfahl des ersten Basler Freibads gestützt
Die Ufermauer unterhalb der Pfalz im Grossbasel wird gerade saniert. Eine Sanierung an einem solch geschichtsträchtigen Ort fördert immer wieder archäologische Funde zu Tage. Bereits in den ersten Wochen der Arbeiten wurden römische Münzen entdeckt. Und nun kommen weitere Gegenstände zum Vorschein. Das teilt das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt am Donnerstag mit.
Der Domsänger am Pult
Der bedeutendste Fund sei ein mittelalterlicher Siegelstempel. Das Wappen mit der Saufeder verrate eindeutig, dass es sich um das Siegel des Domsängers Rudolf Kraft handle.

Rudolf Kraft habe bei der heutigen Augustinergasse gewohnt und sei zwischen 1296 und 1305 urkundlich in Basel belegt, schreibt das Präsidialdepartement weiter. Auf dem Siegel sehe man ihn am Pult stehend. Als Domsänger verwaltete er alle liturgischen Bücher und war für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste im Basler Münster zuständig.
Unterwasserkameras und Drohnen
Die Ufermauer und das Münsterfährbödeli werden zurzeit saniert, um die historische Bausubstanz am Basler Rheinufer zu sichern, schreibt das Präsidialdepartement. Der schlammige Aushub werde durch das Team der archäologischen Bodenforschung systematisch mit Metalldetektoren untersucht. Je nach Sichtverhältnissen kämen bei den Basler Archäologen erstmals Unterwasserkameras und Drohnen zum Einsatz.

Nebst Münzen und Siegelstempeln wurde im Rahmen der Sanierung bereits ein eiserner Pfahlstuhl gefunden. Dieser habe einst einen Pfahl des ersten Basler Freibads gestützt, teilt das Präsidialdepartement weiter mit. Das 1831 errichtete Pfalzbadhysli sei vorerst ausschliesslich Männern vorbehalten gewesen. Es diente der «Volksgesundheit» und sollte das Schwimmenlernen fördern.

Dass es dort so viele Funde gibt, sei kein Zufall, sagt das Präsidialdepartement. Über Jahrhunderte seien Abfälle, Schutt und Baumaterialien von der Pfalz und der bischöflichen Residenz die Halde hinunter in den Rhein entsorgt worden. Auch Einstürze, etwa der Rheinhalde 1346 oder der Pfalz 1502, hätten dazu bei, dass zahlreiche Objekte in den Fluss abgerutscht seien.

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Thomy
Spannend was da noch zum Vorschein kommt
spalen
immer wieder spannend, was man noch immer im untergrund finden kann