Baselbieter Bob-Anschieber kämpfen um Olympia-Teilnahme
©Bild: Baseljetzt
Olympische Spiele
Sport

Baselbieter Bob-Anschieber kämpfen um Olympia-Teilnahme

10.01.2026 17:52 - update 10.01.2026 18:08

Baseljetzt

Mit Tempo, Adrenalin und Präzision wollen drei Athleten aus dem Baselbiet den Sprung an die Olympischen Spiele schaffen. In St. Moritz entscheidet sich, wer weiter vom grossen Traum träumen darf.

Mit bis zu 150 Kilometern pro Stunde rasen sie durch den Eiskanal, Kräfte von bis zu 4G wirken auf den Körper, eine Fahrt dauert rund eine Minute. Für diese Sekunden leben die beiden Baselbieter Spitzensportler Mathieu Hersperger (26, Reinach) und Dominik Hufschmid (27, Oltingen). Beide sind als Anschieber in unterschiedlichen Bobteams im Einsatz und arbeiten konsequent auf eine Teilnahme an den Olympische Spiele hin.

Sekunden entscheiden über Erfolg

Der Start sei entscheidend, sagen die Athleten. Vier Männer geben am Startbalken Vollgas, der Einstieg müsse perfekt sein. Danach zähle jede Kurve, jeder Meter. Gelinge ein Lauf, fühle sich das sofort richtig an. „Im Schlitten denkt man dann: Der war jetzt geil“, meinen die Baselbieter Athleten. Der ständige Kampf um Hundertstelsekunden und die Startzeit sorge jedes Mal für einen neuen Adrenalinschub. „Man will immer besser werden, das gibt jedes Mal wieder einen Kick.“

Die entscheidenden Trainings und Rennen finden auf der legendären Natur-Eisbahn in St. Moritz statt. Besonders gefürchtet ist die Horseshoe-Kurve, die den Athleten mit enormem Druck belastet. Gerade bei den ersten Fahrten sei das eine grosse Herausforderung.

Enttäuschung für dritten Baselbieter

Nicht mehr dabei ist der dritte Baselbieter Nicola Mariani (30, Allschwil). Er gehörte bis vor zwei Wochen noch zum Kader, schied jedoch nach einem Sprinttest aus und wurde für St. Moritz nicht mehr berücksichtigt. Die Enttäuschung sitzt tief. „Die ersten drei, vier Tage konnte ich nicht einmal weinen. Ich war im Schock, ich ass nicht und schlief nicht“, sagt Mariani.

Kritisch äussert sich der Allschwiler auch zur Neuformation der Teams durch den Verband. „Was mich am meisten belastet, ist, dass ich weiss, dass die neuen Kombinationen bisher nicht schneller waren. Mein Platz könnte also von jemandem eingenommen werden, der auf dem Eis die gleiche Leistung bringt.“

Hufschmid als Baselbieter mit grössten Olympia-Chancen

Währenddessen richtet Dominik Hufschmid den Fokus auf sein Team. Er startet mit Schweiz 1 und gilt als Baselbieter mit den grössten Olympia-Chancen. Mathieu Hersperger ist mit Schweiz 3 unterwegs, auch bei ihm gab es zuletzt Anpassungen am Schlitten. „Wir haben neue Teamkonstellationen und versuchen, so sauber wie möglich einzusteigen und den Speed mitzunehmen“, erklärt er.

Nach intensiven Trainingstagen zeigen sich beide Athleten zuversichtlich. Kleinere Schwierigkeiten beim Einsteigen seien korrigierbar, auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt habe. Noch stehen zwei Rennwochenenden an. Danach entscheidet sich, mit wie vielen Bobteams die Schweiz an den Olympischen Spielen teilnehmen wird und ob das Baselbiet mit einem oder zwei Athleten vertreten ist.

Redaktion: Stefan Plattner

Feedback für die Redaktion

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Dein Kommentar

Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise

10.01.2026 19:10

Hoschi

Ich wünsche ihnen viel Glück, hoffentlich schaffen sie ihr Ziel.

2 0

Kommentare lesen?

Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.