«Rote Flaggen» entscheidend beim Umdenken zum Basler Herzstück
©Bild: Keystone
ÖV
Region

«Rote Flaggen» entscheidend beim Umdenken zum Basler Herzstück

18.12.2025 10:25 - update 18.12.2025 17:53

Baseljetzt

Die beiden Basel setzen sich in Bern neu für eine rasch realisierbare, unterirdische Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof in Basel ein. Damit ist das Grossprojekt Herzstück vorerst vom Tisch.

Die Basler Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) äussert sich zum vorläufigen Verzicht der beiden Basel auf das Herzstück. Drei «rote Flaggen» seien entscheidend für das Umdenken entscheidend gewesen, sagte sie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag.

Bei den roten Flaggen handelt es sich laut Keller um die zunächst gesteigerte Kostenprognose, die Meldung zur längeren Umsetzungsdauer und den Bericht Weidmann.

«Es ist ein klares Signal nach Bern, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, dass wir die Zeichen der Zeit gesehen haben und uns auf die Durchmesserlinie fokussieren», sagte Keller zum Umdenken.

Im Gegenzug für die Fokussierung fordert die Regierungsrätin vom Bundesrat, dass er die Durchmesserlinie im Januar in den Eckwerten der Verkehrspolitik verankert, wie sie sagte.

Durchmesserlinie ohne Tiefenbahnhof

Die beiden Basel setzen sich in Bern neu für eine rasch realisierbare, unterirdische Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof in Basel ein. Damit ist das Grossprojekt Herzstück vorerst vom Tisch.

Eine neue Verbindung zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof ist zwingend für einen grundlegenden Ausbau des triregionalen S-Bahn-Systems, wie es in einer Medienmitteilung der Regierungen von Kanton Basel-Stadt und Baselland sowie der Handelskammer beider Basel vom Donnerstag heisst.

Diese Verbindung wollen die Kantone nun rasch vorantreiben und dafür im nächsten Bahnausbauschritt bis 2045 auf das Grossprojekt Herzstück mit Tiefenbahnhof verzichten. Die reine Durchmesserlinie könne hingegen «in einem überschaubaren Zeitrahmen umgesetzt» und finanziert werden und habe eine grosse Wirkung.

Noch im Oktober hatten sich die Kantone für einen Tiefenbahnhof im nächsten Ausbauschritt eingesetzt und das Gutachten von Ulrich Weidmann von der ETH Zürich kritisiert, in dem er das Herzstück depriorisiert hatte. Laut Mitteilung vom Donnerstag ist das Umdenken im Austausch mit dem Gutachter erfolgt.

Günstiger und schneller realisierbar

Die neue, sechs Kilometer lange Durchmesserlinie soll die «umständlichen Spitzkehren in den beiden Bahnhöfen überflüssig machen», wie es in der Mitteilung weiter heisst. Weil im Gegenzug auf den Westasttunnel und unterirdische Haltestellen in der Stadt verzichtet werde, könne das Projekt für die Hälfte der Kosten des Herzstücks kosten und lasse sich schneller realisieren.

«Mit der Fokussierung auf die Durchmesserlinie trägt die Region dem Umstand Rechnung, dass die Mittel für den Ausbau der Bahninfrastruktur limitiert sind. Aber jetzt muss es auch zügig vorwärts gehen», wird die Basler Ständerätin Eva Herzog (SP) im Communiqué zitiert.

Seilziehen um Bahnausbau in der Region

Die Region Basel setzt sich schon seit langer Zeit für einen Ausbau des lokalen Bahnknotens ein. Sie befürchten, dass dieser bei unzureichender Kapazität zu einem Flaschenhals im S-Bahnverkehr und im internationalen Güterverkehr werden könnte.

Zuletzt wurde das Bahnangebot in der Region mit dem Fahrplanwechsel diesen Dezember ausgebaut. Es gibt nun bessere Verbindungen in die Westschweiz und auf der Strecke Basel-Olten. Die SBB und die BLS sprachen vom «grössten Bahnhausbau in der Nordwestschweiz in 20 Jahren». (sda/jwe)

Feedback für die Redaktion

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Kommentare

Dein Kommentar

Mit dem Absenden dieses Formulars erkläre ich mich mit der zweckgebundenen Speicherung der angegebenen Daten einverstanden. Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise

Kommentare lesen?

Um Kommentare lesen zu können, melde dich bitte an.