Cannabis-Pilotversuch zeigt: Legale Abgabe sorgt für risikoärmeren Konsum
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Baselland

Cannabis-Pilotversuch zeigt: Legale Abgabe sorgt für risikoärmeren Konsum

02.07.2024 09:55 - update 02.07.2024 16:49
Larissa Bucher

Larissa Bucher

Sechs Monate nach Eröffnung der ersten legalen Cannabis-Verkaufsstelle Europas in Allschwil ist klar: Die Pilotstudie scheint erfolgreich zu sein. Das zeigen erste Ergebnisse zu Konsumdaten von Teilnehmenden.

Die im Oktober 2023 durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) freigegebene Cannabis-Pilotstudie untersucht den regulierten Verkauf von Cannabis für den Freizeitgebrauch. Dafür werden sowohl das Konsumverhalten als auch die körperliche und psychische Gesundheit der Teilnehmenden über einen Zeitraum von fünf Jahren erfasst. Weiter werden gesellschaftliche Auswirkungen, insbesondere auf öffentliche Sicherheit und Ordnung, analysiert.

In der Abgabestelle in Allschwil arbeitet speziell ausgebildetes Fachpersonal, sogenannte „Budtender“, welche die Teilnehmenden zu Safer Use aufklären und individuell zu den verschiedenen Produkten beraten. Die Nachfrage zur Studie sei gross. Momentan können rund 4’000 Personen legal Cannabis kaufen. Wie sich das Projekt langfristig potenziell auf eine Verdrängung des illegalen Markts auswirken könnte, zeigt nun eine erste Zwischenauswertung.

Weniger Risiko

Laut den Studienorganisatoren führt die legale Abgabe von Cannabis in der Pilotstudie zu einem sichereren Konsum. So würden die Teilnehmenden vermehrt risikoärmere Cannabisprodukte wie Vapes und Edibles nutzen. Der Verkauf dieser Produkte sei seit Studienbeginn stark gestiegen, heisst es weiter. Diese Entwicklung sei gegebenenfalls auf die gezielte fachliche Beratung zu weniger gesundheitsschädlichen Konsumformen als Rauchen zurückzuführen.

Der durchschnittliche Blüten- und Haschischkonsum pro Teilnehmer:in zeigte sich zuerst stabil. Rund vier Monate nach Studienbeginn war jedoch ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Teurer als illegale Cannabisprodukte

Die Studienteilnehmer:innen konsumieren nach eigenen Angaben seit Studienbeginn deutlich weniger Cannabis aus illegalen Quellen. Im Durchschnitt bezogen sie vor Studienbeginn an rund 20 Tagen im Monat Cannabis auf dem illegalen Markt. Dieser Wert sank auf zehn Tage. Die Preise für Cannabis-Blüten liegen laut Mitteilung aktuell bei acht und zwölf Franken pro Gramm. Um erfolgreich mit dem illegalen Markt konkurrieren zu können, sind Preisanpassungen geplant.

Die Studie «Grashaus Projects» wird von der deutschen Sanity Group organisiert und vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) durchgeführt.

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Kommentare

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02.07.2024 13:25

Stephanie_BS

also kurz gesagt bringt es zu 50% etwas. so ein schwachsinn. dann legalisiert doch gleich alles – oder gar nichts! die auswirkung von der legalisierung wird immens sein. ein 12,13,14 jähriger kifft dann eher weil ihm ja gesagt wird es ist ja legal – dann kanns ja nicht schlimm sein. die menschheit wird immer dümmer.

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02.07.2024 14:20

seppertonni

Sie haben den Text leider nicht richtig gelesen, geschweige denn sind Sie in der Lage Studienergebnisse zu interpretieren und in Aussagen umzumünzen

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02.07.2024 08:40

Freddi1985

Super Sache

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