Basler Studie zeigt: Medizinisches Cannabis verbessert psychische Gesundheit
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Liberalisierung
Basel-Stadt

Basler Studie zeigt: Medizinisches Cannabis verbessert psychische Gesundheit

04.04.2024 19:15 - update 05.04.2024 06:18
Leonie Fricker

Leonie Fricker

In Deutschland ist kiffen seit diesem Monat legal. Doch das neue Cannabis-Gesetz ist umstritten. Eine Basler Studie zeigt nun, dass sich die Gesetzeslockerung in den USA positiv auf die psychische Gesundheit auswirkt.

In den USA ist Marihuana seit Mitte der 1990er-Jahre in vielen Bundesstaaten entkriminalisiert. Es wird auch vielerorts für medizinische Zwecke verwendet. Die Gesetzgebung zu medizinischem Cannabis ist jedoch nach wie vor umstritten. Kritiker:innen befürchten, dass dadurch mehr Menschen abhängig werden. Für Befürworter:innen überwiegt der medizinische Nutzen für Patient:innen mit chronischen Schmerzen, Übelkeit oder Krämpfen.

Folgen der Lockerung für die Psyche

Eine Gruppe von Basler Forschenden hat in einer Studie untersucht, wie sich die Lockerung der Gesetzgebung in den USA auf die Menschen auswirkt. Zum einen erforschten sie, ob sich durch die Cannabis-Gesetzgebung die Situation für kranke Menschen verbessert hat. Zum anderen gingen sie der Frage nach, ob sich die Gesetzeslockerung negativ auf die psychische Gesundheit der gesamten Bevölkerung auswirkt. Die Forschenden haben dafür zwischen 1993 und 2018 Daten von rund acht Millionen Personen gesammelt.

Nun hat die Uni Basel die Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Die Forschenden kommen zum Schluss, dass der erleichterte Zugang zu Marihuana die psychische Gesundheit derjenigen verbessert, die es aus medizinischen Gründen konsumieren. Auch bei Schmerzpatienten wurden positive Effekte festgestellt.

Für die einen nützlich, für die anderen nicht schädlich

Gleichzeitig stellten die Forscher keine Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Freizeitkonsumenten oder jüngeren Bevölkerungsgruppen fest. «Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass die Gesetzgebung zu medizinischem Cannabis in den USA den Menschen nützt, für die sie gedacht ist, ohne anderen Gruppen zu schaden», wird Studienleiter Alois Stutzer von der Universität Basel zitiert. «Ob die Ergebnisse auf weitere Liberalisierungen übertragbar sind, erfordert jedoch weitere Untersuchungen», betonten die Forschenden.

In der Region wird der legale Verkauf getestet

Auch in der Region Basel laufen aktuell mehrere Studien zu Cannabiskonsum. «Weed Care» im Kanton Basel-Stadt will mehr über die Auswirkungen eines legalen Cannabis-Verkaufs im Vergleich zum illegalen Konsum über den Schwarzmarkt herausfinden. Erste Zwischenergebnisse der Anfang 2023 gestarteten Studie sind bereits da. Im Kanton Baselland wird im Rahmen des Pilotprojekts «Grashaus Projects» ebenfalls der regulierte Verkauf von THC-Produkten zu Genusszwecken erforscht.

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09.07.2024 08:38

Mojcl884dv

Danke für diesen wirklich interessanten Beitrag, der wichtige Erkenntnisse beleuchtet. Es ist faszinierend zu sehen, wie eine veränderte Gesetzgebung direkt das Wohlbefinden bestimmter Patientengruppen verbessern kann, ohne negative Auswirkungen auf andere Bevölkerungsteile zu haben.

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