
Das sagen Basler zur Vaporetti-Idee auf dem Rhein
David Frische
Vaporetti auf dem Rhein: Diese Idee brachte Anfang Woche ein Unternehmer wieder auf den Tisch. Sie stösst bei Baslerinnen und Baslern auf Skepsis. Vor allem bei der konkreten Umsetzung kommen Zweifel auf.
Im Elsass einsteigen und bei der Roche wieder aussteigen: Das soll in Basel künftig möglich sein. Bei Basler:innen stösst die Idee von Vaporetti-Booten auf dem Rhein aber eher auf Skepsis. Aufs Tapet gebracht hat sie zu Wochenbeginn der private Unternehmer Robert Straubhaar.
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«An und für sich reichen die Fähren», findet Beat, als Baseljetzt sich am Rheinbord in der Bevölkerung umhört. Komme ein weiterer Anbieter hinzu, «nimmt man sich gegenseitig nur vom Kuchen weg». Auch Josef findet Vaporetti unnötig: «Ich benutze sehr gerne die Fähre, aber sonst gehe ich immer zu Fuss in die Stadt. Ich würde das jetzt nicht brauchen.» Celine, ebenfalls aus Basel, ist der gleichen Meinung: «Wir haben genug Transportmittel in Basel. Man kann auch überall hinlaufen. Meiner Meinung nach, aber ich wurde nicht hier geboren, ist es nicht notwendig».
Fähri-Verein: «Könnte Schwierigkeiten geben»
In Basel gibt es mit den Fähren schon Taxis auf dem Rhein – zumindest solche, die den Fluss queren. Der Fähri-Verein Basel findet die Vaporetti-Idee zwar interessant, sieht aber Probleme bei der Umsetzung. «Es könnte Schwierigkeiten geben wegen der Nutzung und der Sicherheit auf dem Rhein», sagt der Präsident Dieter Bühler. «Wir haben heute so viele Teilnehmer aus dem Freizeit- und Touristikbereich, und wir mussten mit den Fähren schon entsprechende Sicherheitsanlagen einrichten, damit man sich nicht in den Weg kommt.» Wenn jetzt nochmals ein Teilnehmer auf dem Rhein dazustosse, werde das «wahrscheinlich Schwierigkeiten geben».
An den Stegen der Fähren könnten die Vaporetti jedenfalls nicht halten, da diese nicht für solche Shuttle-Schiffe gebaut sind, wie Bühler erklärt.
Verkehrsexperte: Vaporetti fünfmal teurer als ein Bus
Auch Verkehrsexperte Alexander Erath von der Fachhochschule Nordwestschweiz findet, dass solche Shuttle-Schiffe zwar tolle Erlebnisse bieten könnten. Rational betrachtet seien sie aber zu teuer. Solch ein Schiff mit Wasserstoffantrieb koste rund vier Millionen Franken, so Erath. Zum Vergleich: Ein Elektrobus kostet etwa 800’000 Franken. «Also wir sind fünfmal teurer alleine bei der Anschaffung.» Für den Betrieb brauche es zwei Personen auf dem Schiff, im Bus nur eine. «Betrieb und Unterhalt ist auch teurer als bei einem Bus. Es ist also ein viel teureres Verkehrsmittel für die gleiche Anzahl an Fahrgästen, etwa 100 Personen», so der Professor für Verkehr.
Am Ende muss die Politik entscheiden, ob ihr solch ein Projekt etwas wert ist, und wenn ja, wie viel. Initiant Robert Straubhaar muss so oder so noch abwarten. Denn der Basler Grosse Rat muss den Kauf der Basler Personenschifffahrt durch Straubhaars Unternehmen United Waterways erst noch absegnen. Falls die Übernahme versenkt wird, gehen die Shuttle-Schiffe wahrscheinlich auch gleich mit unter.
Mitarbeit: Valerie Zeiser
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