Die Grünen halten zur EVP Baselland – obwohl das Image der Partnerin gelitten hat
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Lea Blattner
Politik

Die Grünen halten zur EVP Baselland – obwohl das Image der Partnerin gelitten hat

15.01.2026 18:28 - update 15.01.2026 18:59
Shahed Staub

Shahed Staub

Die EVP-Politikerin Lea Blattner hat Hassnachrichten und Morddrohungen aus den eigenen Reihen erhalten, weil sie sich als lesbisch geoutet hat. Nun haben sich auch die Fraktionspartner damit beschäftigt.

«Unrecht muss benannt werden. Man muss nicht alles schlucken.» Mit diesen Worten begründete die EVP-Politikerin Lea Blattner am Montag ihren Rücktritt aus drei politischen Ämtern, darunter auch aus dem kantonalen Parteivorstand. Nach ihrem Outing wurde sie massiv von homophoben Beleidigungen und Hassnachrichten angegriffen. Die Kommentare stammten teils aus Blattners eigener Partei.

Grüne stellt Zusammenarbeit nicht infrage

Blattner war zwar für die EVP nie im Landrat vertreten. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, wie sich die Fraktionspartner der EVP – die Grünen – zu dem Fall äussern. Landrat Stephan Ackermann hofft, dass der Vorfall sorgfältig untersucht wird, und verurteilt jegliche homophoben Anfeindungen aus der EVP konsequent. Die Zusammenarbeit mit der EVP stellt er dabei nicht infrage:

«Wir kennen ja die Menschen, mit denen wir in der Fraktion zusammenarbeiten. Wir wären gar nie auf die Idee gekommen, diese Zusammenarbeit infrage zu stellen.» Der Fall müsse trotzdem genau untersucht und aufgearbeitet werden. Denn: «Im Nachhinein ist man immer schlauer. Hat man dieser Person in den sozialen Medien gut genug den Rücken gestärkt?» Auch dieser Frage müsse man nachgehen.

Image ist beschädigt

Die EVP Baselland hat sich klar von den homophoben Angriffen auf Lea Blattner distanziert. Die Mutterpartei EVP Schweiz kündigte am Mittwoch gar eine interne Untersuchung der Vorfälle an. Und auch Andrea Heger, Vizeparteipräsidentin der Baselland-Partei, übt deutliche Kritik: «Wir sind zu wenig öffentlich hingestanden. Wir hätten sagen müssen: Hier ist die Grenze, das geht nicht.» Dass sich der Vorfall im privaten Bereich abgespielt habe, sei keine Entschuldigung.

Das Image der evangelischen Volkspartei hat durch die Hasskommentare gelitten, der Schaden ist bereits angerichtet. Dass die Partei betont, die Angriffe stünden nicht im Einklang mit ihren Werten, wirkt derzeit wie ein Tropfen auf den heissen Stein.

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16.01.2026 15:55

Hoschi

Die Frage bleibt. Ist Zerwürfnis besser?

2 0
15.01.2026 17:31

Sonnenliebe

Zusammenhalt ist wichtig, auch trotz dieser unschönen Geschehnisse.

3 7
19.01.2026 13:31

Hoschi

Frage mich gerade über die vielen Daumen runter…Ist es besser, wenn man Streit hat? Kleine Streitereien können bis zum Krieg führen, das bitte nie vergessen.

2 0

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