
Die Reaktionen auf die Basler Herzstück-Wende sind gemischt
Baseljetzt
Die Kantone Basel-Stadt und Baselland haben am Donnerstag angekündigt, zugunsten einer rasch umsetzbaren Durchmesserlinie vorerst auf das Herzstück zu verzichten. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich.
Der VCS beider Basel schreibt in seiner Medienmitteilung von einer Kapitulation, die die Gefahr bringe, dass Basel weiterhin lange auf eine echte trinationale S-Bahn warten müsse. Die Kantone hätten ihre Pläne reduziert, bevor klar gewesen sei, welche Schlüsse der Bundesrat aus dem Bericht von Ulrich Weidmann ziehe.
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IGöV unterstützt Kompromiss
Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Nordwestschweiz (IGöV) schlägt mildere Töne an. «Sollte es mit der Fokussierung auf die Durchmesserlinie gelingen, die Finanzierung des Lückenschlusses zwischen dem badischen und dem schweizerischen Bahnnetz verbindlich zu sichern, wäre dies ein grosser Gewinn für das S-Bahnnetz der Region», heisst es in deren Medienmitteilung.
Auf der anderen Seite fordert die IGöV die rasche Umsetzung kurzfristiger Massnahmen, wie etwa der Ausbau der S-Bahn zum Euroairport Basel-Mülhausen oder die konsequenten Umsetzung des Tramnetzes 2030. Auch sie spricht sich gegen den Rheintunnel aus und bedauert den Verzicht auf unterirdische Haltestellen und den Westanschluss, wie sie schreibt.
«Sinnvolle Projektanpassung» für Grüne
Die Grünen Baselland und Basel-Stadt schreiben in einer gemeinsamen Medienmitteilung, dass die Durchmesserlinie eine «sinnvolle Projektanpassung» sei. Nach der Depriorisierung des Herzstücks im Gutachten «Verkehr 2045», brauche es jetzt Tempo beim Ausbau des Bahnknotens Basel.
«Mit der Durchmesserlinie erhält die Region die Chance, die S-Bahn substanziell zu stärken und den ÖV im Alltag vieler Pendelnden attraktiver zu machen», heisst es seitens der Grünen. (sda/maf)
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GLOBA
Es ist sinnvoll, auf das Herzstück zu verzichten. In Stuttgart hat man erlebt, was für Folgen und Kosten entstehen. Bis heute ist Stuttgart21 noch nicht in Betrieb und die Kosten sind explodiert!
Nachdenken
BS/BL hat es wieder verschlafen. In den letzten 25 Jahren ist es nicht einmal gelungen, die beiden Basler Kantone mit einer S-Bahn an den EuroAirport anzubinden. Wie immer hinkt BL/BS im Vergleich zu Genf und Zürich um Jahrzehnte hinterher.
Hoschi
Ja und Zürich macht alles richtig oder nicht? Basel hat richtig gehandelt, sonst wird das nichts, man musste zurück gehen.
spalen
und das liegt an wem? basel?
wohl weniger! da hat der bund wohl bisschen mehr zu sagen. aber hauptsache, mal wieder wutbürgerlich über den kanton herziehen.
Nachdenken
Nein, das hat nichts mit Wutbürgerlichkeit zu tun. Es geht um Fakten und Realismus. Einerseits haben wir Basel, und ein überzogenes Projekt, und so, wie es aussieht, betrachten die SBB und die Regierung in Bern Basel SBB nicht als wichtigen Bahnhof. Der liegt an der Grenze und wird von anderen CH Bahnhöfen überholt. Im 2026 fahren ja weniger Züge ein und ab als 2025, deshalb ist dann mehr Platz auf der Abfahrtstabelle 2026 Basel SBB frei. Wenn man sich anschaut, wie viele Leute in Basel SBB ein- und aussteigen, sieht man auch, dass sogar die Bahnhöfe Winterthur, Luzern und Lausanne mehr Passagiere haben als der Bahnhof Basel SBB. Von Zürich HB (4x mehr Passagiere) und Bern (2x mehr Passagiere) wollen wir erst gar nicht reden, die haben Basel SBB abgehängt.
Ich hoffe für die Region Basel, dass Bern die verdünnte Variante (5 Milliarden) nicht auch noch versenkt, aber ich habe da so meine Zweifel. Bern hat ja nicht einmal die 10 Millionen für den Zug Basel-Malmö bewilligt.