
Dreifache Pfyfferkönigin: «Es braucht eine gewisse Leichtigkeit»
Jennifer Weber
Sie tritt an, um ihren Titel am Offiziellen zu verteidigen. Die dreifache Pfeiferkönigin Valeria Balmelli (22) spricht über die Bedeutung von Leidenschaft und Leichtigkeit im Wettbewerb.
«Ich versuche, alles andere auszublenden und einfach nur auf mich zu schauen», antwortet Valeria Balmelli auf die Frage, wie sie mit dem Druck umgeht, als amtierende Pfeiferkönigin am Offiziellen Basler Bryysdrummle und -pfyffe wieder anzutreten. Aufgrund der Pfeiferstunden und des Piccolo-Unterrichtens pfeift sie ohnehin regelmässig. Vor dem Wettbewerb wird die Kadenz der Proben aber deutlich erhöht. Ein paar Wochen vor dem Offiziellen beginnt sie damit, ihre Stücke zuhause durchzupfeifen.
Ein zeitaufwendiges Hobby: In der intensiven Phase vor dem Offiziellen übt Balmelli vier bis fünf Stunden pro Woche. Oft diene das Pfeifen auch als Lernpause. Denn die 22-Jährige studiert Mathematik und befindet sich derzeit in der Prüfungsphase.
«Ich war überglücklich»
«Das Pfeifen ist eine Leidenschaft», sagt Balmelli mit strahlendem Gesicht. Ihr bedeuten das Musizieren und die sozialen Kontakte in der Clique viel. «Es macht mir einfach Spass.»
Die Leidenschaft für das Instrument entdeckte sie früh. Seit 15 Jahren spielt Balmelli bereits Piccolo. «Ich habe zuerst mit meinem Grossmami begonnen – zu zweit, bei ihr zuhause.» Kurz darauf ist sie den Naarebaschi beigetreten. Auch heute noch pfeift sie bei dieser Clique.

Mit neun Jahren nahm Balmelli zum ersten Mal am Offiziellen Basler Bryysdrummle und -pfyffe teil. «Ich war sehr aufgeregt, positiv aufgeregt. Ich habe mich mega gefreut», erzählt sie. «Mit ganz vielen Glücksgefühlen» machte sie sich auf den Weg zum ersten grossen Auftritt. «Ich stand auf die Bühne und habe einfach gemacht.»
In der Kategorie «Junge» belegte sie damals in der Vorausscheidung den zweit- oder drittletzten Platz. «Ich hatte so eine Riesenfreude. Ich genoss es sehr, mitgemacht zu haben», erinnert sie sich. «Ich habe sogar eine Gratis-Cola bekommen – ich war überglücklich!»
Dreifache Pfyfferkönigin
Seither entwickelte sich die Fasnächtlerin zum Stammgast auf dem Podest. Balmelli kann mit ihren jungen Jahren bereits auf ein eindrückliches Palmarès zurückblicken. Bereits dreimal hat die 22-Jährige das Bryyspfyffe bei den «Alte» gewonnen – dreimal wurde sie Zweite und einmal belegte sie Rang 3. Doch was braucht es, um das Offizielle zu gewinnen? «Ich denke, es braucht eine gewisse Leichtigkeit», so Balmelli. Üben und Fleiss gehören genauso dazu. «Aber vor allem, auf der Bühne auszudrücken, dass man Spass daran hat, macht mega viel aus.»
Jungen Pfeiferinnen und Pfeifern, die zum ersten Mal am Offiziellen teilnehmen, kann Balmelli einige Tipps mit auf den Weg geben: die Freude daran nicht zu verlieren und fleissig weiter zu üben, auch wenn es bei der ersten Teilnahme nicht für einen Podestplatz reicht. Hilfreich sei es auch, Personen vorzuspielen, die auch schon teilgenommen haben, und ihre Meinung einzuholen. Die Binggis sollten sich auch selbst nicht einen allzu grossen Druck machen: «Schlussendlich ist es ein sehr cooler Anlass, aber es ist auch nicht die Welt.»
Das Offizielle findet vom 15. bis 17. Januar 2026 statt. Die Vorausscheidungen finden in verschiedenen Sälen im Kleinbasel statt. Das grosse Finale kehrt am 17. Januar ins Volkshaus zurück.
Zum ersten Mal dieses Jahr übertragen Baseljetzt und Telebasel am Samstagabend ab 18:50 Uhr das Finale der Kategorie «Alte» im Livestream.
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